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Die ÖBB suchen für den Bahnhof St. Paul noch immer einen Gastro-Betreiber Ausgabe 13 | Mittwoch, 25. März 2026

Zwei Jahre nach der Eröffnung wird noch immer ein Pächter für den Gastronomiebereich im Bahnhof in St. Paul gesucht. Die ÖBB wünschen sich eine Bäckerei mit Café. Pacht: Umsatzanteil plus Mindestmiete.

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St. Paul. Am 10. Dezember 2023 wurde in St. Paul der neue Koralmbahnhof eröffnet, seit 14. Dezember 2025 verkehren Züge auf der Koralmbahn. Seither wird ein Betreiber für einen kleinen Gastronomiebereich – eine Bäckerei, in der auch Kaffee ausgeschenkt wird – am Bahnhof gesucht. 

Die ÖBB bieten dafür eine rund 87 Quadratmeter große Fläche direkt neben dem Wartebereich an, die über einen Verkaufsraum, Lager, Sozialraum, Umkleide und eine WC-Einheit verfügt. Der Verkaufsraum selbst ist fast 59 Quadratmeter groß. Die Übergabe erfolgt »wie sie liegt und steht«, das heißt, Restarbeiten bzw. Adaptierungen im Inneren sind vom Pächter auf eigene Kosten zu übernehmen, und mit dem Eigentümer vorab abzustimmen. Technisch ist die Fläche vorbereitet: Zu- und Abluftanlagen, Kühl-  und Heizdecke, Anschlüsse für Backofen und Kaltwasserleitungen sind vorhanden, WLAN ist installiert. Die ÖBB formulieren klare Erwartungen an den Pächter: »Es wird ausdrücklich darauf hingewiesen, dass diese Fläche vorzugsweise zum Betrieb einer Bäckerei inklusive Verabreichung von Kaffee verpachtet werden soll.« Damit ist die Stoßrichtung deutlich: Ein Ort für Frühstück, Kaffee und kurze Aufenthalte soll den Bahnhof beleben.

»Es gab Gespräche mit Interessenten, eine Einigung konnte nicht erzielt werden«
Rosanna Zernatto-Peschel, Pressesprecherin ÖBB

Finanziell sind die Bedingungen genau kalkuliert. Die Pacht setzt sich aus einem umsatzabhängigen Anteil und einem Mindestzins zusammen: »Der vom Pächter zu bezahlende jährliche Pachtzins beträgt sechs Prozent bis 31. 12. 2026 bzw. sieben Prozent ab 1. 1. 2027 des Jahresnettoumsatzes.« Unabhängig davon ist ein Mindestpachtzins von sieben Euro pro Quadratmeter netto  bis Ende 2026, ab 2027 zehn Euro pro Quadratmeter, vorgesehen, sowie ein monatliches Betriebskostenakonto von netto  391,41 Euro. Zusätzlich verlangen die ÖBB eine Bankgarantie in Höhe von drei Bruttomonatsentgelten.

Was gefordert wird

Interessenten sollten den ÖBB ein tragfähiges Konzept vorlegen, das Öffnungszeiten, Personalplanung, Sortiment und Marketing berücksichtigt – und realistische Umsatzprognosen, denn die Kombination aus Mindestpacht und Umsatzbeteiligung verlangt solide Kalkulation. 

Rosanna Zernatto-Peschel, Pressesprecherin der ÖBB, bestätigt: »Der endgültige Pachtpreis ist aber Verhandlungssache. Es gab auch schon Gespräche mit Interessenten, eine Einigung konnte bislang aber mit niemandem erzielt werden.« Probleme einen Betreiber für die Gastronomie zu finden, gibt es aber nicht nur am St. Pauler Bahnhof, auch österreichweit gestaltet es sich oftmals schwierig. »Die Verweildauer auf den Bahnhöfen ist in den vergangenen Jahren merklich zurückgegangen«, sagt Zernatto-Peschel. Zusätzlich hat die Gastronomie mit steigenden Preisen und Schwierigkeiten bei der Personalfindung zu kämpfen. Auch für den Bahnhof in St. Paul gibt es eine Vorgabe bei den Öffnungszeiten: Montag bis Sonntag von 8 bis 18 Uhr. Darüber hinausgehende Öffnungszeiten seien mit den ÖBB abzustimmen. 

Für den Bahnhof in St. Paul wäre ein Bäckerei-Verkaufsladen samt Café natürlich eine enorme Aufwertung, denn derzeit gibt es lediglich ein paar Automaten mit Getränken und Süßigkeiten bei den Bahnsteigen, was für einen Bahnhof, bei dem laut ÖBB täglich rund 3.500 Personen ein- bzw. aussteigen, eher dürftig ist. Ein gut geführtes Café würde die Aufenthaltsqualität sicher stark erhöhen. 

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