European Lithium einigt sich mit Glock: Eingang des Abbau-Stollens wird an andere Stelle verlegtAusgabe 23 | Mittwoch, 9. Juni 2021

Der jahrelang schwelende Streit zwischen dem Abbau-Unternehmen und der Glock Gut- und Forstverwaltung GmbH ist beigelegt. Dafür wird European Lithium einen neuen Stolleneingang errichten. Glock hat auch die Option, in die Lithium-Mine einzusteigen.

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Wolfsberg. Der Lithium-Abbau auf der Koralpe hat eine wichtige Hürde genommen. Das Unternehmen European Lithium, das den Rohstoff bekanntlich im Traudi-Stollen im Gemeindegebiet von Frantschach-St. Gertraud abbauen will, hat eine Einigung mit der Glock Gut- und Forstverwaltung GmbH erzielt. Um das zu erreichen, wurde vereinbart, dass der Haupteingang der Mine vom Glockschen Besitz wegverlegt wird. European Lithium-Anwalt Christian Ragger: »Für den neuen Eingang kommen zwei Standorte in Betracht, die Verhandlungen laufen.«

Die Meinungsverschiedenheiten zwischen dem Abbau-Unternehmen und Glock hatten sich über Jahre gezogen. 2011 war ein Vertrag abgeschlossen worden, der European Lithium das Betreten des Glock-Geländes erlaubte, 2016 aber von Glock wieder zurückgezogen wurde. Darauf kam es zu einem Schiedsverfahren, das European Lithium gewann – das Verhältnis blieb dennoch gespannt. Nun ist der Streit beigelegt. Ragger: »Es gibt auch eine Option, die Glock die Gelegenheit zu einem Einstieg gibt, wenn alle Genehmigungen vorliegen. Ob sie genutzt wird, ist aber offen.«

»Für den neuen Eingang kommen zwei Standorte in Betracht, die Verhandlungen laufen«
Christian Ragger, Anwalt European Lithium

Der neue Minenausgang soll zugleich gewährleisten, dass es keine unverhältnismäßigen Eingriffe in die Natur gibt. »Wir meinen es mit dem Umweltgedanken ernst«, sagt Ragger, »weshalb auch alle unsere Fahrzeuge unter und über Tag elektrisch betrieben werden und der Transport zum Verarbeitungswerk mit der Bahn erfolgen wird.« Außerdem soll der neue Eingang so in die Landschaft eingefügt werden, dass er von der Weinebene und den dortigen touristischen Einrichtungen nicht sichtbar ist.

Laut einer Ad-hoc-Meldung des Unternehmens sind für die Erstellung der endgültigen Machbarkeitsstudie weitere Probebohrungen nötig, die für 2021/22 geplant ist. »Liegt die Studie vor, soll die Entscheidung über die Anlage des Bergbaus und den Standort für eine Produktionsstätte zur weiteren Verarbeitung fallen«, heißt es darin. Ragger sagt dazu: »Die Studie umfasst bereits jetzt 1.200 Seiten. Sie besteht aus drei Blöcken: dem technischen Teil, der abgeschlossen ist; dem wirtschaftlichen Bereich, den ein externes Unternehmen durchführt und mit dem nachgewiesen wird, wie viel Lithium im Berg. Das passiert gerade.« Nach dessen Abschluss geht European Lithium davon aus, dass innerhalb von drei Monaten eine Konzession erteilt wird. Den dritten Block bildet das Verfahren nach dem Mineralrohstoffgesetz (Anm.: kurz MinroG), das weitere neun bis zehn Monate in Anspruch nehmen wird. In der Ad-hoc-Meldung heißt es zum Produktionsstart: »Die Auffahrung des Bergbaus könnte zwischen Ende 2022 und Anfang 2023 beginnen«, ein Zeitpunkt, von dem auch Ragger ausgeht. 

Ein weiterer Brocken steht European Lithium aber noch ins Haus: Für die Produktionsstätte im Tal, deren Standort noch nicht fixiert ist, muss eine Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) durchgeführt werden.

Übrigens: Die Meldung von European Lithium geht auch indirekt auf die Auseinandersetzung mit der steirischen Gemeinde Deutschlandsberg ein, die durch den geplanten Lithium-Abbau ihr Trinkwasser bedroht sah (wir berichteten). Das Unternehmen schrieb dazu: »Gutachter haben den Nachweis erbracht, dass eine Gefährdung des Grundwassers zu keinem Zeitpunkt gegeben war, da sich das Lithiumvorkommen auf der dem Wasservorkommen abgewandten Seite des Berges befindet.«

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