Rückgang bei Firmenpleiten und Privatkonkursen im Lavanttal im ersten Quartal des Jahres 2021Ausgabe 13 | Mittwoch, 31. März 2021

Im ersten Quartal 2021 mussten im Lavanttal zwei Unternehmen – ein Minus von 50 Prozent gegenüber dem Vergleichszeitraum – Insolvenz anmelden. Bei den Privaten gab es in den ersten drei Monaten dieses Jahres acht Fälle – das ist ein Minus von 43 Prozent.

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Wolfsberg. Über Eigenantrag wurden im Lavanttal im ersten Quartal zwei Insolvenzverfahren eröffnet. Es handelt sich um die Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung des Tischlermeisters Adolf Bauer aus Bad St. Leonhard, mit Verbindlichkeiten von rund 540.000 Euro und den Physiotherapeuten Andreas Bölsche mit Verbindlichkeiten von ca. 103.000 Euro. Gläubiger stellten keine Insolvenzanträge. 

»Im Vergleich zum ersten Quartal des Vorjahrs sind um 50 Prozent weniger Firmen in die Insolvenz geschlittert. Und das, obwohl wir uns seit einem Jahr in einer massiven Gesundheits- und Wirtschaftskrise befinden«, berichtet Barbara Wiesler-Hofer Leiterin des KSV1870 Kärnten.

»Eine regelrechte Insolvenzwelle ist aus heutiger Sicht am Horizont nicht erkennbar«
Barbara Wiesler-Hofer, Leiterin KSV1870 Kärnten

Die Lage sei aber sehr prekär. Ein Grund dafür sind unter anderem die zahlreichen künstlichen Eingriffe der Bundesregierung in das Insolvenzwesen. »Je länger in finanzielle Schieflage geratene Unternehmen künstlich am Leben erhalten werden, desto größer wird der gesamte volkswirtschaftliche Schaden sein. Am Ende werden wir vermehrt Insolvenzen erleben, deren Sanierung unmöglich ist, da diese Firmen über keine werthaltigen Aktiva verfügen werden«, erklärt Wiesler-Hofer.

Vor wenigen Wochen wurden Corona-Hilfsmaßnahmen wie etwa Stundungen seitens der Bundesregierung bis 30. Juni 2021 verlängert – valide Zukunftsprognosen sind daher nahezu unmöglich. Aus heutiger Sicht geht der KSV1870 davon aus, dass die Zahl der Firmenpleiten frühestens im Herbst steigen wird. »Eine regelrechte Insolvenzwelle ist am Horizont nicht erkennbar. Wann immer die Insolvenzzahlen steigen werden, gehen wir von einer stetigen Steigerung der Firmenpleiten aus. Dieser Anstieg wird bis in die Jahre 2022 und 2023 hinreichen«, meint Wiesler-Hofer.

Rückgang bei Privaten

Einen Rückgang gab es im Bezirk Wolfsberg bei den Privatinsolvenzen. Es wurden acht Insolvenzverfahren über Privatpersonen eröffnet. »Das bedeutet einen Rückgang um 43 Prozent gegenüber den Vergleichszeitraum 2020«, berichtet Barbara Wiesler-Hofer. Die Schulden sind um 45 Prozent auf rund 0,6 Millionen Euro gesunken. »Ein Privatkonkurs entsteht nicht aufgrund eines Ereignisses, sondern ist das Ergebnis einer längeren Phase der Verschuldung. Die Corona-Krise ist aus heutiger Sicht kein Insolvenzbeschleuniger«, so Wiesler-Hofer. Obwohl die für Juli 2021 geplante und aktuell in der Begutachtungsphase befindliche Neustrukturierung der Insolvenzordnung noch nicht unter Dach und Fach ist, zeigen sich erste Auswirkungen. Ein langfristiger Ausblick ist derzeit nicht möglich. Wiesler-Hofer sagt: »Wir erwarten im zweiten Quartal 2021 einen Rückgang, da Schuldner und ihre Berater, bei der Antragstellung bis zur Umsetzung der Novellierung zögern.«

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