Aufatmen im Lavanttal: Die Arbeitslosenzahlen bewegen sich auf das Niveau vor der Krise zuAusgabe 23 | Mittwoch, 9. Juni 2021

Der Arbeitsmarkt erholt sich, die Zahlen im Bezirk Wolfsberg sind stark zurückgegangen. Aktuell sind im Lavanttal 1.158 Personen arbeitslos gemeldet. Damit befindet man sich nur knapp über den Arbeitslosenzahlen im Jahr 2019, also vor der Corona-Pandemie.

E-Mail

0 Kommentare

Meist gelesen

Unterkärntner Nachrichten Redakteur Michael Swersina Von Michael Swersina m.swersinano@spamunterkaerntner.at
Die Zahl der Arbeitslosen ist im Bezirk Wolfsberg stark rückläufig. Das freut auch Regionalstellenleiter Klaus Leopold (kl. Bild). Schwierig ist die Situation trotzdem für die über 50-Jährigen. Fotos: UN, KK

Artikel

Wolfsberg. Die Lockerungsschritte brachten auch eine Erholung des Arbeitsmarkts mit sich. Klaus Leopold, Regionalstellenleiter des AMS, sagt: »Die Arbeitslosenzahlen sind ganz stark nach unten gegangen. Wir befinden uns nur knapp über dem Niveau des Jahres 2019. Wir müssen nun immer mit 2019 vergleichen, denn im Vorjahr gab es aufgrund der Corona-Pandemie eine Ausnahmesituation mit einem gravierenden Anstieg der Arbeitslosigkeit. Nun sind wir sind aber auf einem sehr guten Weg.« Derzeit sind im Lavanttal 1.158 Personen – 580 Frauen und 578 Männer – arbeitslos gemeldet.  

Hauptsächlich von der Arbeitslosigkeit betroffen sind ältere Menschen: 532 der vorgemerkten Personen, das sind 46 Prozent, sind über 50 Jahre alt, davon zwei Drittel sogar über 55 Jahre mit geringer Qualifikation und gesundheitlichen, sowohl körperlichen als auch psychischen Vermittlungseinschränkungen.  Fast 100 Jobsuchende sind sogar über 60 Jahre alt.  

Während die Arbeitslosenzahlen gegenüber dem Vergleichszeitraum im Vorjahr grundsätzlich stark zurückgehen, gibt es bei den Langzeitarbeitslosigkeit einen starken  Anstieg. 274 Personen sind derzeit bereits seit mehr als zwölf Monaten ohne Job, das sind um 65,1 Prozent mehr als im Vorjahr.  

»Das AMS versucht, Personen rasch zu vermitteln bzw. in arbeitsmarktnahe Ausbildungen zu schicken, um die Qualifikationen der Arbeitslosen an den Bedarf der Wirtschaft anzupassen. Fast 40 Prozent aller Arbeitslosen weisen im Bezirk als höchste Ausbildung nur einen Pflichtschulabschluss auf. Dieses Potenzial gilt es für den Fachkräftebedarf zu nutzen und zu qualifizieren. Jedoch  tun sich diese Personen bei Qualifizierungsmaßnahmen oftmals schwer, da sie nicht so technikaffin sind«, sagt Leopold. 

Gestiegen ist die Zahl der offenen Stellen im Lavanttal. »Im Moment sind beim AMS 650 offene Stellen gemeldet. Gegenüber dem Vorjahr, wo wir mitten in der Krise standen, ist das ein Anstieg um 83 Prozent«, so Leopold. Gerade im Facharbeiterbereich sind derzeit noch immer zahlreiche Unternehmen auf der Suche nach qualifizierten Arbeitskräften. »Im Bau- und Baunebengewerbe und in der Gastronomie gibt es aktuell einen starken Zuwachs an freien Stellen. Aber auch die Arbeitskräfteüberlasser sind noch intensiv auf der Suche nach Mitarbeitern für die Produktion, Verpackung und im Metallbereich in ganz Österreich«, erzählt Leopold und meint weiter: »Aufgrund der großen Arbeitskräftenachfrage der Wirtschaft in vielen Bereichen können wir auch keine Einstellzusagen akzeptieren und vermitteln am Arbeitsmarkt nachgefragte Personen so rasch wie möglich weiter.«

Arbeitsmarkt und Bildung

AMS-Vorstand Johannes Kopf betont, dass in Österreich ca. 44 Prozent der arbeitslosen Personen nur eine Pflichtschulbildung haben, knapp 31 Prozent verfügen über einen Lehrabschluss. Kopf sagt: »Personen mit einem Lehrabschluss sind von Arbeitslosigkeit geringer betroffen als ohne Ausbildung und bei der Jobsuche im Vorteil. Rund 45 Prozent der in Österreich gemeldeten offenen Stellen haben im Jahr 2020 diese Qualifikation verlangt. In der Pandemie zeigt sich – wie bei allen Wirtschaftseinbrüchen der vergangenen 30 Jahre –, dass besonders Menschen mit niedriger Qualifikation betroffen sind.«

Hilfsmaßnahmen

Ab Juli sollen durch das Programm »Sprungbrett« für Langzeitarbeits-

lose durch unterstützende Beratung im Vorfeld jene Menschen, die es am Arbeitsmarkt am schwersten haben, eine bessere Chance bekommen.  

Arbeitsminister Martin Kocher dazu: »Es ist zu erwarten, dass uns die Auswirkungen der Corona-Pandemie noch einige Zeit am Arbeitsmarkt begleiten werden. Daher ist es für die Erholung des Arbeitsmarkts und den wirtschaftlichen Aufschwung entscheidend, längerfristige Maßnahmen zu setzen und Personen zu unterstützen, die es am Arbeitsmarkt besonders schwer haben.«   Genaue Informationen über das Programm sollen folgen.

0 Kommentare Kommentieren

Keine Kommentare gefunden!

Liebe Leserinnen und Leser, in diesem Kommentarbereich prüfen wir alle Beiträge, bevor sie veröffentlicht werden. Ihr Kommentar erscheint, sobald er gesichtet wurde.

Bitte melden Sie sich an, um die Beiträge zu lesen oder zu kommentieren.AnmeldenHier Registrieren