Ex-Stadtrat Mayerhofer will es in St. Andrä wissen: Wenn Bürger unterschreiben, tritt er zur Wahl anAusgabe 51 | Mittwoch, 16. Dezember 2020

Nur wenn er 300 Unterstützungserklärungen erhält, will Martin Mayerhofer mit einer eigenen Liste um den Sessel des Ortschefs kämpfen. Mit an Bord ist (vermutlich) der Grüne-Gemeinderat Drescher. Mayerhofer irritiert mit eigenwilligen Corona-Ansichten.

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St. Andrä. Er will kandidieren, überlässt die endgültige Entscheidung aber der Bevölkerung. Mit einer »eigenwilligen« Pressekonferenz meldete sich Martin Mayerhofer, früherer FPÖ-Stadtrat von St. Andrä, auf der Polit-Bühne zurück. Der Betreiber des Café »M3« möchte, dass mindestens 300 Bürger Unterstützungserklärungen am St. Andräer Gemeindeamt für seine neue Liste, die auf den Namen »Martin Mayerhofer – Team M3« hört, abgeben. Erst dann will er bei der Gemeinderats- und Bürgermeisterwahl am 28. Februar 2021 antreten. Nötig wären dafür nur 54 Erklärungen. Doch dieser Weg scheint Mayerhofer wohl zu »einfach«.

Mit an Bord könnte auch Günther Drescher sein. Mit dem derzeitigen Grüne-Gemeinderat, der sich (wie berichtet) von seiner Partei abgewandt hat, steht Mayerhofer in Verhandlungen.

»Corona ist eine geplante Sache, es wird ein Ende nehmen, Lügen haben kurze Beine.«
Martin Mayerhofer zum Thema Covid-19

Der M3-Listengründer blickte am Beginn der (streckenweise bizarren) Pressekonferenz auf seine bisherige politische Karriere zurück, die im heurigen Mai mit seinem Rücktritt als Stadtrat abrupt endete. Damals hatte Mayerhofer mit einem obszönen »Babyelefant«-Foto auf Facebook für Aufregung gesorgt. »Es war eine sarkastische, humoristische Darstellung, mit der ich der FPÖ nicht schaden wollte«, wie er jetzt sagte, die aber trotzdem zur Trennung führte. Mayerhofer deutet es heute so: »Ich wollte wissen, wer in der Fraktion zu mir stand.« Offenbar nicht viele, denn: »Mir wurde nahegelegt, den Stadtrat zurückzulegen.« 

»Fake-Pandemie«

Danach konzentrierte er sich auf das Thema Corona: Mayerhofers Aussagen erinnerten dabei manchen Zuhörer an einschlägige Verschwörungstheorien. Er sei kein Leugner, wie er betonte, »aber durch viele Recherchen habe ich mir ein breiteres Wissen erworben«. Es handle sich um eine »Fake-Pandemie«, die Maßnahmen der Regierung stünden in keinem Verhältnis dazu, was tatsächlich geschehe. Sie versuche, »mit Angst und Panik zu agieren und zu reagieren«, Corona sei »eine große, geplante Sache«. Es brauche keine Impfung, »die Pandemie wird sicher ein Ende nehmen, Lügen haben kurze Beine. Manchmal muss man nur schaben, um die Masken abzukratzen, die fallen werden.« Dann forderte Mayerhofer die Menschen auf: »Aufwachen, aufstehen, zusammenhalten!« Die Massentests brachte er in Zusammenhang mit einer ägyptischen Foltermethode, der Mundschutz sei »wie wenn man mit einem Maschendrahtzaun eine Fliege erschlagen« wolle, und so weiter ...

Erst als er über die Details seiner Kandidatur sprach, wurde es wieder sachlicher. Sollte er die angepeilten 300 Unterschriften – lieber wären ihm 500 – erreichen, ist noch immer alles offen: »Drescher könnte Spitzenkandidat werden, ich Bürgermeister-Kandidat«, sagte Mayerhofer (wobei üblicherweise beide Positionen in einer Person vereint werden). Bis 27. Dezember will er sich mit Drescher geeinigt haben, ab diesem Tag können die Bürger auch im Rathaus für die Liste unterschrieben. 

Drescher sprach erst später

Drescher, der bei der Pressekonferenz nicht sprechen wollte, meinte danach: »Unsere Ziele sind der Bürgermeister und dass das ›Team für St. Andrä‹ in den Stadtrat einzieht, wo es schon lange keine Opposition mehr gibt.« Man sehe sich als überparteiliche Plattform für selbstbewusste, liberale und verantwortungsbewusste Menschen. Drescher: »Wir sind auch eine Alternative für die Menschen, die von dieser überholten politischen Kaste, der Einheitspartei SPFPVP, die Nase voll haben.«

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