Die UN im Gespräch mit Gerhard HanschitzAusgabe | Mittwoch, 23. Januar 2019

Gerhard Hanschitz errichtete Altenheime, Gemeindezentren uvm. Nun ist er Miteigen-tümer eines Klosters.

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Erst kürzlich haben Sie in Völkermarkt ein zweites Büro eröffnet, laufen die Geschäfte so gut?

Ich kann mich nicht beklagen. Das mit dem Büro in Völkermarkt ist aber so zustande gekommen, dass der Architekt Klingbacher etwas kürzer treten und sich als freischaffender Architekt betätigen wollte. Also habe ich sein Büro und die Mitarbeiter übernommen.

Sie sind im Lavanttal bekannt geworden, da Sie gemeinsam mit DDr. Wagner einige Projekte abgewickelt haben. Wie ist es eigentlich zu dieser Zusammenarbeit gekommen?

Ich habe DDr. Wagner durch Baumeister Juri kennengelernt. Da spielte aber auch der Zufall mit. Wagner war mit der ersten Planung für das Kurbad Bad Weißenbach nicht zufrieden und hat die Planungsarbeiten neu vergeben. Und diese wurden dann von mir über Baumeister Juri abgewickelt. So habe ich DDr. Wagner kennengelernt und daraus hat sich langsam eine langfristige Zusammenarbeit entwickelt.

In dieser Zeit wurden ja viele Projekte im Lavanttal umgesetzt.

Nach dem Bad in Weißenbach haben wir einige Alten- und Pflegeheime sowie Rehazentren in ganz Kärnten gebaut. Darunter natürlich einige im Bezirk Wolfsberg, wie das Gesundheitsressort in Bad St. Leonhard oder das Altenwohn- und Pflegeheim in Frantschach.

Aber Sie waren nicht nur an Bauprojekten im Lavanttal beteiligt, sondern auch in Asien und Südamerika unterwegs. Was wurde dort alles errichtet?

Mit DDr. Wagner haben wir in Dubai ein Reha-Zentrum errichtet. Da war ich als Planer und Bauleiter tätig. Danach wollten wir auch in China einige Zentren errichten. In Shanghai haben wir im Shanghai East Hospital einen Rehatrakt gebaut. Aber danach war mit unserem Asien-Engagement leider Schluss.

Wieso denn?

Leider ist es in China so, dass man ein Projekt fertigstellt, doch dann brauchen einen die Chinesen für weitere Projekte nicht mehr. Denn sie kopieren einfach alles und haben sich ihre Zentren selbst gebaut. Damit waren wir überflüssig.

Sind Sie noch im Ausland aktiv?

Wir haben uns auch in Südamerika umgesehen, welche Möglichkeiten sich dort bieten würden und wir hatten Pläne für den Balkan. Aber nach dem Verkauf der DDr. Wagner Gruppe an SeneCura war es für mich mit den Auslandsgeschichten vorbei. Aber es reicht auch. Ich war jahrelang in Dubai und China unterwegs.

Seit kurzem sind Sie ja auch Besitzer eines Klosters inklusive Schule?

Erich Graf ist an mich herangetreten um zu schauen, welche Möglichkeiten bestehen, das Kloster bzw. die Private Neue Mittelschule in St. Andrä zu sanieren und betreiben. Erich Graf, Gerhard Oswald und ich haben daraufhin die GHO Conventus GmbH gegründet, um damit das Geäude zu erwerben. Danach wurde rund ein Jahr lang verhandelt, bis schließlich das OK von der Diözese Wien und aus Rom kam. Kurz vor dem Jahreswechsel wurden dann die entsprechenden Verträge unterschrieben.

Und wie geht es nun mit dem Kloster und der Schule weiter?

Fix ist bereits, dass das Kloster, die Schulen und der Kindergarten wie bisher nach christlichen Werten  weitergeführt und die Gebäude saniert werden. Im Kindergarten werden wir ab Herbst außerdem eine fünfte Gruppe führen. Derzeit führen wir gerade Gespräche, welche Möglichkeiten bestehen. Ende Feber, Anfang März wollen wir dann ein Gesamtkonzept präsentieren. Für die Schüler bzw. Kindergartenkinder wird sich nichts ändern. 

Sie haben in St. Andrä auch das neue Rathaus errichtet und arbeiten bereits an neuen Projekten in St. Andrä. Welche sind das? 

Ich bin bei einigen Projekten dabei, die nachhaltig sind. Beim Rathaus gehören mir zwei Geschosse und in der Klosterkogelstraße wird im nächsten Jahr ein neues Wohnhaus errichtet. Wir investieren aber nicht nur in St. Andrä, sondern auch in anderen Bundesländern. 

2016 waren Sie auch bei der Gründung der Competence Group for Clean Production beteiligt. Was hat es mit dieser Gruppe auf sich? 

Gemeinsam ist man einfach stärker. Die Competence Group for Clean Production ist eine Gruppe bestehend aus sechs Kärntner Unternehmen, davon fünf aus dem Lavanttal. Diese Kooperation ist einzigartig, es gibt keinen Neid und große und kleine Partner agieren auf Augenhöhe. Erste Projekte wurden rasch umgesetzt. Bereits Ende 2017 wurde ein Kompetenzzentrum für externe Dienstleister am Standort der Sandoz Kundl feierlich eröffnet. Durch die Zusammenarbeit ergeben sich zahlreiche Synergien und ein gewaltiges Know-how.

Werfen wir einen Blick in die Zukunft, was kommt auf uns zu?

Schauen wir mal. Ein großes Problem ist, dass viele Politiker Ängste schüren und Unsicherheit verbreiten. Wir werden die Digitalisierung mehr fördern müssen, da sind wir hinten nach. Man wird sich aber auch etwas überlegen müssen, wie man mit der Umwelt umgeht. Die Wetterereignisse werden zunehmen, darauf müssen wir uns einstellen und auch vorsorgen. Wenn man sich  nur die Niederschläge im Tal der letzten zehn Jahre ansieht, so haben sich diese verdoppelt. Wir denken das war schon alles, aber es wird noch viel schlimmer. 

Was macht ein viel beschäftigter Mann wie Sie eigentlich in seiner Freizeit? 

Die Jagd ist mittlerweile mein Haupthobby geworden. Es ist sehr schön, man ist viel in der Natur unterwegs. Aber ich muss natürlich auch dazusagen, dass ich kein Trophäenjäger bin.

Was gefällt Ihnen dann an der Jagd? Man sagt ja immer, Jägern geht es nur ums Schießen.

Für mich ist es entspannend und wie gesagt, ich liebe es in der Natur zu sein. Ich weiß, dass der Ruf der Jäger nicht gerade der beste ist. Leider schaffen wir es nicht, dass wir das, was wir tun, in die Öffentlichkeit bringen. Wer ist denn rund um die Uhr erreichbar um Fallwild zu entsorgen, das sind die Jäger. Ich habe die Jagdprüfung zunächst ja auch nur gemacht, um zu sehen, was Jäger wirklich machen. Und die Aufgaben sind umfangreich. Aber wie überall, gibt es natürlich auch bei den Jägern schwarze Schafe.

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