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Wolfsberg, Klagenfurt. Das Primärversorgungszentrum (PVE)in der Bezirkshauptstadt ist fixiert, der Vertrag wurde abgeschlossen, der Standort ist festgelegt. Das teilte Gesundheitslandesrätin Beate Prettner (SPÖ) in der Vorwoche mit.
Das Wolfsberger Zentrum wird in der St. Johanner Straße 2, dem früheren Adeg-Markt, eingerichtet (wir berichteten) und voraussichtliche Ende des Jahres eröffnen. Betreiber ist die Kabeg, der auch die Kärntner Krankenanstalten unterstellt sind. Geplant ist ein Kernteam, bestehend aus drei Allgemeinmedizinern, 2,5 diplomierte Gesundheits- und Krankenpflegern und vier Ordinationsassistenten. Das erweiterte Team wird sich mit Physiotherapie, Ergotherapie, Logopädie, Diätologie, Sozialarbeit, sowie Psychotherapie bzw. klinische Psychologie beschäftigen. Auch die Öffnungszeiten wurden bereits genannt: Montag bis Freitag von 7 bis 19 Uhr, an Samstagen von 7 bis 12 Uhr. Der einstige Supermarkt wird angemietet und vor der Eröffnung generalsaniert. Die Nähe des Standorts zum LKH Wolfsberg wird als Vorteil angegeben.
Spitäler entlasten
PVE sind wohnortnahe, multiprofessionelle Gesundheitszentren mit erweiterten Öffnungszeiten und einem breiten Leistungsspektrum. Prettner: »Sie ermöglichen eine ganzheitliche Betreuung durch Teams aus Allgemeinmedizin, Pflege, Therapie und weiteren Gesundheits- und Sozialberufen und tragen so zur Entlastung der Spitalsambulanzen bei.« Von PVE profitieren laut ihr Patienten, die Mitarbeitenden in den PVE-Teams und das gesamte Gesundheitssystem – längere Öffnungszeiten, kurze Wege und vor allem die für jüngere Mitarbeitende attraktive Teamarbeit würden bessere Versorgung und weniger Druck auf Spitäler bedeuten.
Mit den Abschlüssen nimmt der Ausbau der Primärversorgung in Kärnten Fahrt auf, wie es in einer Mitteilung des Landes heißt. Für die Primärversorgungseinheiten in Wolfsberg, Villach, Spittal und Bleiburg sind die Verträge unter Dach und Fach und damit auch die Standorte fixiert. »Ein echter Meilenstein für wohnortnahe Gesundheitsversorgung«, sagte Gesundheitslandesrätin Prettner. Der Betrieb in Spittal und Bleiburg wird voraussichtlich im Oktober 2026 aufgenommen, jener in Wolfsberg Ende 2026 und in Villach im zweiten Halbjahr 2027. Betrieben werden die Standorte in Villach und Wolfsberg von der Kabeg gemeinnützige Dienstleistungs-GmbH, in Spittal und Bleiburg von der Diakonie de La Tour.
Die vier neuen PVE bieten Öffnungszeiten von 65 Wochenstunden bzw. 60 Wochenstunden in Bleiburg und werden jeweils von multiprofessionellen Teams getragen. Für jeden Standort fließt eine Anschubfinanzierung für den Strukturaufbau vom Kärntner Gesundheitsfonds – jeweils 180.000 Euro. Eingereicht wurden auch über 16 Millionen Euro an Kosten für alle vier PVE beim Austria Wirtschaftsservice, das die EU-Fördermittel für PVE-Gründungen abwickelt – die tatsächliche Fördersumme ist derzeit noch in Prüfung.
Wer den Betrieb bezahlt
Der laufende Betrieb wird von den Sozialversicherungsträgern, dem Kärntner Gesundheitsfonds (KGF) und dem Land Kärnten finanziert. Personalkosten für Leistungen der Ärzte sowie des Kernteams trägt dabei die Sozialversicherung. Je nach eingereichtem Versorgungskonzept leisten der KGF – in den ersten vier Betriebsjahren – und in weiterer Folge KGF und Land Kärnten Zuzahlungen zu Personalkosten des multiprofessionellen Teams (etwa Physiotherapie, Sozialarbeit etc.).
Thomas Eminger, Geschäftsführer der Kabeg gemeinnützige Dienstleistungs-GmbH, informierte, dass die PVE in Villach am Standort des ehemaligen Autohauses Petschnig in der Schubertstraße 10 neu errichtet wird.
Die Diakonie de La Tour mietet sich in Spittal im »Porcia Center« am Neuen Platz 1 ein – im Kernteam sind auch hier drei Vollzeitkräfte für Allgemeinmedizin fixiert. Der PVE-Standort in Bleiburg – mit zwei Vollzeitkräften für Allgemeinmedizin – wird die ehemalige »KiK«-Filiale« am 10.-Oktober-Platz 40 sein, ebenfalls ein Mietobjekt.
Laut Georg Steiner, dem Vorsitzenden des Landesstellenausschusses der ÖGK Kärnten, wurde für die Etablierung weiterer PVE in Kärnten bereits Kontakt mit dem Gesundheitsministerium aufgenommen: »Wir sind gemeinsam mit dem Land Kärnten sehr früh aktiv, um Mittel aus dem Gesundheitsreformfonds abzuholen – sowohl für weitere Primärversorgungszentren als auch für die im Regionalen Strukturplan Gesundheit RSG 2030 fixierten Facharztambulatorien.«

Von Horst Kakl
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