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Horst Radl und Markus Baumgartner: Mit der Lederhose vom Lavanttal zur WM nach Amerika Ausgabe 24 | Mittwoch, 10. Juni 2026

Die beiden Lavanttaler Horst Radl (47) und Markus Baumgartner (38) fliegen zur Fußball-Weltmeisterschaft in die USA: Die Wolfsberger erzählen, wie aus einem Bier am Fußballplatz ein gemeinsamer Trip wurde. Fix ist das Spiel Österreich gegen Jordanien in San Francisco.

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Am 11. Juni startet die Fußball-Weltmeisterschaft in den USA, Kanada und Mexiko und Sie beide sind bei zwei Spielen in den USA live dabei. Wann haben Sie den Entschluss gefasst, zur Weltmeisterschaft zu reisen und sich die Spiele vor Ort anzusehen?
Horst Radl: Als Österreich die Qualifikation für die WM geschafft hatte, war für mich klar, ich will mir ein Spiel der Österreicher vor Ort anschauen. Ich plante dann, gemeinsam mit einigen Freunden in die USA zu fliegen, um ein Spiel der österreichischen Nationalmannschaft zusehen. Und wenn möglich, vielleicht auch noch ein weiteres WM-Spiel anzuschauen. Dann sind die Freunde aber leider abgesprungen – aufgrund der teuren Karten, der politischen Entwicklungen usw. Ich hatte sogar schon Karten für das Spiel Österreich gegen Argentinien, da kostete eine davon an die 500 Dollar. Die musste ich natürlich zurückgeben, nachdem es schien, als wäre der Trip geplatzt.

Aber dann  kam der Zufall: Ich war in St. Michael am Fußballplatz, Markus war dort Kantinenchef. Wir haben geredet, ein Bier getrunken – und plötzlich war klar: Wir fliegen.

Markus Baumgartner: Ich habe eigentlich nicht daran gedacht, mir ein WM-Spiel vor Ort anzuschauen. Ich war überrascht, als mich Horst fragte, ob ich mit zur WM in die USA möchte. Ich habe es kurz abgeklärt — und dann war es fix. Manchmal braucht es nicht mehr. Die Idee entstand bei einem Bier – wie so vieles im Lavanttal.

Kennen Sie sich schon länger oder war es das erste Aufeinandertreffen?
Baumgartner:  Wir kennen uns natürlich schon länger. Die Cousine von Horst ist meine Lebensgefährtin. 

Welche Spiele werden Sie sich anschauen?
Radl: Fix ist das Spiel Österreich gegen Jordanien am 16. Juni in San Francisco. Dafür haben wir Karten im österreichischen Fan-Sektor. Die Karten haben wir direkt über die FIFA bezogen und sie kosteten 230 Dollar pro Ticket.

Baumgartner:  Und dann wollen wir uns noch das Spiel Türkei gegen Paraguay in Los Angeles anschauen. Wir haben zwar noch keine Karten, aber das Spiel ist nicht ausverkauft, da werden wir die Karten schon noch bekommen.

Zusätzlich wollen wir das Nationalteam beim Training besuchen, der Platz ist rund 20 Kilometer von unserer Unterkunft in Los Angeles entfernt.

Wie sind die Sicherheitsvorkehrungen bei den Spielen?
Radl: Die sind natürlich schon sehr streng. Aber wir wurden ständig über die Vorschriften informiert. Wir haben von der FIFA auch bei Änderungen eine Mail erhalten. Viel darf man nicht mit ins Stadion nehmen. So sind Taschen und Flaschen verboten. Eine Fahne darf man zwar mitnehmen, aber ohne Stange. 

Wie wird Ihr Fan-Outfit für das Österreich-Spiel  aussehen?
Radl: Wir werden in Lederhosen und Österreich-Leibchen auftreten. Wir wollen ja unser Land gut repräsentieren.

Baumgartner: Ich habe ein Teamleibchen von Christoph Baumgartner, aber er fällt jetzt leider aus. Das Leibchen werde ich natürlich trotzdem tragen, dazu einen Schal und eine Österreich-Fahne.

Wie schwierig war es, Karten zu bekommen, und hat mit der Reiseplanung alles gepasst?
Radl: Das war überhaupt kein Problem und ging alles ganz schnell und problemlos. Wir haben alles selbst gebucht, die Flüge, die Unterkünfte, die Transfers usw. Auch mit der elektronischen Einreisegenehmigung (Anm.: ESTA) gab es keine Probleme.

Wie sieht Ihr Reiseplan aus?
Radl: Am 11. Juni fliegen wir von Wien direkt nach Los Angeles. Dort bleiben wir vier Tage, ehe es per Flugzeug nach San Francisco geht. Am 21. Juni fliegen wir zurück nach Österreich.

Was steht, abgesehen vom Fußball, während der Tage in den USA noch auf dem Programm?
Baumgartner: Es gibt schon noch eine Liste mit Dingen, die wir dort gerne machen würden. Dazu gehören in Los Angeles zum Beispiel ein Ausflug nach Hollywood, Beverly Hills. Und dann wollen wir uns in San Francisco Alcatraz, die Golden Gate Bridge, Chinatown und die berühmten Cable Cars anschauen.

Radl: Fußball hat zwar Priorität, aber natürlich gehört auch das Sightseeing dazu. Es ist für uns ja das erste Mal, dass wir die USA besuchen. Und vielleicht geht sich ja auch noch ein Abstecher nach Las Vegas aus.

Was erwarten Sie sich von diesem Trip zur Weltmeisterschaft?
Radl: Eine coole Reise und ein spannendes Fußballerlebnis. Ich wollte immer schon nach Amerika reisen, und das jetzt mit der Fußball-Weltmeisterschaft zu verknüpfen ist natürlich perfekt.

Was trauen Sie unserem Team bei der WM zu? 
Baumgartner:  Ich denke, dass unsere Mannschaft in der Gruppe auf dem zweiten Platz landen und danach in der K.o.-Runde gegen Spanien rausfliegen wird.

Radl: Die Gruppenphase schaffen wir auf alle Fälle. Und dann hängt natürlich alles davon ab, auf wen man trifft und wer die bessere Tagesverfassung hat. 

Wer wird Weltmeister? 
Baumgartner: Mein Tipp ist Spanien.

Radl: England wird Weltmeister werden. Aber mein Geheimfavorit ist Marokko.

Waren Sie schon bei Großereignissen und Länderspielen der Nationalmannschaft dabei? 
Baumgartner: Ich kann mich noch sehr gut an meinen ersten Länderspielbesuch erinnern. Das war 2009 in Graz gegen Schweden. Damals hat Österreich 2:0 verloren. Seither war ich bei einigen Matches der Nationalmannschaft mit dabei. 2024 bei der EM in Düsseldorf beim Spiel gegen Frankreich habe ich durch Zufall auch den Horst getroffen.  

Radl: Ja, bei der EM vor zwei Jahren haben wir uns in Düsseldorf getroffen.  Ansonsten war ich schon bei einigen Spielen des Nationalteams dabei. Bei der Eröffnung der Lavanttal-Arena am 31. Mai 1988 war ich sogar beim Vorspiel als aktiver Fußballer auf dem Platz. Ich weiß aber nicht mehr, gegen wen wir damals gespielt haben. Und so um 2005 habe ich als Teil einer Lavanttal-Auswahl gegen Ghana gespielt. Wir haben damals 1:0 gewonnen.

Welche Stationen als aktiver Fußballer haben Sie durchlaufen?
Radl: Ich war die meiste Zeit beim ATSV Wolfsberg und lange Zeit auch Kapitän der Kampfmannschaft. Daneben habe ich während meiner Karriere auch in einigen Kärntner Auswahlen gespielt. Vor 15 Jahren habe ich dann meine Karriere als Spielertrainer in Lavamünd beendet.

Baumgartner: Ich habe nie selbst aktiv Fußball bei einem Verein gespielt, war aber von Kindheitstagen an immer fußballbegeistert. Seit 2019 bin ich Nachwuchstrainer beim FC St. Michael.

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