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»SauRock«-Organisator Robert Sturm: »Wir wollen den vielen regionalen Bands eine Bühne bieten«Ausgabe 34 | Mittwoch, 19. August 2026

Mit viel Idealismus, Einsatz und ehrenamtlichen Helfern formt der Wolfsberger ein Festival, das auf 1.000 Metern Seehöhe Menschen zusammenbringt. Im Gespräch erklärt er, warum Lading der perfekte Ort für das »SauRock« ist – und was Besucher heuer erwartet.

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Wie entstand 2024 die Idee, das leerstehende Grundstück in Lading in eine Open‑Air‑Location zu verwandeln?  
Ich bin ja auch Obmann‑Stellvertreter der »StadtmacherInnen« und dort stark in Programm und Technik eingebunden. 2024 hatte ich den Wunsch, etwas zu machen, das nicht im StadtmacherInnen‑Rahmen stattfindet – ein eigenständiges Event, outdoor, mit einem anderen Charakter. Ich war auf der Suche nach einer passenden Location, aber in Wolfsberger Stadtnähe hat sich nichts ergeben. Der entscheidende Moment kam, als ich mit Stefan Stroißnig, Besitzer des Grundstücks und ein langjähriger Freund, gesprochen habe. Er stellt uns Strom, Wasser und einen großen Teil der Infrastruktur zur Verfügung. Die Location hat perfekt gepasst – landschaftlich, logistisch und atmosphärisch. So wurde 2024 der erste SauRock geboren.

Wie kamen Sie auf den Namen SauRock?  
Das ist eine Mischung aus Region und Musikrichtung: Saualm plus Rock beziehungsweise Metal ergibt SauRock. Der Name war sofort stimmig und hat den Charakter des Festivals gut eingefangen. Er ist bodenständig, regional und gleichzeitig klar in der musikalischen Ausrichtung.

Wie lief die Premiere des SauRock im Jahr 2024?  
Wir hatten vier Gruppen und einen Solisten. Ein Jahr später waren es schon fünf Bands. Besucherzahlen lagen bisher knapp unter 100 – unser Ziel ist es, heuer die 100-Gäste-Marke zu knacken. Was für viele Besucher ein Problem ist, ist die etwas abgelegene Lage. Dabei macht gerade auch die Lage den Charme der Veranstaltung aus. Und auch der Campingplatz schreckt manche ab, aber auch das prägt den Festival‑Charakter. Außerdem sind ausreichend Parkplätze vorhanden

Wie war das Feedback der Premieren-Veranstaltung?  
Überraschend positiv. Viele fanden es großartig, dass man an so einem Ort ein Konzert veranstaltet. Die Aussicht von Lading über das Lavanttal ist ein riesiger Pluspunkt. Wir hatten sogar Besucher aus anderen Bundesländern. Für uns war das ein Zeichen, dass die Idee funktioniert.

Das Festival ist nicht gewinnorientiert. Wie viel Ehrenamt steckt dahinter? 
Sehr viel. Wir machen wirklich alles selbst: Bühne bauen, Theke aufstellen, Gelände vorbereiten, Campingplatz einrichten. Der Campingplatz ist frei nutzbar, und genau dieses familiäre Flair ist uns wichtig. Wir wollen kein anonymes Großevent, sondern ein Festival, bei dem man die Leute kennt und miteinander ins Gespräch kommt.  

Wie schwierig ist die Organisation eines Festivals auf über 1.000 Metern Seehöhe? 
Logistisch ist es enorm schwierig. Getränke, Essen, Technik, Bühne – alles muss auf den Berg. Zum Glück haben wir großartige Helfer. Patrik Scharf ist unser Logistiker, ein absoluter Profi, der das alles im Griff hat. Ohne ihn wäre das Festival in dieser Form nicht machbar.

Was sind Ihre größten Sorgen?  
Die größte Sorge war immer: Kommt überhaupt jemand? Das ist bei kleinen Festivals oft die größte Hürde. Und natürlich auch das Wetter, denn es gibt bei uns keinen Innenbereich.

Wie viele Mitglieder hat der Verein Out of the Box und wie kamen Sie auf diesen Namen?
Im Verein Out of the Box sind wir mit Helfern derzeit neun Leute, die aktiv mitarbeiten. Das heißt Personen, die das Gelände aufbauen, wegräumen, Verpflegung ausgeben usw. Der Name des Vereins kommt vom Grundgedanken, etwas Unkonventionelles, außerhalb der Box, zu machen. Do‑it‑Yourself, aber mit Anspruch. Das war für uns ein starker Titel.

Was erwartet die Besucher bei der heurigen Auflage am 29. August?  
Ein sehr regionales Programm: River’s Silhouette, Dust to Dust und Furiosi Quantum kommen direkt aus dem Tal. Dazu zwei Bands aus Klagenfurt – Sort of Odd und Flavor Amp. Musikalisch wird es eine breite Mischung aus Metal, Hardcore und Punk Rock. Das Festival findet heuer am 29. August statt, Einlass ist ab 18 Uhr. Camper können schon früher kommen. Geplant ist das Programm bis etwa 1 Uhr früh. Wir wollen den Leuten einen intensiven, aber kompakten Abend bieten.

Wie finanzieren Sie das Festival?  
Hauptsächlich durch Förderungen des Landes Kärnten und durch Werbepartner wie die Raiffeisenbank sowie durch den Kartenverkauf und den Verkauf der Getränke und Imbisse.

Wie funktioniert die Zusammenarbeit mit den Behörden?  
Sehr unkompliziert. Alles ist reibungslos abgelaufen.

Was macht für Sie den besonderen Spirit des SauRock aus? 
Mich fasziniert der Platz in Lading. Der hat seine eigene Energie. Und dann die Mischung der Generationen – junge Metal‑Fans neben älteren Besucherinnen und Besuchern, die einfach die Atmosphäre genießen. Das merkt man besonders beim Jazz & Chess, unserer zweiten Veranstaltung, die wir gemeinsam mit der IG Schach und Roman Wohofsky entwickelt haben und die heuer am 20. Juni über die Bühne ging. Musik und Schach – das funktioniert erstaunlich gut und bringt ganz andere Menschen zusammen.

Gibt es neben dem SauRock und Jazz & Chess noch weitere Events von Out of the Box? 
Ja, wir hatten bereits zwei elektronische Veranstaltungen mit dem Electric Dance Circle und einmal das SauRave mit Kärntner DJs. Auch diese Veranstaltungen waren in Lading.  

Welche Vision verfolgen Sie mit dem Verein?  Wir wo
llen den vielen regionalen Bands eine Bühne bieten, um bekannter zu werden. Das war immer der Grundgedanke. Und wir wünschen uns, dass sich die Veranstaltungen gut entwickeln und das SauRock zu einem Fixtermin wird. Die größte Herausforderung bleibt die Reichweite. Aber Werbung ist für uns schwierig, weil wir sie kaum finanzieren können. Wir setzen stark auf Online‑Kanäle, dort ist aber die Reichweite limitiert, wenn man nicht bezahlt. Umso schöner, dass das Festival trotzdem gut angenommen wird.

Welche Musik hören Sie privat?  
Ich lege mich nicht fest. Rock und Metal, Techno, elektronische Musik, Jazz – im Kunstbereich sollte man sich nicht zu sehr einschränken. Offenheit ist wichtig, sonst verpasst man viel.

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