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Frantschach-St. Gertraud. Jetzt ist klar, warum der Kamper Energielandwirt Franz Dorner, Mitbesitzer des in Bau befindlichen Windparks Bärofen, zuletzt mit dem Bürgermeister von Frantschach-St. Gertraud, Günther Vallant, vor dem »Wolfstein« beim Wildbachsattel auf der Handalm posierte (siehe UN34/2026): Das Denkmal, das an den – damals – letzten Wolf im Lavanttal erinnert, wurde zuletzt versetzt. Es befindet sich nun etwa 50 Meter von seinem ursprünglichen Ort entfernt.
Wer den »Wolfstein« beim Wandertag zum Windpark am 13. September einen Besuch abstatten wollte, muss sich jetzt in Geduld üben: Die Veranstaltung wurde abgesagt und soll nachgeholt werden.
Wie es zur Verrückung des Denkmals kam, erklärt Dorner so: »Im Zuge der Schaffung von Zufahrtswegen für die Windräder, musste der ›Wolfstein‹ versetzt werden.« Vor einigen Wochen wurde er nach Rücksprache mit den Grundstückseigentümern, der Familie Auersperg, »nur wenige Meter neben der ursprünglichen Stelle wieder aufgestellt«, so Dorner. Er versichert, dass der Stein an seinem neuen Platz genauso gut sichtbar ist wie zuvor.
Der »Wolfstein« trägt diese Inschrift: »Bauernschrecks Ende. Am 4. März 1914 durch den gräflichen Henckel’schen Jäger Paul Steinbauer.« Die Geschichte dahinter erzählt eine Tafel neben dem Denkmal, die von der Gemeinde Frantschach-St. Gertraud aufgestellt und jetzt ebenfalls versetzt wurde.
Schwerer Schaden
1913 war ein »kapitaler« Wolf, der sogenannte »Bauernschreck«, vom Balkan auf die Koralpe »eingewechselt«, der den örtlichen Bauern schweren Schaden zufügte. Zahlreiche Schafe und Rinder soll er gerissen haben. Dem machte am 4. März 1914 der Henckel-Donnersmarck’sche Oberförster Paul Steinbauer ein Ende: An diesem Tag erlegte er den Wolf. An der Abschussstelle wurde der »Wolfstein« errichtet, das ausgestopfte Tier ist heute im Museum im Lavanthaus zu sehen.
Das Denkmal wurde 2010 von der Gemeinde Frantschach-St. Gertraud revitalisiert und mit der Hinweistafel versehen. Letztere ist mittlerweile ebenfalls in die Jahre gekommen und soll in Bälde durch eine neue ersetzt werden.
Laut der Legende zog der Wolf eine wahre Blutspur durch das Gebiet: Der erste Angriffe erfolgte im Juni 1913 auf der Stubalpe. Bis 4. September 1913 soll der Wolf 94 Rinder und 380 Schafe gerissen haben, dazu sei die Region weitgehend »wildleer« gewesen. Der Fall erregte so viel Aufmerksamkeit, dass sämtliche Zeitungen der k.u.k-Monarchie Redakteure in das »Raubtiergebiet« schickten, um keine Sensation zu versäumen.
Kein Wandertag
Abgesagt wurde in der Vorwoche der für Sonntag, 13. September, vom Anlagen-Errichter »Püspök« organisierte Windpark-Wandertag zu den Windrädern am Bär-ofen. Dorner: »Es gab zu viele Anmeldungen, der Windpark befindet sich noch im Bau, wir hätten angesichts der vielen Wanderer Sicherheitsmaßnahmen treffen müssen, die sich so schnell nicht umsetzen lassen.« Dorner verspricht, dass der Wandertag nachgeholt und ein neuer Termin bekanntgegeben wird.

Von Horst Kakl
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