Wolfsberg bietet sieben Gemeindehäuser zum Verkauf an – Mieter sollen weiter bleiben dürfenAusgabe 47 | Mittwoch, 20. November 2019

Betroffen sind die voll vermieteten Wohnhäuser im Mauerweg 2 bis 14. Für das größte Gebäude samt 3.372 Quadratmeter Grund wird ein Mindestgebot von 550.000 Euro gefordert, die übrigen sechs Häuser sind ab 360.000 Euro zu haben. Mieten sollen nicht ansteigen.

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Wolfsberg. Einen ungewöhnlichen »Test« startet jetzt die Bezirkshauptstadt. Sie versucht, sieben ihrer Mietshäuser – ein Einzel- und drei Doppelgebäude – zu verkaufen. Mit ihnen sollen auch die Bewohner weitergereicht werden, denn sämtliche Wohnungen sind vermietet.

»Es ist nicht unüblich, dass eine Gemeinde Gebäude verkaufen will, die in die Jahre gekommen sind«, sagt der für Wohnungen zuständige Wolfsberger Vizebürgermeister Ewald Mauritsch (SPÖ). »Wir wollen ausloten, ob es dafür Interessenten gibt.«

Betroffen sind die Gebäude im Mauerweg mit den Nummern 2 bis 14. Kaufwillige haben bis 20. Jänner 2020 Zeit, ihre Angebote an die Wiener Rechtsanwälte Stolitzka und Partner am Kärntner Ring zu senden. Der Mindestkaufpreis für das Haus Mauerweg 2 beträgt 550.000 Euro (zuzüglich 20 Prozent Umsatzsteuer), die drei Doppelgebäude mit den Nummern 4 bis 14 sind allesamt um mindestens 360.000 Euro zu haben. Der Meistbietende erhält den Zuschlag.

»Es ist nicht unüblich, dass eine Gemeinde Häuser verkaufen will, die in die Jahre gekommen sind«
Ewald Mauritsch, Vizebürgermeister Wolfsberg

Mauritsch zu den einzelnen Immobilien: »Insgesamt handelt es sich um 30 Wohnungen. Mauerweg 2 hat sechs Wohneinheiten und wurde 1956 gebaut. Hier ist der Preis höher, weil das Haus auf einem 3.372 Quadratmeter großen Grundstück steht. Die drei Doppelhäuser im Mauerweg 4 bis 14 haben je vier Wohneinheiten und wurden vor 1938 erbaut. Alle Gebäude sind sanierungsbedürftig.« Darüber hinaus besitzen sie keine Fernwärmeanschlüsse, der Einbau von Liften ist nicht möglich, da die Breite der Stiegenhäuser nicht heutigen Standards und Vorschriften entspricht. 

Mieter dürfen bleiben

Auf die Frage, ob die Rechte der Mieter weiter garantiert sind, sagt der Vizebürgermeister: »Selbstverständlich. Es ist eine Grundbedingung, dass die Menschen, die zurzeit in den Häusern wohnen, dort bleiben dürfen.« Tatsächlich heißt es in den Verkaufsunterlagen, die auf der Homepage der Stadt Wolfsberg einzusehen sind: »Die bestehenden Mietverhältnisse sind zu übernehmen.«

Auch die derzeitige Höhe der Mieten soll unverändert bleiben. »Außer, es werden Sanierungsmaßnahmen durchgeführt. Dann steigt der Standard und die Mieten können auch gesteigert werden«, so Mauritsch.

Um nicht kurzfristige Spekulationsobjekte zu schaffen, heißt es in der Ausschreibung zum Haus  Mauerweg 2 unter »Sonstige Bedingungen«: »Der Käufer ist verpflichtet, das Grundstück zumindest für die Dauer von zehn Jahren in seinem ausschließlichen Eigentum zu behalten. Für diese Zwecke wird zugunsten der Verkäuferin (Anm.: der Stadt Wolfsberg) ein vertragliches und grundbücherlich sicherzustellendes Wiederkaufsrecht auf die Dauer von zehn Jahren zum Preis von 550.000 Euro zuzüglich 20 Prozent Umsatzsteuer eingeräumt.« Auf dieses Wiederkaufsrecht will die Stadt nur dann verzichten, wenn der neue Besitzer Wohnungseigentum schafft und die Unterkünfte an die jetzigen Mieter  verkauft.

Laut dem Vizebürgermeister wurden in Wolfsberg zuletzt im Jahr 2000 Gemeindehäuser gebaut. Zurzeit gibt es 1.943 Wohnungen von Wohnbaugesellschaften und 436 Wohnungen in Gemeindebesitz. »Insgesamt verfügt Wolfsberg über 3.289 Wohnungen«, sagt Mauritsch. Während anderswo Wohnraum rar wie Einhörner sind, hat Wolfsberg keine diesbezüglichen Probleme. »Freie Wohnungen sind immer und für jede Geldbörse vorhanden. Auch bei dringendem Bedarf haben wir immer etwas frei«, sagt Mauritsch.

70 freie Wohnungen

Er übertreibt nicht. Auf der Homepage der Stadt waren zuletzt (Stand: 13. November 2019) nicht weniger als 70 freie Mietwohnungen zu finden. Das Angebot reichte von 107,6 Quadratmeter um 929,14 Euro Miete bis zu 36,3 Quadratmeter um 190,29 Euro – freilich ohne Heizung. 

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