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Lavanttal. Mit (mehr oder weniger) »neuen« Nachrichten versuchen Internet-Betrüger den Menschen das Geld aus der Tasche zu ziehen. Auch im Lavanttal landeten zuletzt Mails in den Posteingängen vieler Computer, in denen darauf hingewiesen wurde, dass eine namentlich genannte Person die Facebook-Seite des Angeschriebenen gemeldet hätte. Oder dass man ohne gültige Vignette auf der Autobahn erwischt worden sei. In beiden Fällen wollen die Hintermänner den Menschen Daten entlocken, die danach missbräuchlich verwendet werden.
Benachrichtigungen beider »Sorten« erreichten auch ein E-Mail-Konto der Unterkärntner Nachrichten. Im ersten Fall gaben sich die Betrüger als »Service-Team« des Autobahnerhalters Asfinag aus. Im Schreiben hieß es: »Bei unserer letzten automatisierten Routinekontrolle wurde leider festgestellt, dass für Ihr Fahrzeug zum Zeitpunkt der Autobahnnutzung keine gültige Digitale (!) Vignette in unserem Zentralregister hinterlegt war.« Eigentlich werde nun eine Ersatzmaut von 120 Euro fällig. »Da wir solche Fälle jedoch möglichst unbürokratisch klären möchten«, schrieben die Kriminellen, werde »aus Kulanz eine Frist von 48 Stunden« gewährt, »um eine rückwirkende 10-Tages-Vignette für nur 12,36 Euro zu erwerben«. Dafür soll ein eingefügter Link angeklickt werden.
Die Angaben im Mail stimmen hinten und vorne nicht. Zum einen beträgt die Ersatzmaut nicht mehr 120 Euro: Seit heuer werden für Pkw 200 Euro fällig. Dazu kostet eine Zehn-Tages-Vignette für Autos nun 12,80 Euro.
Auch der Asfinag sind die falschen Mails bekannt. Auf der Homepage des Autobahnerhalters wurde zuletzt eine Warnung veröffentlicht: »Diese Mails sind gefälscht, mit betrügerischer Absicht erstellt worden und stehen in keiner Weise in einem Zusammenhang mit der Asfinag.«
»Diese Mails stehen in keiner Weise im Zusammenhang mit der Asfinag«
Das Unternehmen warnt auf seiner Homepage
Wer den Link zur vermeintlichen Bezahlung anklickt, landet auf einer Seite, auf der versucht wird, »persönliche Daten wie Kreditkartendaten betrügerisch abzurufen bzw. noch höhere Beträge dann abzubuchen«, informiert die Asfinag. Das Unternehmen weist »mit Nachdruck darauf hin, dass die im Mail angegebene Summe untypisch ist. Die Asfinag versucht, im Rahmen der zur Verfügung stehenden Möglichkeiten auch technische Maßnahmen zu setzen, um gegen die im Mail enthaltenen Links aktiv vorzugehen.«
Das falsche Facebook-Mail
Während das Vignetten-Mail recht leicht als Betrugsversuch erkennbar ist, erweist sich das gefälschte Facebook-Mail als wesentlich heimtückischer. Als Absender ist eine Facebook-Adresse zu lesen, unter der lakonisch mitgeteilt wird: »XX (Anm.: Name einer weiblichen Person) hat ihre Facebook-Seite gemeldet.«
Der erste Gedanke des Empfängers: »Facebook wird mich sperren. Warum?« Und beinahe automatisch und ohne Nachdenken wird der Link »Gemeldeten Inhalt anzeigen« geklickt – ein Fehler.
Denn nun erscheint eine gefälschte Seite, die wie der Facebook-Login-Bereich aussieht. Wer nun seine Zugangsdaten eingibt, hat sie den Kriminellen verraten. Das eigene Konto kann übernommen und für weitere Betrügereien verwendet werden.
Um sich vor solchen Angriffen zu schützen, sollte die Mail-Adresse geprüft werden, die bei Facebook immer auf ».com« endet. Dazu fragt das Unternehmen in E-Mails nicht nach dem Passwort.
Dieser Facebook-Trick wurde von Betrügern bereits vor einigen Jahren angewendet und wird derzeit offenbar »aufgewärmt«. Er spielt mit der Angst der Menschen, von der Internet-Plattform gesperrt zu werden, was viele unbedingt vermeiden wollen.

Von Unterkärntner Nachrichten Redaktion
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