Bürgerinitiative für windradfreies Lavanttal braucht »Kohle« für den Kampf gegen den Bärofen-WindparkAusgabe 28 | Mittwoch, 14. Juli 2021

Die Eingabe beim Bundesverwaltungsgerichtshof kostete 3.500 Euro, noch einmal so viel wird gebraucht, um im Verfahren dabei sein zu können. Die Initiative hat Sponsor in Aussicht. Windpark-Mitinitiator Dorner glaubt, Gericht werde für Windräder entscheiden.

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Unterkärntner Nachrichten Redakteur Horst Kakl Von Horst Kakl kaklno@spamunterkaerntner.at
Bärofen-Mitinitiator Franz Dorner (l.) ist vom Sieg überzeugt. Robert Gritsch (Bild r., ganz rechts) ebenfalls. Seine Initiative braucht jetzt Geld für das weitere Verfahren. UN

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Wolfsberg. Man macht sich darüber keine Gedanken. Trotzdem ist klar: Private Gruppen benötigen für ihre Kämpfe gegen Vorhaben, die sie verhindern wollen, finanzielle Mittel. So geht es auch der »Bürgerinitiative für ein windradfreies Lavanttal«, die sich gegen sämtliche Windräder im Tal, speziell aber gegen den Windpark Bärofen richtet. Bei ihr wurde jetzt das Geld knapp. 

»Ich bin zuversichtlich, dass wir das Geld bekommen werden, um im Verfahren dabei zu sein«
Robert Gritsch, Sprecher der Bürgerinitiative

In einem E-Mail machte die Initiative zuletzt auf die Situation aufmerksam. Darin stand zu lesen: »Wir haben mit Hilfe eines Rechtsanwalts eine Eingabe beim Bundesverwaltungsgericht gegen die Errichtung der Windkraftanlagen am Bärofen gemacht. Durch die Kosten von 3.500 Euro ist unser Konto derzeit leer. Wenn wir uns beim Verfahren vertreten lassen wollen, brauchen wir mindestens noch einmal soviel, wenn nicht mehr.« Daher wurden Mitstreiter und Sympathisanten »dringend« um finanzielle Unterstützung ersucht.

Sponsor in petto

Robert Gritsch, Sprecher der Bürgerinitiative, meinte auf die Frage, ob genügend Mittel aufgebracht werden konnten: »Das ist im Laufen. Wir haben unseren Bekanntenkreis angeschrieben, ich kann noch nicht sagen, ob genug Geld zusammen gekommen ist. Wir haben aber auch einen Sponsor in petto.« Um wen es sich handelt, verrät Gritsch nicht.

Und wie finanzierte sich die Initiative bisher? Gritsch: »Wir haben noch nicht viel Geld gebraucht. Wir wurden von anderen Organisation, etwa Birdlife, unterstützt, indem wir Eingaben parallel machten.« Die Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht gegen den Windpark Bärofen wurde mit Spenden bezahlt. 

Der Sprecher ist »zuversichtlich, dass wir das nun benötigte Geld bekommen werden«, um im Verfahren weiterhin dabei zu sein. Und: »Wir kämpfen sicher weiter.«

Wie berichtet setzt sich die »Bürgerinitiative für ein windradfreies Lavanttal« seit langem gegen die acht geplanten Windräder  am Bärofen ein, die vom Kamper Landwirt Franz Dorner mitinitiiert wurden und von der Firma Ecowind gebaut werden sollen. Bei der mündlichen Verhandlung zur Erteilung der Genehmigung der Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) im Vorjahr in Frantschach-St. Gertraud brachte auch die Initiative mehrere Einwände gegen das Projekt vor. Am 21. April gab die Kärntner Landesregierung dem Windpark trotzdem grünes Licht, die UVP war bestanden.

Der weitere Ablauf

Darauf wandten sich die Bärofen-Gegner mit weiteren Windrad-Widersachern an das Bundesverwaltungsgericht, wo der Fall jetzt bearbeitet wird. Abermals werden Sachverständige die Ergebnisse der Umweltverträglichkeitsprüfung durchleuchten.

Der Zeitplan sieht so aus: Nach der Entscheidung des Landesregierung musste eine einmonatige Einspruchsfrist eingehalten werden, danach wanderte die Causa zum Bundesverwaltungsgericht. Der hat nun sechs Monate Zeit, um einen Spruch zu fällen. Erwartet wird, dass es Ende 2021, Anfang 2022 so weit sein wird. Aber: Auch danach können beide Seite Rechtsmittel beim Verwaltungsgerichtshof ergreifen. 

Mitinitiator Dorner: »Ich bin optimistisch, dass wir beim Bundesverwaltungsgericht Erfolg haben werden. Die Amtssachverständigen der Landesregierung haben uns für das UVP-Prüfverfahren alles abverlangt. Wir haben geliefert, und so stehen sie voll hinter dem Projekt, auch was die Gesundheitsuntersuchungen betrifft mit Amtsärztin Elisabeth Hipfl von der BH Wolfsberg. Niemand kann mehr die Beamtenschaft kritisieren. Für die jahrelangen Verzögerungen gibt es andere Ursachen, etwa die Bürgerinitiativen.«

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