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Jerome Weilguni von »Pain Is«: Einblicke in Musik, Emotionen, Verluste und Geschichte der BandAusgabe 16 | Mittwoch, 17. April 2024

Am 19. April erscheint die neue Single der Lavanttaler Band »Pain Is«. Die Unterkärntner Nachrichten sprachen mit Sänger Jerome Weilguni über die Arbeiten und den Hintergrund zur Single »Suicide«, Erfolge der Metal-Rock-Groove-Band und wie sie 22 Jahre erfolgreich blieben.

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Am 19. April kommt eure neue Singleauskopplung »Suicide«. Worum geht es dabei? 
Bei dem Titel geht es um jemanden, der wie ein Bruder für mich war und den ich vor Jahren durch Suizid verloren habe. Im Nachhinein fragt man sich dann, was wäre gewesen, wenn jemand zur Stelle gewesen wäre, als er Hilfe benötigte. Es ist ein sehr emotionaler Song und spiegelt die Gedanken wider, die mich beschäftigt haben.

Wir möchten damit aber auch eine Message verbreiten: Wenn man im Bekannten- oder Freundeskreis oder der Familie jemanden hat, der gefährdet ist, gibt es viele Möglichkeiten diese Person zu unterstützen. Oftmals reicht schon ein offenes Ohr und für diese Person da zu sein, um ihn von seinen Selbstmordgedanken abzubringen. Den Song aufzunehmen war für mich nicht sehr leicht, das hat mich emotional schon sehr mitgenommen. Da braucht man einen guten Produzenten, der einem hilft, damit man im Studio dann richtig funktioniert. Den haben wir zum Glück in Mike Wolff von melonFM gefunden.

Ihr habt dazu auch ein aufwendiges Video produziert. Wer hat das für euch gemacht?
Wir haben diesmal mit einem neuen Produzententeam gearbeitet, und zwar mit Patricia Koppenberger und Philipp Lion von der  Foto- und Filmwerk OG aus Oberösterreich. Gedreht wurde in der Steiermark in einem Haus, das wir von einem Freund für die Dreharbeiten anmieteten. Dort waren die Dreharbeiten für die Story des Videos. Unsere Performance wurde im Orpheum im Graz aufgenommen. 

Wie lange hat es gedauert, das Video zu produzieren ?
Mit den Vorbereitungsarbeiten, den Dreharbeiten und der Post-Production wurde an die drei Monate daran gearbeitet. Wir haben bereits 2023 mit den Vorbereitungen begonnen. Es gab dann ein großes Casting für die Rollen der vier Protagonisten. Dafür hatten wir über 100 Bewerber.

»Den Song aufzunehmen war für mich nicht leicht, das hat mich emotional sehr mitgenommen«
Jerome Weilguni, Sänger »Pain Is«

Wer hat das Drehbuch geschrieben?
Das Drehbuch habe ich anfangs alleine geschrieben. Philipp und Patricia haben dann geholfen, es zu verfeinern.

Seit wann gibt es »Pain Is« und wer hat die Band gegründet? 
2002 wurde die Band gegründet und sie besteht seither aus mir als Sänger, Carmen Mayer (MaC) am Bass, Thomas Goriup (Tom Steam) auf der Gitarre und Stefan Tuller (Steve T) als Drummer.

Wie seid Ihr auf den Namen »Pain Is« gekommen?
Uns war es wichtig, das Publikum emotional abzuholen. Und Schmerz ist eine Emotion, die jeden betrifft. Ursprünglich hatten wir als Namen »Schmerz ist ...« geplant, da hätte dann jeder seinen eigenen Schmerz einfügen können. Aber letztendlich hat sich daraus »Pain Is« ergeben. 

Wie würden Sie den Musikstil von »Pain Is« definieren?  
Wir lassen uns ungern in eine Schublade stecken. Wenn man eine Definition braucht, würde ich sagen, dass es sich um Pain Core handelt. Es ist eine Mischung aus Metal, Rock und Groove.  

Warum haben Sie sich für diesen  Stil entschieden?
Jedes Bandmitglied hat bereits in seiner Jugend die Metal- und Rockrichtung für sich entdeckt. Das ist einfach unsere Ausdrucksweise und unser Ventil. Wir möchten damit zeigen, dass es in Österreich nicht nur gute Schlager- und Volksmusiker gibt, sondern durchaus auch viele respektable Musiker in anderen Genres.

Ihr seid mittlerweile seit 22 Jahren aktiv. Wie hat sich euer Musikstil geändert?
Wir haben uns natürlich weiterentwickelt. Es gibt bei uns immer wieder etwas Neues und kein Album, bei dem wir uns nicht selbst herausgefordert haben. Wir wollen mit jedem Album einen Schritt weiter gehen. Aber wichtig ist, dass man als Musiker authentisch bleibt. Sobald man versucht, künstlich etwas zu sein, kommt das beim Publikum nicht gut an. Pain is the Core of the four. (Anm.: Schmerz ist der Kern der Vier.)

Wer schreibt und komponiert?
Die Texte mache ausschließlich ich. Die Komposition und das Arrangement machen wir alle gemeinsam. Unterstützung beim Songwriting im Studio bekommen wir auch noch von unserem Produzenten Mike Wolff.

Wie viele Songs haben Sie bereits geschrieben bzw. wie viele Alben wurde mittlerweile veröffentlicht?  
Wir haben 44 Song und sechs Alben herausgebracht. 

Ihr seid schon bei großen Festivals dabei gewesen, wie zum Beispiel in Wacken. Wo noch?
Das größte Festival, bei dem wir auf der Bühne standen, war sicher das Wacken Open Air in Deutschland. Aber auch beim Nova Rock und dem Donauinselfestival hatten wir bereits Auftritte. Wir sind neben den großen aber auch schon bei vielen kleineren Festivals aufgetreten. Für mich ist jeder Auftritt etwas Spezielles. Wenn man merkt, dass man mit dem Publikum harmoniert und es mitnimmt – das ist das schönste Gefühl für einen Musiker.

Was waren die Highlights?
Jedes Konzert ist ein Höhepunkt. Natürlich sind große Festivals wie Wacken und Nova Rock etwas Besonderes. Man trifft dort seine Idole, wie Iron Maiden und Motörhead, sitzt mit ihnen im Backstagebereich und unterhält sich. Das sind schon schöne Erlebnisse. 

Wo war »Pain Is« tourmäßig überall unterwegs?   
Wir waren natürlich schon in Österreich auf Tournee. Wir haben uns aber auch ins Ausland gewagt und waren in der Schweiz, Deutschland, Großbritannien, Italien und Spanien unterwegs.

Sie und Ihre Bandkollegen haben alle einen Brotberuf. Wie bringt man Job, Familien, Proben, Auftritte usw. unter einen Hut?
Jeder von uns opfert seine gesamte Freizeit für die Band. Das ist der einzige Weg, wie es funktioniert. Aber es ist für uns alle eine Herzenssache, und da nimmt man das in Kauf und schafft es auch. 

Welche Pläne gibt es  für die Zukunft?
Im April ist der Auftakt für eine Tour mit der neuen Single und dem Album »Cot4«. Da werden wir europaweit auf Tournee sein und zahlreiche Konzerte spielen. Nächstes Jahr möchten wir dann eine weitere Single mit Video herausbringen.

Wann spielt Ihr wieder einmal im Lavanttal?
Nachdem im Tal bzw. in Kärnten die Festivals sehr rar gesät sind, kann es noch einige Zeit dauern. Unser nähester Auftrittsort ist Graz, da sind wir zwei Mal im Jahr.

Welche Musik hören Sie privat?
Ich bin eigentlich offen für alle Musikrichtungen. Ich höre privat natürlich nicht nur Metal, sondern alles quer durch die Bank. Mir gefallen auch Piano- und Orchester-Konzerte. 

// zur Person
Jerome Weilguni (44) wurde in  Wolfsberg geboren. Aufgewachsen ist er in Ettendorf. Nach der Pflichtschule absolvierte Weilguni eine Lehre zum Bürokaufmann. Hauptberuflich ist er heute Global Category Manager ICT bei einem Unternehmen in der Steiermark, wo er auch seit 2012 lebt. Infos zur Band gibt es auf www.pain-is.net, www.facebook.com/PainIs1 und auf dem Youtube-Channel der Band.

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