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St. Andrä. Es sind nur wenige Meter vom Neubau bis zur Hauptleitung unter der Römerstraße – trotzdem ist es ein Meilenstein: In St. Andrä wurde am Montag, 18. Mai, die Verlegung des tausendsten Kilometers Fernwärmetrasse der Kelag Energie & Wärme in Österreich gefeiert. Angeschlossen wird ein Wohnhaus, das das Kärntner Siedlungswerk mitten in der Bischofsstadt baut und in dem 24 geförderte Mietwohnungen entstehen.
Es war die Rückkehr zum Ausgangspunkt, denn hier entstand vor 37 Jahren auch der erste Fernwärme-Kilometer: Im November 1989 nahm die Kelag die erste Ausbaustufe des Fernwärmenetzes St. Andrä in Betrieb – damals ein Pilotprojekt. Gemeinsam mit der damaligen ÖDK errichtet, umfasste das Netz 7,5 Kilometer, etwa 200 Kunden hatten Fernwärmelieferverträge mit der Kelag vereinbart. Die Wärme stammte aus dem Dampfkraftwerk St. Andrä und aus zwei Biomassekesseln.
Heute umfasst das Kärntner Kelag-Fernwärmenetz etwa 330 Kilometer, in St. Andrä ist es rund 20 Kilometer lang, etwa 400 Gebäude sind angeschlossen. Geliefert werden pro Jahr 16 Millionen Kilowattstunden Wärme, der Bedarf von 3.200 Wohnungen.
Netze werden verbunden
Und es geht weiter. Adolf Melcher, Sprecher der Geschäftsführung der Kelag Energie & Wärme, sagte bei der Feier: »Wir arbeiten am Projekt der Fernwärmetransportleitung zwischen den Netzen in St. Andrä und Wolfsberg/Frantschach-St. Gertraud (Anm.: wir berichteten). Nach der Inbetriebnahme im Jahr 2027 können wir beide Netze energiewirtschaftlich optimieren und die Sicherheit der Versorgung in beiden Netzen weiter erhöhen.« Auch das Fernwärmenetz in St. Andrä wird weiter ausgebaut, das Energie-Unternehmen sieht bis 2040 ein zusätzliches Absatzpotenzial von rund fünf Millionen Kilowattstunden.
Laut Kelag-Vorstand Reinhard Draxler ist die Kelag Energie & Wärme heute der größte österreichweit tätige Fernwärmeanbieter auf der Basis von industrieller Abwärme und Biomasse und damit die Nummer Zwei auf dem österreichischen Fernwärmemarkt. »Wir betreiben 89 Fernwärmenetze und rund 900 Heizzentralen in ganz Österreich, liefern rund zwei Milliarden Kilowattstunden Fernwärme und beschäftigen knapp 300 Mitarbeiter«, sagte Draxler.
Zwei Väter waren dabei
Die St. Andräer Bürgermeisterin Maria Knauder schwelgte in Erinnerungen und erzählte von ihrem Vater, der als ÖDK-Bediensteter beim Bau des damaligen Fernwärmenetzes mitarbeitete. »Mein Vater war auch bei der ÖDK«, legte der aus St. Andrä stammende Landeshauptmann Daniel Fellner nach: Max Fellner brachte den Bewohnern die Fernwärme näher und sorgte dafür, dass sich etliche ans Netz anschließen ließen.
Fellner und Knauder betonten aber auch die Wichtigkeit der Fernwärme als nachhaltige Heizmöglichkeit, besonders in der derzeitigen Energiekrise. Stefan Konecny, Geschäftsführer des Kärntner Siedlungswerks, sagte: »Eine verlässliche und nachhaltige Energieversorgung ist heute ein zentraler Bestandteil zukunftsfähiger Wohnbauprojekte.« Übrigens: Vier Wohnungen im Erdgeschoß des Römerstraßen-Projekts werden mit dem Hilfswerk Kärnten als voll betreute Wohneinheiten für jüngere Menschen mit Beeinträchtigung, die nicht selbstständig leben können, umgesetzt.

Von Horst Kakl
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