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Koralmbahn: Frust beim Umsteigen in St. Paul – bis zu einer Stunde WartezeitAusgabe 31 | Mittwoch, 29. Juli 2026

Zwischen Klagenfurt und Graz läuft vieles rund, doch die Anbindung im Lavanttal bleibt ein Problem. Wochenendzüge verpassen Anschlüsse, Busse fahren selten, und im oberen Tal fühlen sich viele abgehängt. Die Kritik reißt nicht ab – ÖBB verweisen auf Mehrwert.

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Wolfsberg, St. Paul. Die Koralmbahn gilt als Jahrhundertprojekt im Lavantal, als Verbindung, die Kärnten und die Steiermark so eng zusammenrückt wie nie zuvor. Seit ihrer Eröffnung steht die neue Strecke für Modernität, Tempo und Zukunft. Doch im Alltag zeigt sich oft eine andere Realität: Verspätungen, unzuverlässige Zubringer und frustrierte Fahrgäste, die sich fragen, warum ein Milliardenprojekt nicht reibungslos funktioniert. Im  Juni kam es auf der Strecke zwischen Klagenfurt und Graz zu einigen Verspätungen. 

ÖBB‑Pressesprecherin Rosanna Zernatto‑Peschel erklärt: »Die Gründe für die Verspätungen sind vielseitig. Dazu gehören etwa technische Störungen, internationale Baustellen mit damit einhergehenden Verspätungen bei Zügen aus den Nachbarländern, Baustellen und Wetterextreme wie das Hitzewochenende mit über 40 Grad, das die Infrastruktur stark belastete.« 

»Die Rückmeldungen aus der Region betreffend dem Fahrplanangebot nehmen wir sehr ernst«
Rosanna Zernatto-Peschel , ÖBB-Pressesprecherin 

Unter der Woche läuft vieles rund. Die schnellen Verbindungen zwischen Klagenfurt und Graz werden gut angenommen, die Fahrzeiten sind beeindruckend kurz. Die Koralmbahn fährt zwischen St. Paul und den beiden Landeshauptstädten meist pünktlich. 

Doch die Schwierigkeiten entstehen davor und danach. Regionalzüge und Busse sind am Wochenende dünner getaktet und die Fahrgäste müssen lange Wartezeiten in St. Paul hinnehmen. 

Kritik an Anbindung

Viele kritisieren, dass die Fahrpläne »nicht aufeinander abgestimmt« seien. Eine verärgerte Wolfsbergerin nennt ein Beispiel, das nicht das einzige ist: »Der Regionalzug von Wolfsberg kommt am Wochenende bei mehreren Fahrten in St. Paul zwei Minuten nach Abfahrt des Schnellzugs an. Zwei Minuten – und das bedeutet für mich und wohl auch viele andere fast eine Stunde Wartezeit.«

Eine andere  Frau, die regelmäßig zu ihren Enkelkindern nach Graz fährt, sagt: »Das hätte man sicher besser einteilen können.« Und sie rechnet vor: »Abfahrt samstags in Wolfsberg um 9.17 Uhr, Ankunft in St. Paul: 9.34 Uhr. Doch dann heißt es warten, der Anschlusszug nach Graz fährt erst um 10.22 Uhr ab.«

»Der Regionalzug kommt am Wochenende zwei Minuten nach Abfahrt des Schnellzugs an«
Eine verärgerte Kundin über den Umstieg in St. Paul 

Die ÖBB wissen um das Problem. »Uns ist bewusst, dass es auf einzelnen Relationen zu längeren Wartezeiten kommen kann«, sagt Zernatto‑Peschel und meint weiter: »Die Rückmeldungen aus der Region betreffend dem Fahrplanangebot nehmen wir sehr ernst. Wir stehen laufend im Austausch mit den Gemeinden und regionalen Partnern. Wir prüfen, wo im Rahmen der bestehenden Möglichkeiten Verbesserungen oder Anpassungen sinnvoll und umsetzbar sind.« Die ÖBB betonen aber, dass die Koralmbahn für die gesamte Region einen erheblichen Mehrwert bringe. 

»So schafft sie schnellere und leistungsfähigere Verbindungen zwischen Kärnten und der Steiermark und verbessert die Anbindung an den Fernverkehr«, heißt es von Seiten der ÖBB.

Keine Bahn  im oberen Tal

Noch nicht so richtig angekommen ist die Koralmbahn bei den Bewohnern des oberen Lavanttals. In Reichenfels, Bad St. Leonhard und den umliegenden Gemeinden ist die Begeisterung über die Koralmbahn überschaubar. Viele sagen, sie seien »abgeschnitten« von der Bahn und mit dem Auto schneller in Graz, als wenn sie zunächst nach St. Paul und dann per Zug nach Graz fahren. Zwar gibt es wochentags 13 Busverbindungen von Reichenfels und Bad St. Leonhard nach St. Paul, doch am Wochenende stehen nur fünf zur Verfügung – zwischen 9 und 15 Uhr fährt gar nichts. Wer in dieser Zeit nach Graz will, muss mit dem Auto über die Pack. Die ÖBB betonen, das Busangebot sei »weitgehend im Stundentakt«, was unter der Woche stimmt, doch am Wochenende zeigt sich ein anderes Bild. 

Auch die Diskussion um die Reaktivierung der Lavanttalbahn von Zeltweg nach Wolfsberg flammt immer wieder auf. Wirtschaft und Politik fordern seit 2023 die Wiederaufnahme des Personenverkehrs. Die ÖBB winken ab: Der Bus sei effizienter, die Bahn zu teuer, die Erschließung schlechter. Die Strecke sei »nicht zielführend«. Für viele im oberen Tal klingt das wie ein endgültiger Abschied von einer direkten Anbindung – und wie ein weiterer Grund, warum St. Paul als Knotenpunkt nicht das hält, was man sich erhofft hatte.

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