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St. Andrä. Die diesjährige Produktion des Opernsommers St. Andrä, »Don Pasquale« lockte viele Musikbegeisterte in die Bischof-stadt. Das Publikum dankte dem Ensemble bei jeder Vorstellung mit Standing Ovations. Das historische Ambiente des Arkadenhofes der Domkirche bot die perfekte Open-Air-Kulisse für das turbulente Verwechslungsspiel rund um den alternden Junggesellen Don Pasquale. Insgesamt viermal meinte es der Wettergott gut mit den Veranstaltern, sodass unter freiem Himmel musiziert werden konnte. Lediglich eine einzige Aufführung forderte die Flexibilität von Team und Gästen: Nach der wohlverdienten Pause machten Regenwolken einen Wechsel unumgänglich. Kurzerhand wurde die Inszenierung für den zweiten Teil in den Innenraum des Doms verlegt. Dem besonderen Opernmoment tat dies keinen Abbruch.
Unter der Regie von Johannes Hanel und der musikalischen Leitung von Nana Masutani lief das Solisten-Ensemble zur Höchstform auf. Hanel setzte auf eine präzise, natürliche und humorvolle Inszenierung, die den Charakteren psychologische Tiefe verlieh, ohne den komödiantischen Kern aus den Augen zu verlieren. Die anspruchsvollen Belcanto-Partien wurden mit enormer Spielfreude, Witz und stimmlicher Bravour gemeistert. Jens Waldig war die perfekte Besetzung für den wohlhabenden, grantigen Junggeselle Don Pasquale und er begeisterte das Publikum mit seiner schauspielerischen Präsenz. Als Norina beziehungsweise »Sofronia« wirbelte Iza Kopec über die Bühne, brachte Pasquales Leben gekonnt durcheinander und verzauberte mit ihrem einnehmenden Lächeln. Johannes Hanel überzeugte selbst als der gewitzte Strippenzieher der Intrige, Doktor Malatesta, der stimmlich wie auch durch sein komödiantisches Talent glänzte. Gerd Jaburek stand als leidender, aber letztlich triumphierender Neffe Ernesto mit berührenden, lyrischen Tenor-Arien auf der Bühne. Als Notar und Erzähler verlieh schließlich Fabian Lucas Holzer der Handlung in seiner Doppelrolle eine klare Struktur.
Lavanttaler Opernchor
Ein Highlight der Produktion war wieder die Mitwirkung des eigens zusammengestellten Opernchores. Der bestand zum überwiegenden Teil aus stimmstarken Menschen aus der Region. Lokale Kulturbegeisterte wie Mette Schallegger, Thomas Salzmann, Manuela Scheiber, Karin Pferscher und Hermine Brunner verliehen den Chorszenen eine spürbare Authentizität und Energie. Der Erfolg bleibt auch über die Bezirksgrenzen hinweg nicht unbemerkt. Der Opernsommer St. Andrä hat sich mittlerweile vom regionalen Geheimtipp zum beachteten Kulturereignis entwickelt. Die bestens funktionierende Mundpropaganda führte in diesem Jahr dazu, dass Elite Tours eine exklusive Kulturreise ins Lavanttal anbot. Ein Gewinn für den lokalen Tourismus und die Wertschöpfung in der Region.
Nach diesem Erfolg im heurigen bleibt die Vorfreude auf das nächste Jahr, wenn sich die Tore des Domhofes wieder für die große Opernbühne öffnen.

Von Michael Swersina
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