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Trotz Verbots: Stadionbadstraße wird weiter als Durchzugsweg missbraucht Ausgabe 18 | Mittwoch, 29. April 2026

Die Wolfsberger Straße ist eine Wohnstraße, wird aber weiterhin von vielen Lenkern als Verbindung zur St. Johanner Straße genutzt. Sie ignorieren, dass die Durchfahrt verboten ist. Anrainer fordern Maßnahmen.

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Unterkärntner Nachrichten Redakteur Horst Kakl Von Horst Kakl kaklno@spamunterkaerntner.at
Bild links: Vier Anwohner der Stadionbadstraße neben dem Wohnstraßen-Schild. Es weist darauf hin, dass die Zufahrt nur Anrainern erlaubt ist. Viele Lenker interessiert das nicht, so die Fahrerin dieses BMW (rechts), die einen Anhalteversuch mit einer Handbewegung beantwortete. UN (2)

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Wolfsberg. Während der Redakteur der Unterkärntner Nachrichten am Mittwochvormittag, 22. April, mit den Anrainern spricht, nähert sich ein dunkler BMW. Die Fahrerin ignoriert die Tafel, die diesen Teil der Stadionbadstraße als Wohnstraße kennzeichnet. Sie durchfährt den Bereich, in dem nur Autos von Bewohnern unterwegs sein dürften – und kommt nach wenigen Minuten zurück. Als sie ein Anrainer darauf ansprechen will, dass sie keine Berechtigung zur Durchfahrt hat, reagiert die Lenkerin lediglich mit einem Handzeichen, das wohl ihr Desinteresse an den Bewohnern und den geltenden Bestimmungen ausdrücken soll, und fährt davon.

Dreiste Szenen spielen sich in dieser Wolfsberger Wohnstraße ab, in der sich die Situation nach wie vor nicht gebessert hat. Bereits im Juni des Vorjahrs berichteten die Unterkärntner Nachrichten über den ungenierten Durchzugsverkehr in der Stadionbadstraße in Richtung St. Johanner Straße. Seither hat sich die Lage laut den Betroffenen nicht geändert. Sie fordern nun Maßnahmen.

Zur Orientierung: In Wohnstraßen ist Fahrzeugverkehr grundsätzlich verboten. Ausgenommen davon sind Zu- und Abfahrten von Anrainer, der Müllabfuhr oder der Feuerwehr. Dazu dürfen Fahrzeuge nur mit Schrittgeschwindigkeit unterwegs sein.

Die Realität sieht in der Stadionbadstraße anders aus. »Mittags und abends ist am meisten los«, sagt ein Betroffener, »meine Frau zählte gestern zehn Autos in 30 Minuten.« Dazu wird die geltende Schrittgeschwindigkeit nicht eingehalten: »Im Vorjahr hat die Stadt Wolfsberg zwei Tage lang ein Gerät   aufgestellt, dass die Geschwindigkeit und die Anzahl der Autos misst: Einer war mit 48 km/h unterwegs.« Ein anderen Bewohner berichtet, manche Fahrzeuge seien bis 70 km/h schnell. Sein Kommentar: »Sie fahren wie die Wilden.«

Angst um die Kinder

Die Folge: Die Bewohner fürchten um die Gesundheit und das Leben ihrer Enkel, die auf der dortigen Wiese spielen und – nach Kinderart – nicht immer mit der gebotenen Vorsicht die Straße überqueren. »Wir haben Angst um die Kinder«, sagen die Anrainer unisono.

Früher sei das blaue Wohnstraßen-Schild weiter in der Straßenmitte gestanden. »Bei Bauarbeiten wurde es an die Seite gerückt – und kam nie mehr an die frühere Stelle«, wird von den Bewohnern erzählt, die der Meinung sind: »Die meisten Autofahrer wissen gar nicht, welche Bedeutung es hat.« 

Dazu ist das Schild verwittert, es wirkt nicht mehr aktuell. Die Anrainer fordern daher eine neue Tafel. Und: »Man könnte ein Fahrverbot erlassen, ausgenommen Anrainer.« Das Problem: Mit der Festlegung als Wohnstraße gilt bereits ein Einfahrverbot.

Manche Betroffene haben auch schon versucht, Durchfahrer zu stoppen und sie auf die Sachlage aufmerksam zu machen. Die Folge: Streit mit den Autofahrern, von denen keiner seinen Fehler einsehen wollte.

Die Anwohner fordern die Stadt Wolfsberg auf, aktiv zu werden und den Durchzugsverkehr wie die Raserei abzustellen. Sie sagen: »Wir wollen nicht, dass Strafen gegen die Leute verhängt werden, davon haben wir nichts. Wir wollen, dass sie aufgeklärt werden.« Die Reaktion der Stadt Wolfsberg lesen Sie im Artikel rechts.

Die Polizei will künftig verstärkt kontrollieren

Die Unterkärntner Nachrichten richteten mehrere Fragen zum Durchzugsverkehr in der Stadionbadstraße an die Stadt Wolfsberg. Hier die Antworten.

Was hat die Stadt bisher unternommen, um den unerlaubten Durchzugsverkehr durch die Wohnstraße zu beenden? 
Der obere Teil der Stadionbadstraße ist als Wohnstraße ausgewiesen. Aus Sicht der Stadt Wolfsberg ist die gesetzliche Grundlage somit klar: unerlaubter Durchzugsverkehr dürfte dort nicht stattfinden. Bereits vor einigen Jahren hat die Stadt einen Blumentrog weiter in die Straße versetzt, um die Durchfahrt unattraktiver zu machen. Der Stadt kommt im Bereich der Verkehrsüberwachung aber keine Kontrollbefugnis zu, diese obliegt ausschließlich der Polizei.

Die Schrittgeschwindigkeit wird teils deutlich überschritten. Weiß die Stadt davon? Wenn ja, was wird dagegen getan?
Es gab in der Vergangenheit vereinzelt Rückmeldungen, in letzter Zeit haben wir aber keine Beschwerden erhalten. Generell wird die Einhaltung der Schrittgeschwindigkeit in Wohnstraßen von der Polizei kontrolliert. In unregelmäßigen Abständen fanden dort auch Kontrollen statt.

Wie beurteilt die Stadt die Situation im oberen Teil der Stadionbadstraße generell? 
Die Stadt nimmt Hinweise aus der Bevölkerung sehr ernst und steht bei solchen Anliegen im Austausch mit der Polizei. Die Polizei Wolfsberg verweist darauf, dass Bürger jederzeit berechtigt sind, ihr Anliegen direkt bei der Polizeiinspektion vorzubringen. »Jeder Bürger kann zu uns auf den Posten kommen und sein Anliegen schildern, gerne auch mit Beweismaterial wie etwa Videos. Wir sind flexibel, um bei Bedarf gezielte Schwerpunktaktionen durchzuführen«, erklärt GI Andreas Tatschl von der Polizei Wolfsberg. Auch von polizeilicher Seite seien zuletzt keine konkreten Probleme bekannt gewesen, es wurde jedoch zugesagt, den Bereich künftig wieder verstärkt im Auge zu behalten.

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