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MSC-Obmann Klösch: »Wenn der Eintritt nicht funktioniert, dann stirbt die Rallye«Ausgabe 14 | Mittwoch, 1. April 2026

Helmut Klösch, Obmann des Motorsportclubs (MSC) Lavanttal, und Stellvertreter Gerald Winter sprechen über die Lavanttal Rallye und ihre Zukunft. Aufgrund ausbleibender Eintritte, droht der Rallye das Ende.

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Unterkärntner Nachrichten Redakteur Michael Swersina Von Michael Swersina m.swersinano@spamunterkaerntner.at
Links: MSC-Lavanttal-Obmann Helmut Klösch sagt, dass ohne Verkauf von Tickets der Rallye das Aus droht. Rechts: Obmann-Stellvertreter Gerald Winter (r.) wird mit Daniel Mayer an der Lavanttal Rallye in diesem Jahr teilnehmen. Winter wurde als Co-Pilot drei Mal Staatsmeister. UN (1), KK (1)

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Die Lavanttal Rallye 2026 – von 9. bis 11. April – steht in den Startlöchern, worauf dürfen sich die Motorsport-Fans heuer freuen?
Helmut Klösch
: Heuer sind wir der dritte Lauf zur österreichischen Meisterschaft und wir haben das stärkste Starterfeld von allen. Bis jetzt liegen 87 Nennungen aus acht Nationen vor. Das zeigt, welchen Stellenwert die Lavanttal Rallye hat. Und es gibt viele Neuerungen. Der Shakedown findet erstmals am Freitagvormittag auf der Ladinger Schattseite statt. Von 8 bis 11.30 Uhr können Fans die Teams beim Feintuning beobachten. Am Nachmittag folgt die erste Sonderprüfung: Winkling–Reisberg, eine legendäre Strecke aus den 1980er‑Jahren mit einem gewaltigen Sprung beim Lindnerkreuz. Diese Sonderprüfung wird gleich drei Mal gefahren.

Auch die Strecke Arlinggraben – Forst wird diesmal wieder in der Nacht gefahren. Am Samstag wartet außerdem mit der Sonderprüfung Lading – Aichberg eine weitere historische Prüfung, ebenfalls mit einem spektakulärem Sprung bei der Lieglkreuzung. Das ist eine der schwersten Prüfungen überhaupt.

Gerald Winter: Dazu kommt natürlich wieder der beliebte Rundkurs in Eitweg mit einer veränderten Streckenführung. So wird erstmals bis Dachberg gefahren. Und dann gibt es heuer auch wieder  die Kultprüfung »Schulterkogel«, die bereits zum40. Mal gefahren wird.

Zum wie vielten Mal seit der Wiederaufnahme wird die Nachtprüfung gefahren?
Klösch
: Zum dritten Mal. Die Nachtprüfung ist immer ein Highlight der Lavanttal Rallye, die Atmosphäre ist einzigartig.

Was wird neben der sportlichen Action noch geboten?
Winter:
Der offizielle Auftakt erfolgt am Donnerstag, 9. April, um 18 Uhr mit dem Zeremonienstart vor dem Rathaus, bei dem alle Piloten mit ihren Co-Piloten vorgestellt werden. Die Siegerehrung steigt am Samstag um 20 Uhr in der Eventhalle Wolfsberg.

Und wir bieten wieder Hubschrauberrundflüge zu den Sonderprüfungen an. Außerdem gibt es in Eitweg wieder Mitfahrgelegenheiten mit Rallye-Legenden. Das läuft über den Kiwanis Club. Jeder kann dabei gegen einen kleinen Betrag mitfahren – der Erlös aus dieser Aktion wird für einen guten Zweck verwendet.

Wie laufen die Vorbereitungen hinter den Kulissen?
Klösch:
Die Zusammenarbeit mit Behörden, Gemeinden, Polizei und Feuerwehr funktioniert hervorragend. Aber es ist ein langer Prozess, bis alles koordiniert ist. Es sind während der Rallye über 400 Personen im Einsatz: Wir haben eine eigene Sicherheitsstaffel aus Deutschland, Streckenposten, Polizei, Feuerwehr, medizinische Teams und die Red‑Bull‑Notfallstaffel. Sicherheit steht für uns an erster Stelle. Das kostet viel Geld – aber daran sparen wir nicht.

Die wirtschaftliche Lage ist aktuell sehr angespannt. Wie geht es euch mit dem Thema Sponsoren?
Klösch:
So eine Rallye kostet Geld – und das müssen wir aufbringen. Dank unserer drei Hauptsponsoren Laserhero, SG Toolbox und Auto Dohr sowie vielen kleineren Sponsoren, können wir die Rallye auch in diesem Jahr   wieder durchführen.

Winter: Wichtig sind daher auch die Einnahmen durch den Verkauf der Eintrittsbänder. Das Problem dabei ist, dass lediglich rund  zehn Prozent der Zuschauer im Vorjahr ein Eintrittsband kauften. Der Preis beträgt 15 Euro für alle Rallye-Tage, gültig für alle Sonderprüfungen und die Servicezone. 

Von Förderungen und Sponsoren  bekomme wir oftmals nur noch einen Bruchteil dessen, was frühere Veranstalter an Unterstützung hatten. Unser einziger Strohhalm sind die Eintrittsbänder.

Es ist traurig, aber an den Hotspots der Sonderprüfungen ist es mittlerweile zum Volkssport geworden, sich ohne Eintrittsband auf das Gelände zu schummeln. Wir haben kein Hausrecht und können niemanden am Besuch hindern – aber wir appellieren an die Fans: Wir brauchen die Unterstützung der Fans. Mit einem Eintrittsband um 15 Euro sichern sie die Zukunft der Veranstaltung. Ohne das geht es nicht. Sonst gibt es die Rallye bald nicht mehr.

Klösch: Wenn das nicht funktioniert, stirbt die Rallye nach 48 Jahren. Und das wäre ein Jammer – sie ist die älteste Rallye Österreichs. Die Rallye bringt außerdem Nächtigungen, volle Lokale und Wertschöpfung, ins Lavanttal.

Zum Glück ist Laserhero seit drei Jahren Sponsor, sonst gäbe es die Rallye nicht mehr. 

Was bringt die Rallye der Region?
Winter:
Der wirtschaftliche Nutzen ist enorm: Nächtigungen, Einkäufe, volle Gasthäuser. Dafür machen wir vom MSC Lavanttal das. Aber wir haben Ausgaben von rund 190.000 Euro, die irgendwie gedeckt werden müssen. Wenn kein Wunder passiert und sich das Verhalten der Leute nicht ändert, müssen wir das Projekt irgendwann an den Nagel hängen. 

Klösch: Und es werden jedes Jahr immer mehr Zuschauer, die aus ganz Österreich und der Umgebung anreisen. Die Lavanttal Rallye ist eine der schwersten in Österreich – deswegen haben wir ein so hochkarätiges Starterfeld.

Gerald Winter, Sie konnten als Co-Pilot bereits über einen Sieg bei der Lavanttal Rallye jubeln, haben ihre Karriere im Vorjahr an den Nagel gehängt. Gehen Sie bei der Heimrallye trotzdem wieder an den Start?  
Winter:
Ja, ich werde bei der Lavanttal Rallye mit Daniel Mayer aus Niederösterreich als Pilot starten. Ich war heuer bereits bei zwei anderen Rallyes am Start, zuletzt bei der Rebenland Rallye in der Steiermark, bei der wir am Ende auf dem fünften Platz landeten .

Gefahren wird ein Citroën C3 R5, betreut von einem kleinen Team aus Freunden. Wir haben keine Ingenieure, wir schrauben selbst am Fahrzeug herum. Aber eine Top‑Fünf‑Platzierung im Lavanttal halte ich für durchaus realistisch.

// Die Personen
Helmut Klösch, (60), ist seit 1985 im Rallye-Geschehen involviert. Zunächst als Mechaniker, später als Beifahrer und schließlich als Fahrer.  Seit über 40 Jahren ist er Mitglied beim MSC Lavanttal und seit 2023 steht er dem Club als Obmann vor.
Gerald Winter, (47), wurde als Co-Pilot drei Mal österreichischer Rallye-Staatsmeister. 2021 gewann er bei der Lavanttal Rallye und hat als Co-Pilot auch mehrere Europameisterschafts-Läufe absolviert. 
Vor der Saison 2025 kam es zur Trennung mit seinem langjährigen Piloten Simon Wagner. Seit dem Vorjahr ist er Obmann-Stellvertreter beim MSC Lavanttal. Heuer startet er mit Daniel Mayer.

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