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Lavanttal. Fast drei Jahrzehnte dauerte es von der Vision bis zur Realisierung: Am 12. Dezember 2025 war es soweit, die neue Koralmbahn ging in Betrieb. Im Beisein von Bundespräsident Alexander Van der Bellen wurde die 130 Kilometer lange Neubau-Strecke mit dem »Herzstück«, dem 33 Kilometer langen Koralmtunnel, feierlich eröffnet. Der reguläre Personenverkehr startete zwei Tage später, am 14. Dezember. Die Koralmbahn gilt als Jahrhundertprojekt, die neue Südstrecke zwischen Graz und Klagenfurt läutete eine neue Ära des Bahnverkehrs ein.
Schwarzer Tag für Wolfsberg
Doch nicht nur Jubelmeldungen, wie die Inbetriebnahme der Koralmbahn, ereigneten sich im vergangenen Jahr im Lavanttal. Eine Schockmeldung ereilte die Menschen im Bezirk und darüber hinaus, als am 7. Mai um 15.31 Uhr der Tod des Wolfsberger Bürgermeisters Hannes Primus bekannt wurde. Primus litt am myelodysplastischen Syndrom, kurz MDS, einer Erkrankung des Knochenmarks, was er im April 2024 bekanntgegeben hatte. Etwas mehr als ein Jahr später verlor er den Kampf gegen die Krankheit.
In einem bewegenden und von tiefer Anteilnahme durch zahlreiche Bürger geprägten Rahmen fand am Donnerstag, 15. Mai, in der Markuskirche Wolfsberg die Seelenmesse für Primus statt.
»Wir verlieren mit Hannes Primus nicht nur einen engagierten Bürgermeister, sondern einen Menschen, der uns als Stadtgesellschaft geprägt hat. Sein Vermächtnis wird bleiben – in Projekten, die er angestoßen hat, in Entscheidungen, die er getroffen hat, und in der Haltung, mit der er unser Wolfsberg gestaltet hat«, so die Stadt Wolfsberg in einer Aussendung.
Nach dem Ableben von Primus musste in der Bezirkshauptstadt ein neuer Bürgermeister gewählt werden. Drei Kandidaten – von der SPÖ, der ÖVP und den Grünen – standen zur Wahl. Die Freiheitlichen verzichteten darauf, einen Kandidaten zu stellen, sie sprachen sich gegen eine Wahl und für eine interimistische Lösung aus. Die Wahl musste aber aufgrund der Bestimmungen geführt werden, der bisherige Vizebürgermeister Alexander Radl (SPÖ) entschied sie für sich. Er erhielt 77 Prozent (7.075 Stimmen) und setzte sich klar gegen seine Mitbewerber Josef Steinkellner (ÖVP) – 17,57 Prozent – und Reinhard Stückler (Grüne) – 5,43 Prozent – durch.
Einen Wahlsieg feierte übrigens auch Landesrat Daniel Fellner (SPÖ), der im September mit 96,39 Prozent der Stimmen zum neuen Parteivorsitzenden der SPÖ Kärnten gewählt wurde.
Abwahl der Stadträtin
Eine Wahl verloren hat hingegen die damalige Wolfsberger FPÖ-Stadträtin Isabella Theuermann – ohne dass sie überhaupt davon gewusst hatte. Ihre Partei wählte sie in der Gemeinderatssitzung Ende Juni als Stadträtin ab. Den entsprechenden Antrag zur Absetzung brachten die zwei FPÖ-Gemeinderäte Michael Schüssler und Dominik Schrammel ein. Schüssler war erst kurz davor als Gemeinderat und später als Theuermann-Nachfolger zum Stadtrat angelobt worden. Ebenfalls anwesende Ersatz-Gemeinderäte der FPÖ durften nicht mitstimmen.
Theuermann legte Beschwerde ein – und erhielt von der Gemeindeaufsicht und der Volksanwaltschaft Recht. Demnach hätten auch die Ersatzmitglieder mitentscheiden dürfen.
Allerdings waren die Einspruchsfristen verstrichen, die Neuwahl gilt, die Zusammensetzung des Stadtrats war bereits rechtmäßig. Das sagten Gemeindeaufsicht und Volksanwaltschaft ebenfalls. Und obwohl Theuermann von ihrer eigenen Partei abmontiert wurde, sah sie die Schuld bei Bürgermeister Alexander Radl, wie sie auch in der Gemeinderatssitzung im vergangenen November wieder betonte.
Wiederaufbau der Lebek-Halle
Positives gab es im Vorjahr von der Lebek-Halle zu berichten. Das Gebäude, das im September 2024 bei einem Feuer völlig zerstört worden war, wurde abgerissen und soll wieder aufgebaut werden. Günther Lichtenegger, Lico-Geschäftsführer und Eigentümer der zerstörten Halle, sagte im Jänner zu den Unterkärntner Nachrichten: »Ich werde eine neue Halle bauen.«
Der Abriss der Hallen-Überreste hat bereits stattgefunden. Bis zum Jahresende 2026 soll die neue Halle stehen. Ungefähr 8.000 Quadratmeter soll die Nutzfläche betragen, unterkellert wird das neue Gebäude nicht mehr. Rund acht bis zehn Millionen Euro werden investiert.
»Streckerwirt« wird revitalisiert
Zwar nicht neu errichtet, aber trotzdem modernisiert wird der ehemalige »Streckerwirt« in St. Marein. Alois Buchsbaum und Robert Tatschl, beide Geschäftsführer der FES Elektrotechnik GmbH, haben das Traditionsgasthaus gekauft. Der Gastronomiebetrieb soll nach einer Umbauphase wieder aufgenommen werden.
FES, derzeit noch in Zellach angesiedelt, errichtet aktuell die neue Firmenzentrale nur wenige hundert Meter vom Streckerwirt entfernt in St. Marein. 8,5 Millionen Euro werden in den neuen Firmenhauptsitz nördlich der Firma Cancola in St. Marein, der rund 3.600 Quadratmeter Büro- und Produktionsflächen umfassen soll, investiert. Allein die Produktionshalle wird über eine Grundfläche von rund 2.600 Quadratmeter verfügen und damit fünfmal so groß sein wie die aktuelle Produktionsfläche in Zellach.
Die Umbaumaßnahmen beim Streckerwirt starten nach der Fertigstellung der neuen Zentrale im Anschluss und sollen bis Ende 2027 abgeschlossen sein. Buchsbaum und Tatschl werden den Betrieb schließlich verpachten, der Name »Streckerwirt« bleibt bestehen. Etwa 4.000 Quadratmeter umfasst das Anwesen – bestehend aus Gasthaus, Stall und weiteren Nebengebäuden. Über den Kaufpreis des mehr als 100 Jahre alten Gasthauses, das zuletzt in vierter Generation von Hilde und Johann Reichel betrieben wurde, gaben die beiden FES-Geschäftsführer keine Auskunft.
Abschied vom »Mönch«
Abschied nehmen mussten die Lavanttaler im April des vergangenen Jahres auch vom bekannten Wolfsberger Künstler Heimo »der Mönch« Luxbacher, der am 1. April im Alter von 59 Jahren starb. Am 11. April fand eine öffentliche Verabschiedungsfeier in der Wolfsberger Markuskirche statt. Seine höchste Auszeichnung erhielt Luxbacher im Jahr 2024, als er das Große Goldene Ehrenzeichen für seine Verdienste um die Republik Österreich verliehen bekam. Sein letztes großes Werk, die Skulptur in der Kreisverkehr-Insel in Bad St. Leonhard, konnte er nur mehr planen, die Aufstellung erlebte er nicht mehr. Diesen Part übernahm im Dezember die Firma NCA Container- und Anlagenbau GmbH aus St. Paul. Luxbacher hätte die rund vier Meter hohe Skulptur an seinem Todestag aufstellen sollen.
WAC ist ÖFB-Cupsieger
Ein historischer Erfolg gelang dem RZ Pellets WAC am 1. Mai des vergangenen Jahrs. Im Finale des ÖFB-Cups setzten sich die Wolfsberger im Klagenfurter Wörthersee-Stadion gegen TSV Hartberg dank eines Treffers von Angelo Gattermayer knapp mit 1:0 durch und sicherten sich mit dem Pokalgewinn den größten Erfolg der Vereinsgeschichte.
Auch im Ligaalltag stand der WAC vor einer Sensation, mischte man doch bis zur letzten Minute der Meisterschaft um den Titel mit. Im direkten Duell gegen Sturm Graz gab es zum Saisonabschluss aber nur ein 1:1, das den Steirern zum wiederholten Titelgewinn reichte. Dem WAC fehlte ein Treffer zur Sensation. Am Ende wurden die Wolfsberger im Dreikampf um den Titel mit Sturm Graz und Austria Wien sogar nur Tabellenvierter, da Salzburg, vor der letzten Runde zwar ohne Chance auf den Titelgewinn, aufgrund des besseren Torverhältnisses aber noch am WAC vorbeizog.
Trainer der Wölfe war damals Dietmar Kühbauer, der Anfang Oktober sein Arbeitspapier in Wolfsberg auflöste und zum LASK zurückkehrte. Sein Nachfolger, Ex-Austria-Klagenfurt-Trainer Peter Pacult, blieb nur einen Monat lang im Amt, ehe er Ismail Atalan weichen musste.
Hermes stellte Insolvenzantrag
Turbulent war das Jahr 2025 für die Hermes Schleifmittel GmbH in Bad St. Leonhard. Über den deutschen Mutterkonzern wurde am 2. Juli ein Insolvenzverfahren am Amtsgericht Hamburg eröffnet. Der Standort in Bad St. Leonhard musste im August selbst Insolvenz anmelden. Eine Unterkärntner Investorengruppe sorgte aber schließlich dafür, dass sich der Lavanttaler Standort vom Mutterkonzern lösen konnte. Gleichzeitig wurde damit frisches Kapital zur Verfügung gestellt. Das Unternehmen gilt damit seit Ende Oktober als saniert.
Neun Jahre Haft
Einem 22-jährigen Lavanttaler, der für den WAC gearbeitet hatte, wurde im Mai vorgeworfen, mehr als 20 Minderjährige missbraucht zu haben. Bei einer Hausdurchsuchung wurde von der Polizei Videomaterial gefunden, das den Verdacht erhärtete. Der 22-Jährige kam danach in Untersuchungshaft, später in die Klagenfurter Psychiatrie.
Schwerer sexueller Missbrauch von Unmündigen, Vergehen des bildlich sexualbezogenen Kindesmissbrauchsmaterials, sexueller Missbrauch von Jugendlichen – all das listete die Anklageschrift von Staatsanwalt Christian Pirker bei der Verhandlung am Landesgericht Klagenfurt im November auf. Das Urteil: Neun Jahre Haft, die der Lavanttaler in einem forensisch-therapeutischen Zentrum verbringen muss. Der Lavanttaler bekannte sich schuldig und einverstanden mit dem Urteil.

Von Philipp Tripolt
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