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Lauge in Lavant: Ob seltene Fische die Katastrophe überlebten, weiß keiner – jetzt wird Lösung gesucht Ausgabe 19 | Mittwoch, 13. Mai 2026

Die Staatsanwaltschaft ermittelt rund um den Störfall im März, das Stift sucht Wege, um die betroffenen Teile des Flusses wieder zu beleben – mit der Papierfabrik Mondi. Für Wirtschaftsdirektor Johann Steiner ist es am wichtigsten, »dass es sich nicht wiederholt«.

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Unterkärntner Nachrichten Redakteur Horst Kakl Von Horst Kakl kaklno@spamunterkaerntner.at
Links: Tote Fische nach der Katastrophe. Ursache war Lauge, die aus der Papierfabrik in die Kläranlage Mettersdorf und danach in die Lavant geflossen war (Bild rechts). Laut Johann Steiner, Wirtschaftsdirektor des Stifts (Bild rechts), sollen mit Mondi Projekte gefunden werden, um wieder Leben in den Fluss zu bringen. Verein Raubaum, Stift St. Paul

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Frantschach-St. Gertraud. Der Störfall in der Papierfabrik Mondi in Frantschach‑St. Gertraud könnte auch strafrechtliche Konsequenzen haben: Die Staatsanwaltschaft Klagenfurt hat erwartungsgemäß Ermittlungen wegen fahrlässiger Beeinträchtigung der Umwelt aufgenommen.

Wie berichtet war in der Nacht vom 7. auf den 8. März Mischlauge über das betriebsinterne Abwassersystem der Papierfabrik in die Kläranlage Mettersdorf und danach in die Lavant geflossen. Schaumberge tauchten im Fluss auf, milchige Trübungen – und auf mehreren Kilometern Flusslänge starben die Fisch. Jetzt lauten die wichtigen Fragen: Was passiert derzeit konkret, um den Schaden in der Lavant zu beheben? Und wie groß ist er eigentlich? 

»Uns geht es darum, Projekte zur Wiederherstellung des Fischbestands zu finden«
Johann Steiner, Wirtschaftsdirektor Stift St. Paul

Mondi beantwortete einen Fragenkatalog der Unterkärntner Nachrichten pauschal: »Wir behandeln den Vorfall weiterhin mit höchster Priorität. Dabei stehen wir in engem und konstruktivem Austausch mit dem fischereiberechtigten Stift St. Paul, den zuständigen Behörden und dem Reinhalteverband Mittleres Lavanttal.« Dem Unternehmen sei es ein Anliegen, »dass die ökologische Gesundheit des Flusses und des Fischbestands gewährleistet ist«. 

Zu den Ermittlungen sagt Mondi: »Im Zuge der Aufarbeitung wurden zwischenzeitlich die gesetzlich vorgesehenen Verfahren eingeleitet.« Zu laufenden Verfahren könne Mondi aus rechtlichen Gründen keine weiteren Details mitteilen, wofür um Verständnis ersucht wird.

»Commitment« mit Mondi

Doch was bedeutet eine Behandlung mit höchster Priorität« konkret? Was geschieht derzeit? Dazu sagt Johann Steiner, Wirtschaftsdirektor des Stifts St. Paul: »Wir stehen erst am Beginn der Aufarbeitung. Uns geht es darum, Projekte zur Wiederherstellung der Lavant und des Fischbestands zu finden.« Dabei gebe es ein »Commitment«, also eine feste Zusage seitens Mondi, sich an der Projektentwicklung zu beteiligen. Steiner: »Es braucht Planung, um hier langfristig erfolgreich zu sein.« 

Ziel des Stifts ist es, sinnvolle Projekte umzusetzen, um den Schaden zu beheben und eine langfristige Verbesserung des Zustands der Lavant zu erreichen. »Dabei wird Mondi einen Beitrag leisten«, so der Wirtschaftsdirektor.

Und nein, derzeit werden noch keine Fische in die Lavant eingesetzt, so weit sei man noch nicht. Laut dem Wirtschaftsdirektor geht das auch nicht so einfach: »Es gibt etwa 26 Fischarten in der Lavant. Manche sind so selten, dass sie nicht gezüchtet werden, sondern autochthon sind.« Das heißt, sie haben sich in der Lavant entwickelt und existieren nur hier. Ihre Vermehrung wurde durch Maßnahmen des Stifts und des Vereins Raubaum begünstigt. Diese Arten werden nur dann zurückkehren, wenn sie aus anderen Teilen des Flusses wieder zuwandern – wenn es sie dort gibt.

Der entstandene Schaden

Wie groß der Schaden ist, lässt sich laut Steiner zurzeit auch noch nicht beantworten: »Das Ergebnis der Befischung sagt, es gibt Stellen, die tot sind – das ist aber nicht auf den gesamten 16 Kilometern Flussstrecke so, die vom Störfall betroffen waren. Ich möchte bei diesbezüglichen Aussagen nicht leichtfertig sein, das Ausmaß wird derzeit von Experten untersucht.« Generell gesagt, seien die Beschädigungen aber »massiv«.

Also lasse sich auch der finanzielle Verlust des Stifts noch nicht beziffern. Steiner: »Das ist auch nicht einfach, weil die Bewertung seltener Fische, die vielleicht unwiederbringlich verloren sind, schwierig ist.« Er geht davon aus, dass die Aufarbeitung und das Verfahren lange dauern werden. Die Staatsanwaltschaft werde bei ihren Untersuchungen vom Stift unterstützt.

Zivilrechtliche Schritte gegen Mondi wurden bisher laut Steiner seitens des Stifts St. Paul nicht eingeleitet: »Der finanzielle Schaden soll gutgemacht werden, aber wichtiger ist uns die Wiederherstellung der Lavant.« 

Und wie ist jetzt das Verhältnis zwischen dem Stift und Mondi? »Wir haben eine professionelle Gesprächsbasis, wir reden über wesentliche Dinge. Mondi scheint sehr bemüht«, sagt Steiner. Ihm ist am wichtigsten, »dass sich so ein Störfall nicht wiederholt. Ich möchte, dass Mondi hier Vorsorge trifft, damit es langfristig einen artenreichen Fischbestand in der Lavant gibt – auch für die Befischung und Bewirtschaftung.« 

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