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Lavanttal. Das Lavanttal steht vor bedeutenden Entwicklungen im Bereich der erneuerbaren Energien. In gleich drei Gemeinden plant die Kelag die Errichtung von Photovoltaik-Freiflächenanlagen. Während einige Projekte auf Zustimmung stoßen, gibt es anderswo Bedenken aus der Bevölkerung.
Für diese Bauvorhaben sind seit Mitte August 2024 laut Verordnung der Kärntner Landesregierung keine Widmungen mehr erforderlich. Somit entfällt die Zuständigkeit der Gemeinden, denn es reicht eine bewilligungsfreie Bauanzeige.
Wie berichtet fand bereits im Jänner in Bad St. Leonhard die Verhandlung für die elektrizitätswirtschaftliche Genehmigung statt. Im Bereich Wartkogel bei Wisperndorf soll eine Photovoltaikanlage mit einer Modulfläche von 12.800 Quadratmetern auf einem 19.200 Quadratmeter großen Grundstück entstehen. Die geplante Leistung beträgt beeindruckende 2.400 Kilowatt Peak (kWp).
Bürgermeister Dieter Dohr zeigt sich optimistisch: »Ich stehe dem Projekt in Wisperndorf sehr positiv gegenüber. Es geht dabei ja kein Gras- bzw. Ackerland verloren. Wogegen ich mich allerdings klar ausspreche, ist, wenn durch Freiflächen-PV-Anlagen Wiesen versiegelt werden. Das möchte ich nicht. Aber dort, wo keine Flächen versiegelt werden, gibt es ein klares Ja, und wir werden beim neuen Ortsentwicklungskonzept auch berücksichtigen, wo solche Projekte verwirklicht werden können.« Er begrüße Initiativen, die auf ungenutzten Flächen Energie gewinnen, ohne Landwirtschaftsland zu beeinträchtigen.
Bedenken in Lavamünd
Auch in Hart bei Lavamünd plant die Kelag eine stattliche PV-Freiflächenanlage. Auf einer Grundstücksfläche von rund 35.000 Quadratmetern soll eine Modulfläche von etwa 17.890 Quadratmetern installiert werden, die eine vorläufige Gesamtleistung von rund 4.100 kWp erreichen soll. Während Bad St. Leonhard bereits klare positive Signale sendet, steht in Lavamünd die Abwägung zwischen Energiegewinnung und Flächennutzung im Vordergrund. Von Anrainern in Hart hört man bereits kritische Stimmen gegen die geplante Anlage.
»Es braucht dazu viele ebene Flächen, die wir in Lavamünd nicht wirklich haben. Ich bin mit einem so großen Verbau nicht glücklich. In Niederösterreich, wo ausreichend ebene Flächen vorhanden sind, würde es besser passen«, sagt Bürgermeister Wolfgang Gallant. Lavamünd leiste bereits einen erheblichen Beitrag zur erneuerbaren Energie durch Wasser- und Windkraftanlagen. »Mein Wunsch wäre eher, Anlagen in schwer bewirtschaftbaren Hanglagen aufzustellen. Die ebenen Flächen in Lavamünd sollten nicht für Photovoltaik verbaut werden«, so der Gemeindechef weiter.
Preitenegg prüft
In Preitenegg ist ebenfalls eine Freiflächen-PV-Anlage in Planung. Auf einer Grundstücksfläche von rund 13.700 Quadratmetern soll eine Modulfläche von ca. 7.125 Quadratmetern entstehen. Die vorläufige Leistung der Anlage ist laut Ansuchen der Kelag auf 1.634 kWp ausgelegt.
Bürgermeister Thomas Seelaus meint: »Neben den vielen Vorteilen hat erneuerbare Energie den Nachteil, dass das Landschaftsbild erheblich beeinträchtigt wird – sei es bei PV-Freiflächen wie auch beim Thema Windkraft.« Seelaus würde Photovoltaik-Anlagen auf Dächern bevorzugen. »Wenn Freiflächen-PV-Anlagen zusätzlich Boden versiegeln und diese Anlagen überhandnehmen, würden sich meinerseits Bedenken auftun«, sagt der Preitenegger Bürgermeister.
// Info
Bad St. Leonhard
Grundstücksfläche: 19.200 m2
Modulfläche: 12.800 m2
Leistung: 2.400 kWp
Preitenegg
Grundstücksfläche: 13.700 m2
Modulfläche: 7.125 m2
Leistung: 1.630 kWp
Lavamünd
Grundstücksfläche: 35.000 m2
Modulfläche: 17.890 m2
Leistung: 4.100 kWp
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