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Hoffnung Koralmbahn: So wollen Gemeinden im Lavanttal gegen Bevölkerungsrückgang kämpfenAusgabe 22 | Mittwoch, 27. Mai 2026

Die Koralmbahn wird zum Motor für neue Wohnprojekte im unteren Lavanttal. Drei Gemeinden – St. Georgen, St. Paul und Lavamünd – nutzen die Chance, um Familien anzuziehen und Zukunft zu gestalten. Vom Baulandmodell bis zur Kinderbetreuung.

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St. Georgen, St. Paul,  Lavamünd. Die drei Gemeinden St. Georgen, St. Paul und Lavamünd stehen im unteren Lavanttal vor einer gemeinsamen Herausforderung: Der Bevölkerungsschwund der vergangenen zwei Jahrzehnte hat Spuren hinterlassen. Lavamünd verlor seit 2001 fast 800 Einwohner, St. Georgen rund 270, St. Paul mehr als 500. Doch statt zu resignieren, setzen die Gemeinden auf Zukunftsstrategien, die das Tal wieder wachsen lassen sollen. Die Koralmbahn ist der neue Hoffnungsträger, Wohnprojekte und Investitionen in Infrastruktur bilden das Fundament des regionalen Aufbruchs.

St. Georgen baut vor

St. Georgen verfolgt seit Jahren eine klare Linie: leistbares Wohnen, moderne Infrastruktur, hohe Lebensqualität. Das Baulandmodell »Am Waldrain« wurde bereits 2017/18 aufgeschlossen, alle Parzellen sind bebaut. 2024 folgte »St. Georgen‑Süd« entlang der Römerstraße: zehn Parzellen, alle verkauft, fünf Häuser bereits errichtet. Das nächste Projekt steht bereit: Unter dem Namen »Hartelwald« sollen zwölf neue Bauparzellen im Norden der Gemeinde entstehen. 

»Ziel ist es, jungen Familien und allen Generationen ein lebenswertes Zuhause zu bieten«
Karl Markut, Bürgermeister St. Georgen

Bürgermeister Karl Markut (Team Kärnten) formuliert die Vision so: »St. Georgen hat sich in den vergangenen Jahren zu einer modernen Wohngemeinde entwickelt. Durch die Koralmbahn gewinnt unsere Region zusätzlich an Attraktivität. Unser Ziel ist es, jungen Familien und allen Generationen ein lebenswertes Zuhause in einem ›Dorf im Paradies‹ zu bieten.«

Parallel dazu investiert die Gemeinde in Infrastruktur. Die neue Kindertagesstätte beim Sport- und Freizeitzentrum wurde im Vorjahr eröffnet – ein wichtiger Schritt für junge Familien. An der Ortseinfahrt entstand eine moderne Tierarztpraxis, die bereits regen Zulauf hat. Markut sieht die Koralmbahn als zusätzlichen Attraktivitätsfaktor: Sie macht Pendeln einfacher und erhöht die Chancen, neue Bewohner anzuziehen. Die Nachfrage nach Bauparzellen bestätigt diesen Kurs. Der Fokus liegt auf leistbarem Wohnen, Lebensqualität und einer nachhaltigen Infrastruktur.

St. Paul: Stift als Partner

Auch in St. Paul, wo der neue Koralmbahnhof steht, ist der Wille zur Entwicklung groß – doch es fehlt an verfügbarem Bauland. Bürgermeister Stefan Salzmann (SPÖ) setzt daher auf Kooperationen, vor allem mit dem Benediktinerstift St. Paul: »Die Gemeinde selbst hat kaum Bauland, daher arbeiten wir mit Grundeigentümern zusammen.« Johann Steiner, der Wirtschaftsdirektor des Stifts, möchte Projekte auf Stiftsgrund verwirklichen, aber auch leerstehende Stiftsliegenschaften für den Wohnbau öffnen (siehe S. 3). Bei der alten Meierei sollen zum Beispiel rund 30 Wohnungen geschaffen werden. Und rund um den Zogglhof möchte Steiner ein neues Wohngebiet entwickeln. Hier sollen bis 2029 alle Vorbereitungen abgeschlossen sein. 

»Die Gemeinde hat kaum Bauland, daher arbeiten wir mit Grundeigentümern zusammen«
Stefan Salzmann, Bürgermeister St. Paul

Auch die Milchwiese bietet laut Steiner großes Potenzial: Dort errichtet die BM Haus GmbH aktuell vier Einfamilienhäuser. Weitere Flächen könnten folgen – sobald der Hochwasserschutz angepasst ist. Zusätzlich plant die Gemeinde Baulandneufestlegungen in Granitztal. »Die neue Bushaltestelle in Weißenegg war ein erster Schritt, um die Mobilität und Attraktivität des Ortsteils zu stärken«, so Bürgermeister Salzmann.

Lavamünd: Bauland als Motor

Auch Lavamünd hat früh begonnen, der Abwanderung gegenzusteuern. Bereits 2012 startete das erste Baulandmodell in der Juri‑Siedlung – elf Parzellen, alle vergeben. 2022 folgte die Juri‑Siedlung 2 mit weiteren 19 Grundstücken. Derzeit entsteht die Sturm‑Siedlung, wo Zwillings- und Einfamilienhäuser gebaut werden. Die Nachfrage ist hoch, die Dynamik spürbar. 

»Die Koralmbahn ist eine große Chance. Aber man muss den Menschen etwas anbieten können. Wachstum passiert nicht von heute auf morgen – wir müssen aktiv vorarbeiten«, sagt Bürgermeister Wolfgang Gallant (LWG) Doch der Weg ist steinig. Neue Flächen zu bekommen, wird immer schwieriger. Viele Grundstücksbesitzer lehnten Kooperationen ab. 

»Man muss den Menschen etwas anbieten können. Wachstum passiert nicht von heute auf morgen«
Wolfgang Gallant, Bürgermeister Lavamünd

Trotzdem arbeitet die Gemeinde weiter – auch am sozialen Wohnbau, der künftig stärker forciert werden soll. Ein Masterplan für den Ortskern bis zum alten Bahnhof soll heuer fertig werden. Gerade dieser Bereich könnte durch die Koralmbahn massiv an Bedeutung gewinnen. 

Gallant sieht darin eine historische Chance: »Wer wachsen will, muss Wohnraum schaffen – und zwar rechtzeitig.«

Drei Gemeinden – ein Ziel 

Alle drei Gemeinden eint ein Ziel: Sie wollen wachsen, Familien anziehen, Infrastruktur stärken und die Chancen der Koralmbahn nutzen. Sie setzen auf Baulandmodelle, neuen Wohnraum, Investitionen in die Infrastruktur, wie Kinderbetreuung und Freizeitangebote.

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