Für neuen Kindergarten muss St. Andrä nun tief in die Tasche greifen: Er wird um 800.000 Euro teurer Ausgabe 42 | Mittwoch, 20. Oktober 2021

Statt 2,7 Millionen Euro wird das Projekt mit 3,5 Millionen zu Buche schlagen. Die Mehrkosten sollen mittels Kredit finanziert werden. Der Gemeinderat legt Beschwerde gegen die Schließung der VS Schönweg ein, fordert eine Umfahrung und beschloss die Bürgerkarte.

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St. Andrä. Schlechte Nachrichten gab es für den gesamten Gemeinderat und einen Mandatar im Speziellen. In der Sitzung am 13. Oktober verkündete der St. Andräer Vizebürgermeister Andreas Fleck (SPÖ), dass der geplante Kindergarten-Neubau einen Kostensprung hingelegt hat. Statt der vorgesehenen 2,7 Millionen Euro wird er nun 3,5 Millionen Euro netto kosten.

Dazu passierte in der Bischofsstadt etwas, das es seit 1945 noch nie gegeben haben soll: Die FPÖ wählte einen Mandatar der eigenen Fraktion aus allen ihm zugewiesenen Ausschüssen ab. Der Freiheitliche Helmuth Dohr ist damit nicht mehr Mitglied des Kontroll- und des Bauausschusses (siehe Artikel Seite 8).

»Die Finanzierung des Kindergartens soll mit einem Kredit gesichert werden«
Andreas Fleck, SPÖ-Vizebürgermeister

Die Kosten des Kindergartens waren die eigentliche »Bombe« der Sitzung. Laut Fleck soll die Steigerung von rund 800.000 Euro mit einem Kredit gesichert werden: Diese Summe wurde als Maximum vom Land genehmigt.

Damit muss das Vorhaben die zweite Steigerung hinnehmen. Ursprünglich sollte der Kindergarten rund 2,48 Millionen Euro kosten, zu 100 Prozent gefördert von der EU mit 1,22 Millionen und dem Land mit 1,25 Millionen Euro. Im heurigen Mai wurde (wie berichtet) bekannt, dass er 2,7 Millionen Euro kosten werde. Die zusätzlich benötigten 227.000 Euro, die nicht förderbar sind, wollte St. Andrä aus eigener Tasche bezahlen.

»Zum Glück nicht angefangen«

Die nächste Preissteigerung begründete Fleck mit gestiegenen Preisen. »Zum Glück haben wir mit dem Bau (Anm.: Der Spatenstich sollte bereits Anfang September erfolgen) noch nicht angefangen«, so der Vizebürgermeister. Man werde nun versuchen, so billig wie möglich zu bauen. Fleck: »Die Preise, die sich bei Holz zuletzt verdreifacht haben, gehen wieder zurück. Weil wir im Kindergarten viel mit Holz machen, werden wir mit dem Holzbau zuwarten.« ÖVP-Vizebürgerbürgermeister Maximilian Peter bekannte sich ebenso wie Gemeinderat Alexander Skledar (FPÖ) zum Projekt. Letzterer ersuchte aber um Sparsamkeit bei künftigen Großprojekten. Bürgermeisterin Maria Knauder (SPÖ) antwortete: »Das werden wir.« Die Kostensteigerung wurde ebenso einstimmig abgesegnet wie die anschließende Vergabe der Bauaufträge. 

Keine Zustimmung der Freiheitlichen gab es beim Antrag, den Stadtrat zu ermächtigen, bei weiteren Kindergarten-Vergaben eigenmächtig vorgehen zu können. Notwendig ist das laut Knauder, da es im Baubereich manchmal »schnell gehen« müsse und nicht wegen jedes Auftrags eine Gemeinderatssitzung einberufen werden könne. Skledar ging das »zu weit«, der Antrag wurde mit den Stimmen von SPÖ und ÖVP dennoch angenommen.

Beschwerde gegen Schul-Aus

Nicht tatenlos zusehen will der Gemeinderat der Schließung der Volksschule Schönweg, die im September aufgrund eines plötzlichen Schülerschwunds auf Geheiß der Bildungsdirektion dicht machen musste (wir berichteten). Die Gemeinde will gegen den Schließungsbescheid vorgehen und sich an das Landesverwaltungsgericht wenden. Stadtrat Christian Taudes (ÖVP): »Die Beschwerde soll ein Zeichen sein, dass wir die Schließung missbilligen.« Sie wurde einstimmig angenommen.

Alle Hände hoben sich auch bei Punkt 29 der Tagesordnung: Der Verabschiedung einer Resolution,  laut der die Stadt den Bau einer Umfahrung fordert. Vizebürgermeister Peter: »Das ist ein großer Traum von uns allen.« St. Andrä sei mittlerweile das »heimliche Lavamünd«, durch dessen Ortskern viele Lkw der Maut ausweichen. Die Basilika sei durch die vom Verkehr ausgelösten Schwingungen durch Risse bereits »massiv beschädigt«. Peter kann sich auch eine Untertunnelung des Ortskerns vorstellen. Als er sagte: »Vielleicht kommt St. Andrä beim Land auch einmal dran« und als er das Untertunnelungsbeispiel Unzmarkt sowie dessen Kosten – 165 Millionen Euro – nannte, kam Gelächter auf. Bürgermeisterin Knauder fügte an: »Wir wollen, dass in der Stadt nur mehr Tempo 30 erlaubt ist – zur Verkehrsberuhigung.«

Einstimmig beschlossen wurde die neue »Bürgerkarte«. Mit ihr werden die Bürger Abfälle im Altstoffsammelzentrum entsorgen können, bei Sperrmüll sind sieben Kubikmeter pro Jahr gratis. Hausbesitzer bekommen sie von der Gemeinde, Wohnungsmieter von den Hausverwaltungen.

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