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Wolfsberg, Graz. Bereits zum zwölften Mal findet in diesem Jahr das »Fine Crime«-Krimi-Festival statt – ein Festival das vom Journalisten und Schriftsteller Robert Preis als steirisches Event begründet wurde und mittlerweile internationale Dimensionen angenommen hat. Organisiert wird es von Preis und Niki Schreinlechner. Christian Bachhiesl, seit 2023 Leiter des Museums im Lavanthaus in Wolfsberg, war von Anfang an dabei, seinerzeit noch als Leiter des Kriminalmuseums der Universität Graz und Mitorganisator, nun als Co-Moderator bei der »Langen Nacht des Krimis«, die am Donnerstag, 18. Juni, ab 19 Uhr auf der Grazer Murinsel stattfinden wird und bei der auch der »Fine Crime Award« vergeben wird.
Wolfsberger Premiere
Vom 13. bis 19. Juni gibt es zahlreiche Events und Krimi-Lesungen in Graz und der ganzen Steiermark – und heuer zum ersten Mal auch in Kärnten. In Wolfsberg wird am 16. Juni um 19 Uhr der Vortrag »Den Verbrechern auf der Spur« starten. Referent Christian Bachhiesl, der ein Fachmann für die Geschichte der Kriminalwissenschaft ist, wird die Entwicklung der Kriminalistik vorstellen, einer Wissenschaft, die sich ab ca. 1850 etablierte und unter Anschluss an die modernen Naturwissenschaften rasch an Bedeutung gewann. Vor allem die Ermittlung an Brandstätten wird im Mittelpunkt stehen – Stichwort »Feuerteufel« –, und auch die Sicherstellung und Analyse von Blutspuren wird eingehend erörtert. Seit Mitte des 19. Jahrhunderts gibt es Bluttests, aber erst seit 1901 ist es möglich, mit Hilfe des sogenannten Präzipitin-Verfahrens Tier- von Menschenblut zu unterscheiden. Eine individuelle Zuordnung von Blut wurde erst mit der DNA-Analyse möglich. Einblicke werden auch in die Untersuchung der Ballistik gegeben und in verschiedene Verfahren der Identifikation, die Bertillonage, ein frühes System zur Identifizierung von Personen anhand von Körpermaßen zum Beispiel oder die Daktyloskopie, die die individuellen Muster von Fingerspitzen, Handinnenflächen und Fußsohlen nutzt.
»Die Wolfsberger Teilnahme am Festival hat für mich eine besondere Bedeutung«
Christian Bachhiesl, Museumsleiter
Christian Bachhiesl sagt: »Wenn auch aus dem Lavanttal kein direkter Beitrag zur Entwicklung der Kriminalistik kam, so gibt es doch Lavanttaler Kriminalfälle, die mit Hilfe kriminalistischer Finessen geklärt wurden – manchmal aber versagt auch die ausgeklügeltste Fallanalyse und der Fall bleibt ungelöst.«
Die persönliche Bedeutung
Für den Leiter des Museums hat die Wolfsberger Teilnahme am Festival eine besondere Bedeutung, wie er sagt, denn sie »verbindet doch meine langjährige Tätigkeit am Grazer Kriminalmuseum mit meinem jetzigen Wirkungsbereich. Zwar bin ich froh, nicht mehr immerzu mit dem Verbrechen konfrontiert zu sein, aber es wäre schade, mein Wissen dazu ganz brach liegen zu lassen.«
Sollte die Pilot-Teilnahme erfolgreich sein, könnte auch eine dauerhafte Einbindung von Wolfsberg in das steirische »Fine Crime«-Festival angestrebt werden. »Vorträge zu Lavanttaler Kriminalfällen und Krimilesungen organisieren wir im Museum im Lavanthaus ohnehin immer wieder, und die stoßen meist auch auf großes Publikumsinteresse. In Zeiten, in denen die Steiermark und das Lavanttal durch den Koralmtunnel näher zusammenrücken, ist es naheliegend, auch beim Krimi-Festival eine dauerhafte Kooperation anzustreben«, so Bachhiesl. Einer solchen Kooperation stehe laut dem Museumsleiter auch die Politik mit der zuständigen Referentin Vizebürgermeisterin Michaela Lientscher (SPÖ) positiv gegenüber. Laut Bachhiesl habe sie diese Kooperation begrüßt und angeregt.
Der Eintritt zum Vortrag von Christian Bachhiesl am Dienstag, 16. Juni, ist frei. Das Programm des diesjährigen Festivals ist unter finecrime.com einsehbar.

Von Philipp Tripolt
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