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Die Stadt Wolfsberg versteigert geerbtes Inventar – Auto der Verstorbenen wird die Gemeinde nutzen Ausgabe 5 | Mittwoch, 2. Februar 2022

Neben dem Mobiliar der Villa Rikli wird auch der Schmuck der verstorbenen Margarethe Simak zum Kauf angeboten, die ihre ganze Habe der Stadt vermachte. Mit dem erwarteten Erlös von mindestens 100.000 Euro soll das teils feuchte Gebäude saniert werden.

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Wolfsberg. Am meisten Interesse herrschte zu Beginn der Auktion an einem Porzellanservice der Manufaktur Augarten, für das das Vielfache des Ausrufungspreises von 60 Euro geboten wurde. Auch um ein Gemälde von Anton Storch gab es ein Bietergefecht.

Das Inventar der Villa Rikli, die im Vorjahr von der verstorbenen »Weißer Wolf«-Apothekerin Margarethe Simak der Stadt Wolfsberg testamentarisch vermacht worden war, wird derzeit vom Online-Auktionshaus Aurena versteigert (wir berichteten). Unter den 294 Einzelposten befinden sich Sofas, ein Vitrinenschrank, Teppiche, ein Vorlesegerät, Bücher und vieles mehr (siehe https://www.aurena.at/auktion/5482).

»Dach und Fenster müssen gemacht werden, vor allem im Erdgeschoss gibt es Feuchtigkeit«
Aus der Stadt Wolfsberg zum Zustand der Villa Rikli

Auch der Schmuck Simaks, die am 16. Mai 2021 im Alter von 94 Jahren verstorben ist, kommt unter den Hammer (https://www.aurena.at/auktion/5483). Das Los mit dem teuersten Rufpreis waren hier Goldohrstecker mit Diamanten um 850 Euro. Angeboten werden aber auch günstigere Stücke wie Modeschmuck um drei Euro oder Vintage-Ohrclips um zehn Euro.

Wann, wo und wie

Am Freitag, 4. Februar, können die Bieter jene Objekte, an denen sie Interesse haben, in der Villa im Wolfsberger Rikliweg 18 von 13 bis 14 Uhr in Augenschein nehmen. Am Montag, 7. Februar, folgen ab 9 Uhr die Zuschläge, die ersteigerten Waren müssen am Mittwoch, 9. Februar, zwischen 8 und 13 Uhr abgeholt werden.

Mit dem Erlös der Auktion – die Stadt rechnet mit mindestens 100.000 Euro – soll die Villa saniert werden. 

Denn es sei vieles zu reparieren: »Dach und Fenster müssen gemacht werden, vor allem im Erdgeschoss gibt es Feuchtigkeit, da das Gebäude nicht unterkellert ist.« In ihrem Testament legte Simak fest, die Villa sei von der Stadt in ihrem Sinne zu erhalten und für soziale oder kulturelle Zwecke zu verwenden. Auf die Frage, warum man da die Möbel nicht behält und weiterhin nutzt, heißt es aus der Stadt: »Es macht wenig Sinn, Stücke zurückzubehalten, wenn der genaue Bedarf im Rahmen der künftigen Nutzung noch nicht feststeht. Da die konkrete Verwendung von der Erblasserin festgelegt wurde, besteht für die Gemeinde kein großer Spielraum. Es wird jedenfalls künstlerischen bzw. kulturellen Zwecken dienen«, die exakte Nutzung will aber noch »wohlüberlegt sein«. Für Veranstaltungen wäre aber nur das Erdgeschoss nutzbar, da die Villa nicht behindertengerecht ausgebaut und das erste Geschoß nur über eine Treppe erreichbar ist.

Dass Online-Versteigerungen auch im Lavanttal ein probates Mittel sind, um Kaufwillige anzusprechen, haben die beiden Auktionen von Nastassja Schell, der Tochter des verstorbenen Schauspielers Maximilian, bewiesen. Ob sie ein »Vorbild« waren, beantwortet die Stadt so: »Eine Online-Versteigerung ist sicher die effizienteste Lösung, da es eine breite und auch überregionale Interessentenschicht anspricht. Aurena ist ein sehr renommiertes Unternehmen, das auch die Schell-Versteigerung erfolgreich abgewickelt hat.« 

Auch das Auto wurde geerbt

Simak, die keine nahen Verwandten mehr besaß, hat ihren gesamten Besitz der Stadt hinterlassen. Darunter auch ihr Fahrzeug, einen BMW älteren Baujahrs mit hohem Kilometerstand. Das Auto wird derzeit im Bauhof repariert und soll danach Teil des gemeindeeigenen Fahrzeugpools werden. 

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