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Museumsleiter Bachhiesl zieht Bilanz: »In meinem ersten Jahr wurden die Erwartungen übertroffen«Ausgabe 3 | Mittwoch, 17. Januar 2024

Seit dem Vorjahr steht der Wolfsberger Christian Bachhiesl dem Museum im Lavanthaus vor. Mit seinem ersten Jahr als Leiter zeigt er sich sehr zufrieden. Über 4.000 Besucher konnten im Museum begrüßt werden, weitere 1.000 waren bei Stadtführungen dabei.

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Unterkärntner Nachrichten Redakteur Michael Swersina Von Michael Swersina m.swersinano@spamunterkaerntner.at
Links: Gut besucht waren die zahlreichen Vorträge im Museum im Lavanthaus im Vorjahr. Rechts: Museumsleiter Christian Bachhiesl zeigt sich mit dem Interesse am Museum und den durchgeführten Veranstaltungen sehr zufrieden.Daniel Strassnig (1), UN/much (1)
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Wolfsberg. Seit dem Vorjahr steht das Museum im Lavanthaus unter der Leitung des Wolfsbergers Christian Bachhiesl. Der zieht nach einem Jahr ein durchaus positives Resümee: »Wenn ich auf mein erstes Jahr als Leiter des Museums im Lavanthaus zurückblicke, bin ich sehr zufrieden. Ich wurde sehr gut aufgenommen. Die Zusammenarbeit im Museumsteam läuft großartig, Daniel Strassnig ist ein ungemein kompetenter und umsichtiger Mitarbeiter und die Museums- und Stadtguides sind alle hoch motiviert und wahre Vermittlungskünstler.«

Die Besucherzahlen in Bachhiesls erstem Jahr haben die Erwartungen des Museumsleiters bei weitem übertroffen. »Wir durften im Jahr 2023 im Museum knapp 4.000 Besucher begrüßen, und nochmals weit über 1.000 bei den von uns organisierten Stadtführungen«, so Bachhiesl. 

Er und das Museumsteam sind  gerade dabei, ein spannendes Programm zusammenzustellen – ein Höhepunkt wird die Sonderausstellung »Vogelparadies Lavanttal« sein, mit spektakulären Fotos eines Lavanttaler Birdwatchers.

Sonderausstellung

Noch bis zum 27. April läuft die Sonderausstellung »#ungelaufen«, die sich mit Ansichtskarten auseinandersetzt. Ansichtskarten waren lange Zeit allgegenwärtig, und sie haben ihren Ursprung in Kärnten, denn als ihr Erfinder gilt der gebürtige Klagenfurter Emanuel Herrmann, der 1869 die »Correspondenz-Karte« einführte. 

Zwar gab es anfangs moralische Bedenken, da der öffentlich einsehbare Text das Briefgeheimnis nicht wahrte, aber das tat der Beliebtheit der Ansichtskarten keinen Abbruch, und um 1900 waren sie bereits so gut wie allgegenwärtig. Mittlerweile sorgt die Digitalisierung für ein langsames Verschwinden dieses Kommunikationsmittels.

Die Ausstellung rückt 501 historische Ansichtskarten aus Kärnten ins Licht, die allesamt nicht abgeschickt wurden, also »ungelaufen« sind. Dabei werden Themen wie Verlag und Druck, Bild und Sprache, Landschaft, Technik, Industrie, Kunst, Figuren und Trachten behandelt – und bei alldem gibt es mannigfache Bezüge zum Lavanttal. Die Ausstellung schöpft aus dem Fundus der Ansichtskarten-Sammlung der Universität Klagenfurt und wurde in Kooperation mit der Alpen-Adria-Universität Klagenfurt erstellt. 

Auch konnte Stadt- und Museumsführerin Sonja Bachhiesl neue Details zur Leitfigur der Ausstellung »der Karbatsch-Katl« aufdecken. Laut den Unterkärntner Nachrichten vom 6. April 1934 war Katl ein Wolfsberger Original, ein »von den Kindern gefürchtetes Weib […] das dem Alkohol in maßloser Weise huldigte und so nicht alt, im Geiste aufging.« 

Rückblick auf das Jahr 2023

»Highlights 2023 waren die spannenden Vorträge im Museum, das Welcome-Weekend mit den Nachfahren der Kriegsgefangenen im Stalag XVIIIa im Juli  und die Eröffnung der Sonderausstellung ›#ungelaufen‹ im November. Neben der ständigen Schau, die sich mit der Geschichte des Lavanttals beschäftigt, wurde bis Ende Oktober die Sonderausstellung ›Schicksalswende – Das Interniertenlager Camp 373 in Wolfsberg‹ gezeigt«, berichtet Bachhiesl. 

Daneben lockten zahlreiche Vorträge und Veranstaltungen die Besucher ins Museum. Dazu gehörten zum Beispiel: Walter Richter: »Die Lavanttaler Geografie, Geschichte und Seele«, Alexander Verdnik: »Verbrechen im Lavanttal«, Mirellach Kuchling und Roland Zingerle: »Mörderisches Duett«.

 Ein weiteres Highlight im vergangenen Jahr war die Veröffentlichung des Buchs zum Museum im Lavanthaus. Damit gibt es erstmals einen Überblick über die im Haus präsentierten Themenfelder in Buchform. Anhand von ausgewählten Objekten werden die Kultur und die Geschichte der Region Lavanttal zum Leben erweckt. Fauna und Flora des Tales werden ebenso vorgestellt wie die Geschichte, die Volkskultur, die Kunst, die Literatur und vieles mehr. So wird ein Eindruck von der Vielgestaltigkeit und Reichhaltigkeit der Sammlung vermittelt. Das 128-seitige Buch von Museumsleiter Christian Bachhiesl und Daniel Strassnig unter dem Titel »Einblicke in die Dauerausstellung« ist zum Preis von 18 Euro im Museum im Lavanthaus, in der Kärntner Buchhandlung sowie der Buchhandlung San Damiano erhältlich.  

Ausblick auf das Jahr 2024

Auch für heuer gibt es bereits ein umfangreiches Programm an Veranstaltungen und Sonderführungen. Bereits am Mittwoch, 31. Jänner, geht es mit einer Spezial-Stadtführung unter dem Titel »Wolfsberger Frauen machen Geschichte« los. Treffpunkt ist beim Museum im Lavanthaus.

In den Semesterferien wird es am Donnerstag, 15. Feber, um 16 Uhr  gruselig. Zunächst führt Alexander Verdnik die Besucher bei der Stadtführung »Schauriges Wolfsberg« durch die düstere Geschichte der Stadt und gleichzeitig lädt  Sonja Bachhiesl Kinder und Jugendliche zum Workshop »Geisterspuk in Wolfsberg« ins Museum im Lavanthaus. Im März gibt es dann am Mittwoch, 13. März, um 19 Uhr einen Vortrag von Josef Barth unter dem Titel »Wehrkirchen auf der Saualm.« Und am 10. April wird der Historiker der Landeskommission Steiermark, Meinhard Brunner, einen Vortrag über seine Forschungsergebnisse zur »Britischen Militärgerichtsbarkeit in Kärnten nach dem Zweiten Weltkrieg« präsentieren.

Auch weitere Veranstaltungen sind geplant, ein genauer Termin steht dafür aber noch nicht fest. So gibt es voraussichtlich im Juni die Eröffnung der Sonderausstellung »Vogelparadies Lavanttal«. Zu diesem Thema gibt es auch einen Vortrag unter dem Titel »Die Lavanttaler Vogelwelt« von Andreas Kleewein und Gebhard Brenner.

Weitere Vorträge werden sein: »Ein Admiral aus Wolfsberg fährt um die Welt« von Nikolaus Sifferlinger; »Tachenes – Produktion und Handel« von Andreas Hassler; »Spektakuläre Kriminalfälle im Lavanttal« von Hans Breitegger und Alexander Verdnik. Außerdem gibt es eine Buchpräsentation zu »Historischen Mordfällen in Kärnten« von Valentin Hauser.

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