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Ein Jahr später als angekündigt: Im Juni beginnt in Jakling der Bau des Rüsthauses samt WohnungenAusgabe 12 | Mittwoch, 18. März 2026

Nach Wasserschaden im Feber 2023 war das Rüsthaus Jakling nur mehr eingeschränkt nutzbar. Stadt St. Andrä beschloss Neubau – und die Errichtung von sechs Wohnungen. Aus dem Start im Vorjahr wurde nichts, erst jetzt gab die Landesregierung grünes Licht.

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St. Andrä. Besser ein Jahr später als nie. Das gilt für den Neubau des Rüsthauses der Freiwilligen Feuerwehr Jakling, mit dem auch sechs Wohnungen errichtet werden sollen. Ursprünglich wurde angekündigt, der Bau werde im vergangenen Sommer beginnen. Daraus wurde nichts. Jetzt gibt es aber einen Beschluss der Kärntner Landesregierung, der den Baustart für das etwa 2,4 Millionen Euro teure Projekt – Wohnungen samt Rüsthaus – im heurigen Juni möglich macht. Auf diesen Beschluss musste laut der St. Andräer Bürgermeisterin Maria Knauder (SPÖ) gewartet werden.

»Wir standen Gewehr bei Fuß, mussten aber auf den Regierungsbeschluss warten, der jetzt vorliegt«
Maria Knauder, Bürgermeisterin

Wie berichtet war im Feber 2023 bei der FF Jakling Feuer – oder vielmehr Wasser am Dach. Denn als die Wehr Renovierungsarbeiten im oberen Geschoss des Rüsthauses vornehmen wollte, wurde ein versteckter, aber massiver Wasserschaden entdeckt. Danach war der obere Bereich nicht mehr nutzbar. Eine Teilsperre des Gebäudes wurde notwendig, denn im ersten Stock lösten sich Teile der Deckenverkleidung. Die FF Jakling blieb zwar einsatzbereit, musste sich aber auf zwei Räume, die Umkleide und die Garage, beschränken.

Ein Lösungsvorschlag

Bürgermeisterin Maria Knauder (SPÖ) bezeichnete die Lage in Jakling damals als »Katastrophe«, hatte aber eine Lösung parat. »Es gibt die Möglichkeit, Grund zu kaufen und darauf neben einem neuen Rüsthaus auch sozialen Wohnbau zu errichten. Das wäre kostenseitig leichter zu bewältigen als eine aufwendige Sanierung des Rüsthauses, das ohnehin sehr klein ist«, so Knauder vor drei Jahren zu den Unterkärntner Nachrichten. 

Im Oktober 2023 fasste der St. Andräer Gemeinderat einen einstimmigen Grundsatzbeschluss über einen Baurechtsvertrag mit Landeswohnbau Kärnten (LWBK) zur Errichtung des neuen Gebäudes samt sechs Wohneinheiten. Dafür wurde ein kostenloses Baurecht vereinbart. Die Stadt stellte ein benachbartes Grundstück, das sie zu diesem Zweck ankaufte, zur Verfügung.

Im Dezember 2025 wurde das Projekt im Rahmen einer Bürgerinformation präsentiert. Geplant vom Wolfsberger Architekten Heinz Petschenig, werden oben Wohnungen mit Größen von 55 bis 80 Quadratmetern errichtet, deren Mieten aufgrund der Fördermittel des Landes leistbar sein werden. Und für die Kameraden der FF Jakling ist mit 280 Quadratmetern Fläche mehr als doppelt so viel Platz wie bisher vorgesehen. Der Baustart wurde im Sommer 2025 angekündigt. Doch die Bagger rollten nicht.

Erst in der Vorwoche war wieder vom Projekt zu hören – nach der Sitzung der Landesregierung am Dienstag, 10. März. Darin wurde ein Wohnbauförderungskredit von maximal 1,235 Millionen Euro für die gemeinnützige Wohnbaugesellschaft »Neue Heimat« beschlossen, um in Jakling in Verbindung mit der Errichtung des neuen Feuerwehrstützpunkts sechs Wohneinheiten bauen zu können.  Als Errichter wird die Landeswohnbau Kärnten angeführt.

In einer Aussendung war danach von einem »innovativen Gemeinschaftsprojekt« die Rede: »Durch die Kombination zweier Nutzungen entsteht ein multifunktionales Gebäude, das vorhandene Flächen optimal nutzt.« 

Auch Landesrat Daniel Fellner, zuständig für Baukultur, lobte: »Die Kombination von Feuerwehrstützpunkt und Wohnungen spart Boden, nutzt bestehende Infrastruktur und schafft ein multifunktionales Gebäude für den Ort. Besonders erfreulich ist, dass hier ein nachhaltiger Holzbau umgesetzt wird, der von der Abteilung Baukultur begleitet wurde und damit auch architektonisch und ökologisch ein Signal setzt.«

In den der Aussendung beigefügten Unterlagen wird darauf hingewiesen, dass nur die Wohnungen, nicht das Rüsthaus wohnbaugefördert sind. Sollten die sechs Einheiten erst rund 1,1 Millionen Euro kosten, ist jetzt von etwa 1,5 Millionen Euro die Rede. Die Mieten werden 450 Euro und 690 Euro betragen. Der Baubeginn ist mit Juni angegeben, die Fertigstellung im November 2027 vorgesehen. Die Kosten des Stützpunkts wurden erst mit etwa 900.000 Euro veranschlagt, auch dieser Betrag wird sich erhöht haben.

Warten auf den Spatenstich

Bürgermeisterin Knauder jetzt auf die Frage, warum der Bau ein Jahr später als geplant beginnt: »Wir standen Gewehr bei Fuß, mussten aber auf den Regierungsbeschluss warten, der jetzt vorliegt. Jetzt warten wir, dass wir vom Land einen Termin für den Spatenstich bekommen.« Lange sollte es nicht mehr dauern.

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