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Zwischen Wind und Wellen: Der Lavamünder Johannes Sarny (18) ist ein großes Kitesurf-TalentAusgabe 05 | Mittwoch, 28. Januar 2026

Der Lavanttaler hat einen Sport für sich entdeckt, für den er nicht nur talentiert ist, sondern der auch nicht gerade üblich für das Tal ist. Im Kitesurfen zählt Sarny bereits zur Nachwuchs-Weltspitze. Trainiert wird regelmäßig in Italien, Spanien oder auch in Südafrika.

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Unterkärntner Nachrichten Redakteur Philipp Tripolt Von Philipp Tripolt tripoltno@spamunterkaerntner.at
Johannes Sarny (r.) begann schon im Kindesalter mit dem Kitesurfen. Mittlerweile ist er an der Kitesurf-Weltspitze im Nachwuchsbereich angekommen. Bild links: Johannes (l.) mit Bruder Jakob Sarny, der ihn bei seinen Reisen begleitet und unterstützt, so wie hier in Kapstadt. Fotos: KK/privat

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Lavamünd. »Mich hat Technik schon immer interessiert«, sagt Johannes Sarny. Dieser Satz beschreibt den 18-Jährigen aus Lavamünd wohl ziemlich treffend. Sarny besucht den vierten Jahrgang der HTL Wolfsberg mit dem Schwerpunkt Mechatronik. Die Matura steht im kommenden Jahr auf dem Plan. Parallel zu seiner Schullaufbahn hat der Lavamünder eine sportliche Karriere gestartet, die für einen Lavanttaler nicht gerade üblich ist. Johannes Sarny hat sich in den vergangenen Jahren einen Namen als internationales Nachwuchstalent im Kitesurfen gemacht. Sein Alltag besteht seitdem aus Schule, Reisen um die halbe Welt und Surf-Wettkämpfe.

Zum Kitesurfen kam Johannes mit sechs Jahren durch seine Eltern. »Sie haben mit dem Sport angefangen, und ich habe schnell gemerkt, wie viel Spaß mir das Surfen macht«, erinnert er sich. Schon früh zeigte sich sein Ehrgeiz: »Von Anfang an war ich sehr motiviert, dranzubleiben und immer besser zu werden.« Obwohl es in seiner näheren Umgebung kaum Bedingungen für diesen Sport gab, blieb Johannes dabei. »Kitesurfen ist nie gleich. Wind, Wellen und Wetter ändern sich ständig – genau das macht den Sport für mich so spannend«, sagt der Lavamünder.

Trainiert wird daher vor allem im Ausland. »In den Schulferien sind wir fast immer unterwegs«, erzählt Sarny. Italien und Griechenland zählen zu den häufigsten Zielen, aber auch Spanien und Südafrika stehen regelmäßig am Programm. »Das Reisen gehört einfach dazu, wenn man diesen Sport ernsthaft betreibt«, weiß das Nachwuchstalent.

»Kitesurfen ist nie gleich. Wind, Wellen und Wetter ändern sich ständig«
Johannes Sarny, Kitesurfer

Und dieses Talent blieb nicht unbemerkt. Bereits mehrfach nahm Sarny an den »GKA Youth World Championships« im spanischen Tarifa teil. »Bei meiner ersten Teilnahme habe ich direkt den dritten Platz erreicht – das war natürlich ein unglaubliches Gefühl«, sagt er. In den Jahren 2023 und 2024 folgten jeweils vierte Plätze, ehe er 2025 wieder Dritter wurde. Ein weiteres Highlight war seine Teilnahme am GKA Kite Surf World Cup in Dakhla in Marokko. »Dort war ich der jüngste Teilnehmer des gesamten Events – das war schon etwas ganz Besonderes«, blickt Sarny zurück.

Johannes fährt in der Regel ein sogenanntes Strapless-Board. »Das ist ein klassisches Surfboard ohne Fußschlaufen. Mit diesem Board gibt es verschiedene Disziplinen wie Freestyle, Wave Riding und Big Air. Bewertet wird, wie hoch ein Trick in der Luft ausgeführt wird, wie spektakulär er aussieht, wie technisch schwierig er ist und noch nach weiteren Kriterien. Ein ›Twin Tip‹, das ist ein Board mit Schlaufen, ähnlich wie bei einem Wakeboard, fahre ich nur ganz selten. Ich bleibe lieber beim traditionellen Surfboard«, erklärt der 18-Jährige.

Intensive Vorbereitung
Die Vorbereitung auf Wettkämpfe ist intensiv. »Ich analysiere, welche Tricks wie viele Punkte bringen, überlege mir eine Strategie und lege fest, welche Tricks ich in welcher Reihenfolge zeigen möchte. Kurz vor dem Wettkampf bereite ich außerdem verschiedenes Equipment für unterschiedliche Windstärken vor und habe ein Ersatz-Surfboard dabei, falls eines bei einer harten Landung bricht.« Trotz des hohen Trainingsaufwands, der immer mit längeren Reisen verbunden ist, gelingt es ihm, Schule und Sport unter einen Hut zu bringen, wie er sagt: »Ich habe großes Glück, dass mich meine Schule sehr bei meinen sportlichen Aktivitäten unterstützt. Dafür möchte ich mich besonders bei Direktor Jürgen Jantschgi bedanken, der mir immer Verständnis entgegenbringt, wenn ich für Wettkämpfe oder Trainings unterwegs bin.«

Auf die Frage nach seinem Lieblingsort zum Surfen, sagt Sarny ohne Zögern: »Meine Lieblingslocation ist Kapstadt. Dort weht viel Wind, die Wellen sind hoch und die Bedingungen sind perfekt, um technisch anspruchsvoll zu fahren. Dazu kommt die besondere Atmosphäre. Oft fährt man in derselben Welle wie Robben und kommt ganz nah an Pinguine und Delfine heran, was das Ganze unvergesslich macht. Mauritius fände ich extrem spannend, weil es dort perfekte Wellen gibt.«

»Wir sind auf der ganzen Welt unterwegs und reisen oft mit 150 Kilo Gepäck im Flugzeug«
Derselbe über seine Surf-Reisen

Kitesurfen ist allerdings ein kostenintensiver Sport. »Man braucht verschiedene Kitegrößen für unterschiedliche Windbedingungen, meist zwei bis drei Boards, weil bei harten Landungen ein Board kaputtgehen kann. Außerdem benötigt man Trapez, Neoprenanzug, Prallschutzweste, Helm und weitere Kleinigkeiten. Der größte Kostenfaktor sind die Reisen, weil wir auf der ganzen Welt unterwegs sind und oft mit 150 Kilo Gepäck im Flugzeug reisen«, erklärt der 18-Jährige. Den größten Anteil tragen, neben den Sponsoren, seine Eltern. »Ohne ihre Unterstützung wären die internationalen Teilnahmen nicht möglich«, so Sarny. Doch nicht nur finanziell erhält er familiäre Unterstützung. Sein Vater und sein Bruder Jakob (20) begleiten ihn bei den Reisen, machen Fotos und unterstützen in allen Bereichen rund um den Sport.

Technik und Sport
Wie es für Johannes Sarny in den kommenden Jahren beruflich und sportlich weitergeht, lässt sich derzeit noch nicht sagen. Seine Pläne stehen für beide Bereiche aber bereits fest: »Nach der Matura möchte ich im technischen Bereich arbeiten. Besonders interessiere ich mich für 3D-Drucke und die Konstruktion von Modellen. Außerdem plane ich zu reisen, um an verschiedenen Kitespots auf der ganzen Welt zu trainieren und neue Erfahrungen zu sammeln. Was den Sport betrifft, möchte bei den Erwachsenen-Contests mitfahren und mich dort langfristig etablieren. Ich will mich stetig verbessern und international konkurrenzfähig sein.«

Einblicke in sein sportliches Leben gibt Johannes Sarny auf Instagram unter jjsarny_kiteboarding.

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