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Maximilian Reinisch (20) spendete Knochenmark: »Es ist nicht viel Aufwand, um ein Leben zu retten«Ausgabe 06 | Mittwoch, 4. Februar 2026

Im Feber 2025 ließ sich der St. Stefaner als Grundwehrdiener beim Verein »Geben für Leben« typisieren. Nur wenige Monate später wurde er kontaktiert und spendete seine Stammzellen. Mit seiner Spende hat er einem Mädchen aus den USA Hoffnung geschenkt.

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Unterkärntner Nachrichten Redakteur Philipp Tripolt Von Philipp Tripolt tripoltno@spamunterkaerntner.at
Links: Maximilian Reinisch spendete sein Knochenmark. Rechts: Reinisch (2. v. l.) mit dem stellvertretenden Militärkommandant Oberst Stefan Lekas, Julia Neugebauer vom Verein »Geben für Leben« und Mario Wulz vom Sanitätswesen des Militärkommandos (v. l.). Fotos: KK (1), Geben für Leben (1)

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Wolfsberg, Wien. Maximilian Reinisch bekam im Vorjahr die Chance, einem Mädchen aus den USA möglicherweise das Leben zu retten. Mit einer Knochenmarkspende hat er dem schwerkranken Kind Hoffnung geschenkt.

Doch von Anfang an: Reinisch studiert in Klagenfurt Lehramt für Deutsch und Geschichte. Das Studium war zwar nicht seine erste Wahl, wie er sagt, aber nachdem er für Physiotherapie an den Fachhochschulen in Graz und Klagenfurt keinen Platz bekam, war das Lehramt sein Plan B. »Das Lehramt-Studium war mir immer sehr sympathisch und deshalb auch meine logische Alternative«, so der 20-Jährige.

Vor seinem Studium leistete der St. Stefaner seinen Grundwehrdienst in der Georg Goess-Kaserne in Klagenfurt ab. Und im Rahmen seiner Bundesheerzeit kam es auch zur Typisierung beim Verein »Geben für Leben«. Der Verein sucht Stammzellenspender für an Leukämie erkrankte Menschen. Mittels Wangenabstrich können sich Personen typisieren, also in die Datenbank des Vereins eintragen lassen. »In unserer Kompanie hat ungefähr die Hälfte an der Typisierungsaktion teilgenommen. Viele hatten Angst, sich in die Datenbank aufnehmen zu lassen, andere, die sich registrieren ließen hofften allerdings auch, dass sie nie kontaktiert werden würden, weil sie Angst vor einer möglichen Spende hatten«, sagt Reinisch. Er selbst ließ sich als Grundwehrdiener im Feber 2025 in die Datenbank eintragen. Die Chance, dass man vom Verein innerhalb von zehn Jahren für eine mögliche Spende überhaupt kontaktiert wird, liegt im niedrigen einprozentigen Bereich. Bei Reinisch dauerte es nur wenige Monate, bis er eine Nachricht auf seinem Handy erhielt: »Darin stand, dass ich ein möglicher Spender sein könnte. Als ich einer Stammzellenspende zusagte, bekam ich ein Blutabnahmeset nach Hause geschickt.« Damit ging er zu seinem Hausarzt. Die Blutprobe wurde eingeschickt, und schließlich stand fest, dass der Lavanttaler seine Stammzellen im AKH Wien spenden kann.

Da es sich bei der Spendenempfängerin um ein Kind handelte, wurden die Stammzellen, nicht wie in 90 Prozent der Fälle, als periphere Spende, die ambulant erfolgt und einer Blutspende ähnelt, sondern unter Vollnarkose aus dem Beckenkamm entnommen.

»Für mich war klar, dass ich das mache. Diese Chance bekommt man nicht oft«
Maximilian Reinisch, spendete sein Knochenmark

»Angst hatte ich keine. Ich hatte schon eine Kreuzband-OP hinter mir und wusste, wie eine Operation verläuft«, sagt der Fußballer, der beim SV Maria Rojach spielt und sich in seiner Freizeit auch bei der Landjugend St. Stefan engagiert. Und auch gezögert hat Maximilian Reinisch keine Sekunde, wie er sagt: »Für mich war klar, dass ich das mache. Diese Chance bekommt man nicht oft.«

1,5 Liter Blut verloren
Die Spende erfolgte direkt aus dem Knochenmark. Vom Arzt wird der Beckenkamm punktiert, und daraufhin wurden Reinisch fast 1,5 Liter des Knochenmark-Blut-Gemischs entnommen. Nach knapp einer Stunde war der Eingriff vorbei. Schmerzen hatte er kaum. »Ich habe keine Schmerzmittel gebraucht«, sagt er.
Spürbar gewesen sei lediglich der Blutverlust, der sich in Form eines leichten Schwindelgefühls bemerkbar machte. Nach zwei Tagen konnte er das Krankenhaus wieder verlassen. Die Spende wurde bereits verwendet, ob sie auch gewirkt hat, weiß der Lavanttaler noch nicht.

Der Kontakt zwischen Spender und Empfänger ist streng geregelt, um emotionale Beeinflussung zu vermeiden. Zu einem Briefkontakt könnte es später kommen. 

»Jeder, der kann, soll sich für eine Stammzellenspende typisieren lassen. Die Spende ist wirklich nicht viel Aufwand, und die Chance, ein Leben zu retten, ist es auf jeden Fall wert«, lautet der Appell des 20-Jährigen. Alle Infos zum Verein »Geben für Leben«, Typisierungsaktionen und Stammzellenspenden gibt es online unter www.gebenfuerleben.at.

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