St. Andräs Ex-Vizebürgermeister Edler hat genug von der FPÖ: Er will zum Team Kärnten wechselnAusgabe 31 | Mittwoch, 4. August 2021

Die »Abmontage« nach der verlorenen Bürgermeister-Stichwahl kann Gerald Edler seiner Partei nicht vergeben. Daher plant er jetzt, Gerhard Köfers Parteibuch anzunehmen. Das »Vorstellungsgespräch« verlief laut ihm »sehr gut«: »Ich bin ja kein Unbekannter.«

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Unterkärntner Nachrichten Redakteur Horst Kakl Von Horst Kakl kaklno@spamunterkaerntner.at
Gerald Edler, zu Jahresbeginn noch FPÖ-Vizebürgermeister von St. Andrä, will den Freiheitlichen den Rücken kehren. UN/much, Archiv

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St. Andrä. Die »blauen« Tage von Gerald Edler sind gezählt. Der frühere St. Andräer Vizebürgermeister und heutige Gemeinderat will seiner FPÖ den Rücken kehren und ins Lager von Gerhard Köfers »Team Kärnten« wechseln. Anlass des Übertritts: Edlers Demontage nach der verlorenen Bürgermeister-Stichwahl im heurigen März.

Mit Edler würden die Freiheitlichen der Bischofsstadt nicht nur einen Gemeinderat einbüßen, sie müssten sich auch einen neuen Stadtparteiobmann suchen. Dieses Amt hat der 52-Jährige ebenfalls (noch) inne.

»Stimmt, ich will weg von der FPÖ. Ich möchte zum Team Kärnten«, sagte Edler zu den Unterkärntner Nachrichten. Er nannte auch den Grund seines Entschlusses: »Meine ›Abmontage‹ durch die Partei – ich bin ja gegangen worden – habe ich nicht nachvollziehen können.«

»Ich will weg von der FPÖ. Ich möchte zum Team Kärnten von Gerhard Köfer gehen«
Gerald Edler, Noch-FPÖ-Gemeinderat

Wie berichtet hatten sich die Freiheitlichen nur wenige Tage nach der Wahl neu aufgestellt: In einer geheimen Abstimmung wurden Jürgen Ozwirk und Peter Litwin in den Stadtrat gewählt.

Edler, der sich noch wenige Tage davor Hoffnungen auf den Bürgermeister-Posten hatte machen dürfen, ging leer aus und war plötzlich »nur mehr« Gemeinderat. Zwar hieß es in der damaligen FPÖ-Aussendung, Edler habe zugesagt, auch in Zukunft in der Partei mitzuarbeiten, doch die Verstimmung war tiefer als zugegeben. Das zeigte sich nach außen daran, dass er zur konstituierenden Sitzung am 7. April nicht erschien und erst am 28. April angelobt wurde.

»Vorstellungsgespräch«

Am 22. Juli gab es nun ein »Vorstellungsgespräch« bei Köfer, das laut Edler »sehr gut« verlaufen sei: »Er war begeistert, denn ich bin politisch kein Unbekannter.« Fix sei aber noch nichts, Detailfragen wurden mit dem Team-Kärnten-Chef bei dem Gespräch nicht erörtert, auch ein Übertrittstermin steht derzeit nicht fest. Trotzdem sagte Edler am Montag, 2. August: »Das Team Kärnten ist ein guter Partner, ich sehe dort eine positive Zukunft für mich. Köfer ist mir sympathisch, er kommt auch politisch sehr gut drüber.« 

Nach seiner »Degradierung« in der FPÖ habe er darüber nachgedacht, seine politische Tätigkeit zu beenden. »Ich war von meinen eigenen Leuten enttäuscht. Aber dann gab es Zuspruch von vielen anderen, was mich zum Weitermachen motiviert hat«, begründete er seinen Entschluss. Informierte Kreise vermuten, Edler schielt auf einen Sitz im Kärntner Landtag und möchte 2023 für das Team Kärnten bei der Landtagswahl an den Start gehen. 

»Etschi«, so Edlers Spitzname, ist Vater zweier Kinder und stieg 2009 in den Gemeinderat ein, 2012 übernahm er den zweiten Vizebürgermeister in der Bischofsstadt. Heuer kam der politische Knick.

Als Spitzenkandidat vertrat er die St. Andräer FPÖ bei der Gemeinderats- und Bürgermeisterwahl. Seine Partei kam am 28. Februar auf 25,05 Prozent, verlor damit fünf Prozent und zwei Mandate. Besser lief es anfangs für Edler selbst: 24,95 Prozent wollten ihn als Bürgermeister, womit er hauchdünn vor dem ÖVP-Kandidaten Maximilian Peter (24,74 Prozent) die Stichwahl gegen SPÖ-Bürgermeisterin Maria Knauder (47,53 Prozent) erreichte. Doch der Erfolg gelang ihm nicht: Am 14. März kam er auf 46,87 Prozent, Knauder siegte mit 53,13 Prozent. 

Es kam anders ...

Aufgrund des überraschend knappen Ergebnisses glaubte Edler am Wahlabend an seine FPÖ-Zukunft. Vom kommenden »Umsturz« ahnte er noch nichts, als er sagte: »Es ist ein super Ergebnis für mich, a ich im ersten Wahlgang nur 25 Prozent hatte. Ich bin leicht enttäuscht, denn ich habe aufopfernd gekämpft. In den Stadtrat ziehe ich aber natürlich trotzdem ein.« Es sollte anders kommen ...

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