Eklat im Wolfsberger GemeinderatAusgabe 08 | Freitag, 19. Februar 2021

Scheidender Stadtrat nimmt Zeitung und Spitzenkandidatin ins Visier

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Wolfsberg. Mittlerweile ist er aus der FPÖ ausgetreten. Zuvor sorgte der Wolfsberger Stadtrat Johannes Loibnegger in der letzten Gemeinderatssitzung dieser Periode am Donnerstag, 18. Februar 2021, noch für einen handfesten Eklat. In seiner Abschiedsrede dankte er erst für die „schöne Zeit“ in der Politik, ehe er ein Medium wild attackierte und (sinngemäß) sagte: Er habe genug Informationen im Hintergrund, um manche Leute zum Schweigen zu bringen. Am selben Abend trat er offiziell aus der FPÖ aus.

Die Vorgeschichte begann am Dienstag, 16. Februar: Da wurde ein Interview Loibneggers, der sich nicht mehr auf der freiheitlichen Kandidatenliste für die Wahl am 28. Februar befindet, in der Stadtzeitung „Wolfsberg News“ bekannt. Darin sagte er, er könne „mit der Art der Kommunikation in meiner Partei und auch mit der Funktionärsauswahl nicht mehr mitgehen“. Und: „Über die Zukunft von Wolfsberg mache ich mir natürlich auch Gedanken. Ich glaube aber, dass sie von Hannes Primus und seinem Team gut gestaltet werden wird“ – was in Medienartikeln als Wahlwerbung für die SPÖ und deren Bürgermeisterkandidaten Primus interpretiert wurde.

FPÖ-Spitzenkandidatin Isabella Theuermann meinte darauf in den „Wahlgesprächen“ mit den Unterkärntner Nachrichten am Donnerstag, 18. Februar, sie sei von drei Anwälten kontaktiert worden, die gemeint hätten, der Artikel stehe im Verdacht des Amtsmissbrauchs seitens Bürgermeister Primus, da eine Gemeindezeitung für Parteizwecke ausgenützt werde. Sie werde aber aus Rücksicht auf die eventuellen Kosten zu Lasten der Wolfsberger auf eine Anzeige verzichten. Für Loibnegger fand sie im Gespräch harte Worte.

In der Gemeinderatssitzung am Donnerstag wurde auch ein Online-Artikel einer Tageszeitung vom selben Tag bekannt, in dem Theuermann den Stadtzeitung-Bericht und Loibnegger kritisierte. Der nutzte darauf seine Abschiedsworte in der Sitzung für eine wütende Attacke auf jene Zeitung und die für den Artikel verantwortliche Redakteurin. Auch die oben zitierte „zum Schweigen bringen“-Drohung fiel in diesem Zusammenhang, die laut Beobachter an Theuermann gerichtet gewesen sein soll.

Nach der Sitzung wurde der Konflikt weitergeführt. Loibnegger erklärte in einem um 21.13 Uhr versandten E-Mail seinen Austritt aus der FPÖ. Darin hieß es auch: „Mit den Entwicklungen aber die die Partei der FPÖ in letzter Zeit gemacht hat kann ich nicht konform gehen und dies hat mich auch schon vor ca 2 Jahren dazu bewogen sowieso nicht mehr als Spitzenkandidat zur Verfügung zu stehen. Vor allem die Denunzierungen meiner Person gegenüber haben mich dazu bewogen dieser Partei den Rücken zu kehren. Mit einer Marionette die gerne mal im Rampenlicht steht, Streit und klagen als Lösung sieht und öde Phrasendrescherei übt ist wirklich keinem geholfen. Aber anscheinend weiß sie es leider nicht besser.“ Seine folgenden Sätze klingen nicht nach einer Wahlempfehlung für die FPÖ: „Was Wolfsberg weiterhin nach vorne bringt ist Zusammenarbeit und lösungsorientiertes Denken. Nicht Streit und ewige Klagsandrohungen an alle möglichen Personen und Institutionen vor allem von Personen die lieber vor der eigen Tür kehren sollten. Der Fisch fängt zumeist am Kopf zu stinken an...“ Schlusssatz: „Das sollte auch der Bevölkerung beim Gang zur Wahlurne bewusst sein wo sie ihr Kreuz machen werden.“ Wolfsberg hat seinen Wahlkampf-Skandal …

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