Wieder Ärger mit Fitnessstudio: Zwei 64-jährige Wolfsbergerinnen schildern ihre bösen ErfahrungenAusgabe 11 | Mittwoch, 11. März 2020

Es handelt sich um das selbe Center, das schon eine 79-Jährige nicht aus dem Vertrag entlassen wollte. Nun meldeten sich zwei weitere Frauen, denen es ähnlich erging und deren Atteste nicht akzeptiert wurden. Der Geschäftsführer des Studios erläutert die Hintergründe.

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Wolfsberg. Die 79-jährige Maria Turcato ist nicht allein. Jetzt meldeten sich zwei weitere Lavanttalerinnen bei den Unterkärntner Nachrichten, die ähnliche Erfahrungen mit einem Wolfsberger Fitnessstudio gemacht hatten wie die Pensionistin. Beiden steht der Zorn ins Gesicht geschrieben, da sie ebenfalls nicht aus ihren Verträgen entlassen wurden.

Wie berichtet hatte Turcato ein Jahr lang ein Fitnessstudio besucht, ehe sie sich im April des Vorjahrs einer Operation im Hüftbereich unterziehen musste. Danach meldete sie sich in einem anderen Studio an, das laut ihr eine Infrastruktur besitzt, die besser zu ihren Bedürfnissen nach der Operation passte. Doch das ursprüngliche Center verweigerte auch nach Vorlage eines Attests den Ausstieg aus dem Vertrag und bestand auf der Bezahlung der gesamten Laufzeit, die Ende Mai enden wird. Selbst eine Intervention der Arbeiterkammer konnte daran nichts ändern.

»Ich werde zahlen. Aber ich möchte die Leute warnen, damit es ihnen nicht wir mir geht«
Eine Wolfsbergerin über ihre Beweggründe

Der Vorwurf einer Studiomitarbeiterin, Turcato hätte versucht, »Betrug zu begehen«, wie es in einem Mail an die Arbeiterkammer hieß, wurde nach einer Anfrage der Unterkärntner Nachrichten schriftlich zurückgenommen. Auch eine Entschuldigung gab es dafür, denn: »So gehen wir mit Mitgliedern nicht um«, sagte der Geschäftsführer.

Nun schildern zwei weitere Wolfsbergerinnen, die ungenannt bleiben wollen, ihre Erfahrungen mit diesem Fitnessstudio. Beide sind 64 Jahre alt, die eine schrieb sich im März 2019 ein, die andere im April. »Das erste Mal habe ich mich geärgert, als ich in einem Monat doppelt bezahlen sollte«, erzählt die eine. »Mir wurde gesagt, dass es sich um die Trainerpauschale handelt, die im Vertrag steht, von der ich aber nichts wusste.«

»Es gibt etliche Mitglieder, die wir aus Kulanz aus dem Vertrag entlassen haben«
Der Geschäftsführer, des Fitnessstudios

Im September begann sie an Problemen mit einem Halswirbel zu laborieren und wollte ihren Vertrag mit dem Studio beenden. Sie legte ein Attest vor, in dem ihr Arzt geschrieben hatte: »Es wird bestätigt, dass Frau XX aus gesundheitlichen Gründen in keinem Fitnessstudio trainieren darf.« Sie kündigte im Oktober per Einschreiben ihre Mitgliedschaft, erhielt keine Antwort und sandte ein weiteres Einschreiben mit identem Inhalt an die Wiener Zentrale. Wieder folgte keine Reaktion – bis eines Tages ihr Handy piepte.

»Es war eine SMS des Studios, in dem ich unter der Überschrift ›Letzte Mahnung‹ zur Zahlung von 129,60 Euro aufgefordert wurde, sonst würde die Sache einem Anwalt übergeben werden«, berichtet die Wolfsbergerin. Sie wird zahlen: »Was bleibt mir übrig. Aber ich möchte die Leute warnen, damit sie nicht wie ich hineinfallen.«

Der zweite Fall

Die zweite Wolfsbergerin musste sich im August 2019 einer Unterleibsoperation unterziehen. Einen Monat zuvor wies sie ein Attest vor, laut dem ihr das Training untersagt wurde. Zweimal kündigte sie darauf schriftlich: einmal beim Studio selbst, einmal bei der Zentrale. Antwort gab es erst, nachdem sie die Arbeiterkammer eingeschaltet hatte. Darin stand, dass allgemein formulierte Atteste nicht akzeptiert werden.

Ihr Vertrag läuft bis Ende Juli, bisher schuldet sie dem Studio 114,60 Euro. Auch sie wurde bereits per SMS gemahnt, auch sie wird bezahlen. Sie sagt: »Mich ärgert besonders, dass das Attest nicht akzeptiert wurde und ich auf meine Kündigungsschreiben nie eine Antwort erhalten habe.«

Der Geschäftsführer des Studios sagte: »Ein allgemein gehaltenes Attest ist zu wenig. Wie benötigen Details, wenn wir den Vertrag vorzeitig auflösen sollen. Es gibt etliche Mitglieder, die wir aus gesundheitlichen Gründen aus Kulanz aus dem Vertrag entlassen haben.« Außerdem müsse das Attest per Mail eingereicht werden. 

Bei der ersten der beiden Wolfsbergerin vermutet der Geschäftsführer andere Hintergründe als gesundheitliche Probleme: »Als die Trainerpauschale das erste Mal verrechnet wurde, sagte sie, sie werde das nicht bezahlen und nicht mehr kommen. Fakt ist aber, dass auf diesen Betrag, der halbjährlich fällig ist, bei Vertragsabschluss extra hingewiesen wurde.« Um seine Aussage zu belegen, legte er den Vertrag mit der entsprechend gekennzeichneten Passage vor. »Dafür bieten wir alle acht Wochen eine Trainerstunde und eigene Betreuung an.«

Zu betonen ist: Die geschilderten Vorfälle betreffen ein Studio in Wolfsberg. Sie sind kein Abbild der Vorgehensweisen in anderen Fitnesscentern, von denen es im Bezirk Wolfsberg 36 gibt. 

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