So gehen die Spitzenkandidaten aus dem Bezirk in die intensive Phase des WahlkampfsAusgabe 35 | Mittwoch, 28. August 2019

Offiziell starten die Parteien den Wahlkampf für die Nationalratswahl im September erst in ein paar Tagen, de facto wird aber bereits seit Monaten hart um jede Stimme gekämpft. Themen blieben bislang auf der Strecke, dafür flogen regelmäßig heftig die Fetzen.

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Wolfsberg. Auch wenn die Parteien erst Ende August, Anfang September zum offiziellen Auftakt für ihren Wahlkampf für die Nationalratswahl am 29. September laden, der Wahlkampf ist schon längst im Gange. Seit Wochen sind die Spitzenkandidaten unterwegs und werben um Stimmen. Ex-Bundeskanzler Sebastian Kurz tourt bereits seit Mitte Juli durch das Land um »Gespräche mit den Bürgern zu führen«. Am Montag war er dabei auch im Lavanttal unterwegs (siehe Seite 21).

Die SPÖ-Spitzenkandidatin Pamela Rendi-Wagner ist auf Dialogtour in ganz Österreich und setzt dabei hauptsächlich auf den persönlichen Kontakt zur Bevölkerung. Auch Rendi-Wagner war bereits im Lavanttal und stattete dem Gackern einen Besuch ab.

Bei der FPÖ erfolgt der offizielle Wahlkampfauftakt am 7. September in Pasching. Eine Woche später soll Norbert Hofer am Bundesparteitag formal zum Nachfolger von Heinz-Christian Strache als FPÖ-Bundesparteiobmann gewählt werden.

Bei den Grünen ist bereits die Listenzweite Leonore Gewessler auf »Zukunftstour« durch Österreich unterwegs. Offiziell starten die Grünen am 7. September in den Wahlkampf.

Die NEOS, bei ihnen gibt es keinen Lavanttaler Kandidaten für die kommende Wahl, touren ebenfalls durch Österreich. In der letzten Augustwoche ist ein Radiospot geplant, und im September wird es schließlich noch einen Kinospot zu sehen geben.

Bei der Wahl kandidieren mit der ÖVP, der SPÖ, der FPÖ, den NEOs, der Liste Pilz, den Grünen, »Alternative Listen« und »Wandel« acht Parteien österreichweit, dazu kommen noch fünf Parteien, die nur in einem oder zwei Bundesländern antreten, wie das BZÖ, das nur in Kärnten kandidiert.

ÖVP-Weber schließt niemanden für Koalition aus

Der türkise Spitzenkandidat im Wahlkreis Ost, LAbg. Johann Weber, ist bereits seit einiger Zeit fleißig im Wahlkampfeinsatz. »Ich war schon bevor das Thema Neuwahl aufgekommen ist viel bei den Menschen. Ich bin einer vom Volk und ich bin auch gerne beim Volk. Mir ist der Bürger wichtig«, erzählt Weber, der auf viele persönliche Kontakte mit den Menschen setzt. Für die heiße Phase sind außerdem noch zwei gemeinsame Tage auf Tour im Lavanttal mit der Nummer zwei der ÖVP-Bundesliste, Elisabeth Köstinger, geplant, ein Besuch von Sebastian Kurz stand am Montag auf dem Programm. »Ich möchte der Vertreter des Volkes aus dem Lavanttal im Parlament sein. Für die Partei hoffe ich, den Aufwärtstrend auf sämtlichen politischen Ebenen fortzusetzen und bei der Wahl noch stärker zu werden«, sagt Weber, der meint, dass es möglich wäre, das Grundmandat im Wahlkreis Ost zu schaffen. Auf eine bestimmte Koalition nach der Wahl will sich der Lavanttaler nicht festlegen: »Ich bin offen für alles. Erst muss der Wähler entscheiden, danach sieht man, welche Möglichkeiten sich bieten. Ich schließe niemanden aus.«

SPÖ-Kandidatin schließt Koalition mit den Freiheitlichen aus

Noch nicht in den Wahlkampf gestartet ist die Bezirksspitzenkandidatin der SPÖ, Nicole Strodl. Sie hat bislang einige Veranstaltungen im Lavanttal besucht. »Nun geht es richtig los. Ich setze hauptsächlich auf Hausbesuche  im ganzen Lavanttal und den persönlichen Kontakt mit den Bürgern. Dabei erfährt man am Besten von den Anliegen und Sorgen der Menschen«, sagt die Bad St. Leonharder Gemeinderätin. 

Ihr persönliches Ziel bei der Nationalratswahl ist es, möglichst viele Vorzugsstimmen zu erhalten. Für die Partei erhofft sie sich ein gutes Ergebnis. »Wichtig ist, einen sauberen Wahlkampf zu führen. Man muss nach der Wahl noch in den Spiegel schauen können«, meint Strodl. Wichtige Anliegen, für die sich die SPÖ-Kandidatin einsetzen möchte, sind Themen wie Kinderbetreuung und -erziehung und Bildung: »In diesen Bereichen gibt es leider noch viel zu tun. Denn die Kinder sind unsere Zukunft.« Auf Koalitionen legt sich Strodl nicht fest: »Jetzt warten wir die Wahl ab, dann sehen wir weiter. Lediglich mit der FPÖ schließe ich eine Koalition aus, denn dazu sind die Freiheitlichen zu weit von unseren Werten entfernt.«

FPÖ-Ragger lässt alle Koalitionsvarianten nach der Wahl offen

Der freiheitliche Bezirksparteiobmann NRAbg. Christian Ragger befindet sich bereits voll im Wahlkampf. Er hat in den vergangenen Wochen schon zahlreiche Veranstaltungen im Lavanttal, aber auch in den beiden anderen Bezirken des Wahlkreises besucht. Außerdem hat er Gespräche über wichtige Projekte im Wahlkreis geführt. »Dabei ging es unter anderen um den Bahnhof in Kühnsdorf und den Bahnhof in St. Paul. Aber auch um Betriebsansiedelungen in St. Paul und ein  mir persönlich wichtiges Anliegen: die Ausarbeitung des Pflegeschecks für Angehörige«, erzählt Ragger. In der Intensivphase wird er noch zahlreiche Betriebsbesuche vornehmen und zu »Meet & Greet«-Events laden. 

Geplant ist auch, dass entweder Bundesparteiobmann Norbert Hofer oder der ehemalige Innenminister Herbert Kickl zum Wahlkämpfen ins Lavanttal kommen. Als persönliches Ziel für die kommende Wahl hat sich Ragger gesetzt, viele Vorzugsstimmen zu erhalten. Für die FPÖ wünscht er sich, »dass der Wähler die Partei nach der Arbeit bewertet und nicht nach Videos. Ich stehe für 20 Jahre Verlässlichkeit. Mit mir kauft niemand die Katze im Sack.«

Stückler von den Grünen hofft auf Wiedereinzug 

Der Grüne-Kandidat Reinhard Stückler hat am Montag mit dem Wahlkampf begonnen. »Wir haben die ersten Plakate geklebt. Wir müssen alles in Eigenregie machen, da uns die finanziellen Mittel fehlen«, sagt Stückler.

In den letzten Wochen des Wahlkampfs plant der noch einige kleine Aktionen, wie Folder zu verteilen und Hausbesuche zu unternehmen. »Große Möglichkeiten haben wir ohnehin nicht«, so Stückler. Und was hat sich der Grüne-Gemeinderat aus Wolfsberg als Ziel bei der Wahl gesetzt? »Das Wichtigste ist der Wiedereinzug der Grünen in den Nationalrat. Ich persönlich bin für jede Stimme dankbar, und wenn mich jemand im Parlament sehen will, muss er mich wählen«, so Stückler.

Präferenzen für mögliche Koalitionen hat der Lavanttaler Landwirt keine: »Es muss einmal das Wahlergebnis abgewartet und danach natürlich mit allen Parteien gesprochen werden. Da darf niemand ausgeschlossen werden.« Als großes Anliegen, für das sich Stückler im Nationalrat einsetzen würde, nennt er, »die Voraussetzungen zu schaffen, dass sich ökologisches, nachhaltiges Wirtschaften lohnt«.

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