Lithium-Abbau auf der Weinebene: Unternehmen feilt bereits am künftigen Transport des Gesteins Ausgabe 34 | Mittwoch, 21. August 2019

Geht es nach Christian Ragger, Anwalt von European Lithium, wird das Lavanttal durch den Abbau keinen zusätzlichen Lkw-Verkehr ertragen müssen. Er schlägt vor, das Material auf den Schienen zu liefern. Die ÖBB sind interessiert, noch seien aber Fragen zu klären.

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Unterkärntner Nachrichten Redakteur Horst Kakl Von Horst Kakl kaklno@spamunterkaerntner.at
Anstatt mit hunderten Lkws durchs Lavanttal soll das gesamte lithiumhaltige Material auf Eisenbahnwaggons verladen und zum Werk geliefert werden, in dem es verarbeitet wird. Zuvor muss allerdings erst dessen Standort festgelegt werden. Ins Auge gefasst ist dafür St. Paul, noch ist aber nichts fixiert. Foto: ÖBB Rail Cargo Austria/David Payr

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Lavanttal. Derzeit läuft die endgültige Machbarkeitsstudie (Definitive Feasibility Study oder kurz DFS). Doch die Verantwortlichen von European Lithium, die das Leichtmetall auf der Weinebene ab Ende 2021 abbauen wollen, feilen gleichzeitig am künftigen Transport des Gesteins. Geht es nach den Betreibern, soll es ab Frantschach auf Schienen durch das Tal fahren.

Christian Ragger, Anwalt und Vertreter von European Lithium, sagt: »Wir wollen beim Transport so umweltfreundlich wie möglich vorgehen und möglichst weite Teile der Strecke mit der Bahn durchführen.« Daher hat sich das Unternehmen an die Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) gewandt und schon eine Besprechungsrunde absolviert.

»Wenn eine Einigung mit den ÖBB gelingt, müsste kein einziger Lkw durch das Tal fahren«
Christian Ragger, Anwalt European Lithium

Mit am Tisch saß dabei neben Ragger auch Franz Bauer, Mitglied des Vorstands der ÖBB-Infrastruktur AG. European Lithium schwebt vor, das metallhaltige Gestein von der Weinebene auf Lkw nach Frantschach zu fahren. Dort soll es auf Schienen verladen und weiter nach St. Paul gebracht werden – vorausgesetzt natürlich, die Gemeinde erhält den Zuschlag zum Bau des Werks, in dem das Lithium weiterverarbeitet werden soll. Das Transportvolumen liegt bei 15.000 Tonnen pro Jahr. 

Gut für beide Seiten

»Wenn die ÖBB mitmachen, wäre das nicht nur für uns sehr gut«, sagt Ragger, »sondern auch für die Bahn, die eine höhere Auslastung hätte. Außerdem müsste dann kein Lkw durch das Tal fahren.«

Die ÖBB meinen zum Vorhaben von European Lithium: »Die Rail Cargo Group bekundet grundsätzliches Interesse.« Allerdings müssten erst einige Fragen geklärt werden: So sei die Machbarkeitsstudie, die in sechs bis neun Monaten fertiggestellt sein soll, »Grundlage für einen eventuell notwendigen Infrastrukturausbau« seitens der ÖBB. Erst nach Vorliegen möglicher Transportmengen und des definitiven Standorts des Werks können detailliertere Antworten bezüglich nötiger Investitionen geliefert werden.

»Mit den Entscheidungsträgern der Abbaugesellschaft stehen wir natürlich in einem engen Informationsaustausch«, so die ÖBB. Soll heißen: Es sind noch einige Dinge zu erledigen, ehe man abschließend verhandeln könne.

// INFO
Das Projekt:
Lithium:
Verwendungsmöglichkeiten gibt es viele, etwa bei der Herstellung von Batterien für Elektrofahrzeuge oder Mobiltelefone. Auch für den Flugzeugbau wird es benötigt.
Traudi-Stollen: Darin soll das Leichtmetall abgebaut werden. Diesbezügliche Absichten wurden bereits in den 1980er Jahren gehegt, als Explorationsarbeiten durchgeführt wurden. 
Start: Die Produktion von Lithium-Hydroxid soll 2021/2022 beginnen.

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