Ingrid Flick im Gespräch mit den Unterkärntner NachrichtenAusgabe | Mittwoch, 6. März 2019

Die gebürtige Bad St. Leonharderin spricht über ihr Leben als Unternehmerin, wie sie ihren beiden Kindern den Umgang mit Geld beigebracht hat, warum sie mittlerweile zwei Bücher geschrieben hat und wie sie trotz des Rampenlichts eine gute Balance findet.

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Wo haben Sie Ihren Mann das erste Mal getroffen?
Daran denke ich gerne zurück: Das war 1981, ein ganz besonderes und sehr entscheidendes Jahr für mich. Damals kam ich gerade nach einem längeren Ausbildungs- und Sprachaufenthalt aus Kanada zurück und habe im Hotel Hospiz am Arlberg zu arbeiten begonnen, wo ich im selben Jahr meinen späteren Ehemann kennenlernte. 

Von der Rezeptionistin in einem Hotel zur Milliardärin. Klingt wie ein Hollywoodfilm. Ging für Sie ein Traum in Erfüllung?
Das kommt auf die Sichtweise an. Ich war nicht darauf aus »mir einen Millionär zu angeln«, es hat sich ergeben und das Schicksal hat es so gewollt. Wir haben uns kennen und lieben gelernt und damit ging natürlich ein Traum in Erfüllung: einen Partner fürs Leben zu finden. Viele mögen das als Traum sehen, aber es ist vor allem auch eine sehr große Verantwortung, einem Partner und den sich damit ergebenden Pflichten gerecht zu werden.

Sie haben ja ein finanziell abgesichertes Leben, absolvieren aber trotzdem zahlreiche Termine. Können Sie Ihr Leben mit all den Vorzügen richtig genießen?
Bei all den vielfältigen Aufgaben als Unternehmerin und den vielen terminlichen Verpflichtungen achte ich darauf, dass ich immer wieder etwas Zeit für mich finde und möglichst viel Zeit mit meiner Familie und mit meinen Freunden verbringe. Genuss bereitet es mir zum Beispiel, wenn ich zu jeder Jahreszeit in der Natur unterwegs sein kann, und auch noch Zeit für Reisen zur Verfügung habe. 

Kinder liegen Ihnen sehr am Herzen, Sie unterstützen SOS Kinderdörfer in Kärnten und der Steiermark, haben einen Frühchensimulator für das Klinikum Klagenfurt finanziert usw. Warum setzen Sie sich für Kinder so ein?
Das ist ganz einfach: Es gibt nichts Schöneres, als strahlende Kinderaugen! Das Glück von Kindern liegt mir immer schon sehr am Herzen. Sie brauchen die Unterstützung der Erwachsenen und sind auf deren Hilfe angewiesen. Gleichzeitig habe ich große Hochachtung vor all jenen Menschen, die für Kinder da sind, ihnen Liebe und Geborgenheit schenken und ihnen zu einer guten Zukunft verhelfen. Kinder sind unsere Zukunft.

Sie haben mittlerweile auch ein Naturbilderbuch geschrieben und sich damit als Autorin betätigt. Wie ist es dazu gekommen?
Ja, es sind jetzt sogar schon zwei Bücher: Das erste heißt »Wir besuchen unsere Wildtiere« und das zweite »Wir besuchen unseren Wald«. Wie es dazu kam war eigentlich ein Zufall: Ich war auf der Suche nach einem passenden Geschenk und habe dabei festgestellt, dass es noch Bedarf an Bildbänden für Kinder zum Thema »heimische Wildtiere« gibt. Dabei ging es mir vor allem auch um echte, authentische Fotos aus unseren Wäldern. So bin ich auf die Idee gekommen, selbst ein Buch zu gestalten. Der Reinerlös der Bücher kommt Projekten des St. Anna Kinderspitals zugute. 

Sie gelten als sehr naturverbunden. Was bedeutet Ihnen die Natur? 
Mit der Natur bin ich seit meiner Kindheit sehr verbunden, sie ist für mich ein richtiger Ort der Kraft. Respekt und der achtsame Umgang mit unseren Wäldern, die ja ein vielfältiger Lebensraum für Tiere und Pflanzen sind, ist mir immer schon ein großes Anliegen. Das versuche ich auch mit meinen zwei Büchern zu vermitteln. 

Kann man in Zukunft noch weitere Bücher von Ihnen erwarten?
Ja, es gibt tatsächlich bereits Überlegungen für ein weiteres Buch. Wir arbeiten derzeit daran. 

Seit vielen Jahren unterstützen Sie ja auch Wissenschaft und Forschung. Was ist Ihre Motivation?
Der Fortschritt und neue Erkenntnisse in der wissenschaftlichen und medizinischen Forschung bringen enorm viele Positives für unsere Gesellschaft. Gleichzeitig sind der wissenschaftliche Sektor und die Medizin immer wieder auch auf externe Unterstützung angewiesen, damit aktuelle Forschungsvorhaben auch tatsächlich umgesetzt werden können. Denn bei jeder Forschungstätigkeit ist es essenziell, dass das entsprechende Projekt über einen längeren Zeitraum auf einer gesicherten finanziellen Basis steht. In meiner Funktion als Kuratoriumsvorsitzende der Friedrich Flick Förderungsstiftung unterstütze ich solche Organisationen und setze mich dafür ein.

Ihre beiden Kinder wurden heuer 20 Jahre alt. Waren die beiden ein lang gehegter Kinderwunsch?
Mit der Geburt meiner beiden Kinder ging mein wichtigster Wunsch – Mutter zu sein – in Erfüllung. 

Wie lernen Ihre Kinder den Umgang mit Geld? 
Als Mutter ist es mir wichtig, meinen Kindern Werte wie Pflichtbewusstsein, Traditionsverbundenheit, Respekt und Bodenständigkeit zu vermitteln, und ich denke, das ist mir ganz gut gelungen. Meine Kinder haben schon früh gelernt, dass Leistung erkannt wird und auch mit einem daraus resultierenden Lohn gewürdigt wird. Es ist ihnen daher sehr wohl bewusst, welcher Arbeitsaufwand notwendig ist, um einen Betrag wie beispielsweise 100 Euro zu verdienen. Das prägt ihre Einstellung zu dem Thema.  

 

Sie sind aufgrund Ihrer exponierten Stellung ständig von Bodyguards umgeben. Wie ist es, wenn man sich ständig beschützen lassen muss?
Nun, dazu kann ich nur sagen: Man fühlt sich »beschützt«. Es ist aber auch gewöhnungsbedürftig und bedarf einer Umstellung der üblichen täglichen Abläufe.

Kann das Rampenlicht, dem Sie ständig ausgesetzt sind, auch manchmal nerven?
Ich denke, da habe ich eine ganz gute Balance gefunden. Wenn mir das Rampenlicht zu viel wird, ziehe ich mich etwas zurück. In solchen Fällen ist mein »Geheimrezept«, Aufenthalte in der Natur einzuplanen, am Forstgut in der Steiermark und im Lavanttal. Man muss einfach nur wissen, was einem gut tut! Wenn ich in den Wäldern und in den Bergen unterwegs bin, kann ich jeden Trubel schnell wieder vergessen, die Seele baumeln lassen und neue Kraft schöpfen. 

Sie haben 2018 den Golden Werzer‘s Award bekommen. Was bedeutet die Auszeichnung für Sie?
Dieser Award kam für mich unerwartet und ich habe eine große Freude damit! Besonders freut es mich, dass Werner Frömmel von den Werzer’s Hotels erkannt hat, welchen hohen Stellenwert meine Heimat Kärnten für mich hat. 

Haben Sie Erinnerungen an Ihre Kindheit im Lavanttal?
Selbstverständlich, mit meiner Heimat Lavanttal verbinden mich bis heute jede Menge schöne Erinnerungen. Ich hatte eine harmonische und wirklich glückliche Kindheit mit viel Natur und purem Landleben. Dazu gehörten Urlaube auf dem Bauernhof, nette Nachbarn und liebe Freunde – ich hatte wirklich alles, was ich brauchte, um glücklich zu sein, vor allem die Liebe meiner Eltern. Dafür bin ich sehr dankbar, und ich bin auch heute immer wieder sehr gerne in Bad St. Leonhard. 

Sie besitzen mehrere Gründe auf der Koralpe. Liegt Ihnen diese Investition am Herzen, weil Sie aus dem Tal stammen?
Mein Herz schlägt grundsätzlich für Kärnten, und so sind meine wirtschaftlichen Aktivitäten auch landesweit verteilt. Die Koralm ist ein Teil davon.

Engagieren Sie sich karitativ im Lavanttal? 
Für mein karitatives Engagement gilt Ähnliches wie für meine unternehmerischen Tätigkeiten: Sie sind nicht auf bestimmte Landesteile begrenzt. Ich helfe überall dort, wo ich es für sinnvoll und notwendig erachte, und auch im Lavanttal habe ich bisher einige kleinere Aktionen unterstützt.

Sie leben mittlerweile seit einer Ewigkeit am Wörthersee. Wie oft besuchen Sie noch Ihre alte Heimat, das Lavanttal, und im speziellen Bad St. Leonhard?
Ja, ich bin oft dort und fühle mich auch sehr verbunden! Regelmäßig und so oft es die Zeit zulässt besuche ich meine Familie und meinen kleinen Verwandtenkreis. Es ist einfach jedes Mal wunderschön, im Lavanttal zu sein.

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