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Vom Klapptisch zum Kühlwagen: Der Wolfsberger Bauernmarkt feiert 40 Jahre RegionalgeschichteAusgabe 36 | Mittwoch, 2. September 2026

Seit 40 Jahren prägt der Bauernmarkt den Wolfsberger Freitag: Speck, Trockenwürste, Honig, Brot und Blumen. Vom Klapptisch in den Anfangsjahren bis zum modernen Kühlwagen heute, zeigt der Markt, wie lebendig regionale Landwirtschaft im Tal geblieben ist.

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Unterkärntner Nachrichten Redakteur Michael Swersina Von Michael Swersina m.swersinano@spamunterkaerntner.at
Bild oben: Margrit Heritzer (l.), Obfrau der ARGE Wolfsberger Bauernmarkt, am Weiher mit Manuela Rudert vlg. Albrecht, die heuer erstmals am Bauernmarkt mit ihren Frischblumen vertreten ist. Bild unten, links: Bereits seit 40 Jahren ist Irmgard Woger mit ihrem Honig am Bauernmarkt vertreten. Bild unten, rechts: Die Familie Gritzner ist ebenfalls vom ersten Tag beim Bauernmarkt dabei. Begonnen hat Elfriede Gritzner, heute steht Schwiegertochter Stefanie (r.), manchmal unterstützt von Tochter Lea (l.), am Weiher in Wolfsberg. Fotos: UN/much (3)

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Wolfsberg. Jeden Freitagmorgen liegt über dem Weiher in Wolfsberg ein ganz besonderer Duft in der Luft: frisches Brot, würziger Speck, Kräuter, Käse, Honig. Seit 40 Jahren ist der Wolfsberger Bauernmarkt ein Fixpunkt im Wochenrhythmus der Bezirkshauptstadt – ein Ort, an dem die Region ihren Geschmack zeigt und an dem bäuerliche Familien ihre Geschichte weiterschreiben.

Begonnen hat alles 1986, als die ARGE Bauernmarkt Wolfsberg gegründet wurde. Damals standen die Landwirte noch auf Klapptischen unter Sonnenschirmen, wechselten vom Rathausplatz zur Johann‑Offner‑Straße und weiter zum Minoritenplatz. 13 Jahre lang wanderte der Markt durch die Innenstadt, ehe er 1999 am Weiher seine endgültige Heimat fand. Mit dem Umzug kamen auch Kühlwagen samt Schauvitrinen – ein Meilenstein, der den Verkauf von Frischfleisch und leicht verderblicher Ware ermöglichte und das Erscheinungsbild des Markts professionalisierte.

Heute stehen jeden Freitag von 7 bis 12 Uhr sieben bäuerliche Betriebe fix am Weiher, im Frühjahr 2027 kommen drei weitere dazu. Das Angebot reicht von Speck, Trockenwürsten und Geselchtem über Brot, Käsevariationen und Gemüse bis hin zu Kräutern, Schnäpsen und Süßem. Und hinter jedem Stand steckt eine Familie, die den Markt geprägt hat.

Eine davon ist die Familie Heritzer. Seit den Anfangsjahren ist sie dabei, hat alle Standorte mitgemacht und ist bis heute eine tragende Säule. Seit 2024 steht Margrit Heritzer als Obfrau an der Spitze der ARGE Bauernmarkt Wolfsberg. Sie sagt: »Wir haben konstant sieben Stände am Weiher, im nächsten Frühjahr werden es mehr. Die Leute schätzen die Qualität und die Nähe zu den Produzenten. Schön wäre es, wenn wir noch jemanden finden würden, der Fisch oder Käse im Angebot hat.« Für Heritzer ist der Markt nicht nur Verkaufsplatz, sondern Begegnungsraum – ein Ort, an dem Vertrauen gewachsen ist.

Eine Pionierin der ersten Stunde ist auch Irmgard Woger. Seit vier Jahrzehnten verkauft die Familie Woger aus St. Michael Honig am Bauernmarkt – ein Stand, der für viele Stammkunden zum unverzichtbaren Freitag gehört. Ebenso tief verwurzelt mit dem Bauernmarkt am Weiher ist die Familie Gritzner: Mit Elfriede Gritzner begann die Geschichte am Markt, heute steht Schwiegertochter Stefanie hinter der Vitrine und bietet Fleisch‑ und Wurstwaren, Verhackertes und vieles mehr an.

Doch der Markt lebt nicht nur von Tradition, sondern auch von neuen Impulsen. Mit Manuela Rudert vulgo Albrecht gibt es einen frischen Zugang: Sie bringt Blumen vom Albrechthof in Untergösel an den Weiher – Sträuße, saisonale Kränze, Palmbuschen, Trockenblumen. Ihr Stand zeigt, wie vielfältig der Markt geworden ist und wie sehr er sich mit den Jahreszeiten verändert.

Dass der Bauernmarkt über Jahrzehnte Bestand hat, liegt auch an den Menschen, die ihn geführt haben. Waltraud Darmann war von 1992 bis 2004 Obfrau der ARGE Bauernmarkt, gefolgt von Franz Woger bis 2009. Danach übernahm Angelika Kopp, ehe 2016 Tina Kornherr die Leitung weiterführte. Jede dieser Persönlichkeiten hat den Markt geprägt, weiterentwickelt und durch herausfordernde Zeiten begleitet. 

Nun, zum 40‑Jahr‑Jubiläum, soll wieder gefeiert werden. Im Rahmen des Wolfsberger Herbstfests am 3. Oktober ist eine kleine Festlichkeit geplant – ein Moment, um zurückzublicken und nach vorne zu schauen. Denn der Bauernmarkt ist mehr als ein Ort des Einkaufs: Er ist ein Stück Wolfsberger Identität, ein Treffpunkt, ein wöchentlicher Beweis dafür, dass regionale Landwirtschaft lebt.

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