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Jetzt ist es öffentlich: Grundbuch gibt den Namen des Käufers des Kasernen-Areals in Wolfsberg preis Ausgabe 33 | Mittwoch, 12. August 2026

Erst herrschte eisernes Schweigen, jetzt ist das Geheimnis gelüftet: Die Wolfsberger Gutsche Technik GmbH hat das Grundstück mit einer Größe von rund 10.400 Quadratmetern gekauft. So steht es im Grundbuch. Was damit geschehen wird, bleibt weiter im Dunklen.

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Wolfsberg. Jetzt ist die Katze aus dem Sack, oder anders: Der Grundbuchauszug liegt vor. Demnach ist die Wolfsberger Gutsche Technik GmbH die neue Besitzerin des unbebauten Areals der früheren Aichelburg-Kaserne in der Bezirkshauptstadt. Der Kauf erscheint logisch, denn auch der daneben liegende »Wohnpark Aichelburg« gehört einem Unternehmen der Familie Gutsche.

Johann Gutsche, der bekannte Gründer der Firmengruppe, im Lavanttal auch als Immobilieninvestor tätig, meinte auf Anfrage der Unterkärntner Nachrichten lediglich: »Ich möchte dazu nichts sagen.« Damit bleibt im Dunklen, was mit dem rund 10.400 Quadratmeter großen Grundstück geschehen soll. Laut Grundbuch liegt auf dem Areal ein Pfandrecht der Raiffeisenbank Mittleres Lavanttal mit einem Höchstbetrag von 1,7 Millionen Euro. Die Gutsche Technik GmbH soll dem Vorbesitzer weiters einen sechsstelligen Betrag überwiesen haben.  

»Ich möchte dazu nichts sagen«
Johann Gutsche, Gründer der Firmengruppe

Wie im Juli berichtet – als sich alle Beteiligten in Schweigen hüllten –, hat das Grundstück damit einmal mehr den Besitzer gewechselt. Stets wurden Pläne gewälzt, es zu bebauen – dazu gekommen ist es bislang aber nicht. 

Die Geschichte

Nach dem Aus für die Aichelburgkaserne wurde fünf Jahre lang erfolglos ein Käufer gesucht. Um es doch noch loszuwerden, teilte man es: 2011 kaufte eine Firma Gutsches jene Hälfte, auf der die Kaserne stand, und errichtete den 2013 fertiggestellten »Wohnpark Aichelburg«. Rund fünf Millionen Euro wurden in den Umbau des Kasernengebäudes zu 75 Wohnungen mit betreutem Wohnen und einem Wohnverbund investiert.

Die unbebaute andere Hälfte wurde ebenfalls im Jahr 2011 vom steirischen Wohnbauunternehmen Kohlbacher übernommen – das sich damit jede Menge Ärger einhandelte. Es wollte Eigentumswohnungen und Reihenhäuser errichten, das Projekt kam aber nur schleppend voran. Aufgrund von Anrainerbeschwerden und negativen Stellungnahmen des Landes Kärnten wurden mehrere einschneidende Umplanungen nötig. Auch der Wolfsberger Gemeinderat beschäftigte sich mehrfach mit der Causa, 2015 wurde ein integrierter Flächenwidmungs- und Bebauungsplan beschlossen, in den Vorschläge der Anrainer einflossen. Dabei wurden die Bebauungsdichte und -höhe reduziert, Kohlbacher wollte im Frühjahr 2017 mit deer Errichtung starten.

Es klappte nicht. Denn nun wurde ein Wasserrechtsverfahren notwendig, außerdem sollte ein Gestaltungsbeirat hinzugezogen werden. Das war dem Unternehmer zu viel. Das Projekt wurde, obwohl künftige Käufer bereits Optionen auf Wohnungen bzw. Häuser besaßen, abgeblasen.

Kohlbacher informierte darauf die Inhaber von Wohnungs-Optionsverträge so: »Leider müssen wir Ihnen mit diesem Schreiben mitteilen, dass wir dieses Projekt zur Gänze absagen müssen.« Die Schuld sah das Unternehmen bei der Stadt Wolfsberg: »Die notwendige Bebauungsplanänderung wurde von der Gemeinde zu spät aufgelegt, der Gemeinderatsbeschluss mehrfach verschoben, nach mehrjähriger gemeinsamer Entwicklung des Projekts zwischen Kohlbacher und der Gemeinde sind nun plötzlich ein Gestaltungsbeirat und ein Wasserrechtsverfahren notwendig.«

Stadt wies Verantwortung zurück

Das ließ der damalige Bürgermeister Hans-Peter Schlagholz (SPÖ) so nicht stehen: Laut ihm habe die Gemeinde alles unternommen, um das Projekt zu ermöglichen. Der Bauwerber müsse lediglich sein zurückgezogenes Bauansuchen erneuern, meinte er damals. 

Es folgte jahrelanger Stillstand auf dem Areal, das langsam zuwuchs – und damit Kohlbacher wieder Ärger machte. Denn im August 2021 beklagten sich Nachbarn über den verwilderten Zustand, der es Mäusen ermögliche, sich ungestört zu vermehren. Die Angst vor Krankheiten wurde laut. Kohlbacher beauftragte darauf eine Firma, die das Gelände in Ordnung brachte.

Ein neuer Besitzer

2022 wurde bekannt, dass Kohlbacher den Kasernengrund an die in Klagenfurt ansässige Riedergarten Immobilien GmbH verkauft hatte. Abermals wurde die Errichtung mehrerer Bauten mit Wohnungen für Alleinstehende und Familien angedacht. Umgesetzt wurde wieder nichts. 

Jetzt gab Riedergarten das Grundstück, auf dem die Bäume mittlerweile beachtliche Höhen erreicht haben, an die Gutsche Technik GmbH weiter. Riedergarten-Chef Herbert Waldner im Juli zu den Unterkärntner Nachrichten, gefragt nach den Gründen des Verkaufs: »Es wurde Stillschweigen vereinbart, über alles. Ich bin dieser Vereinbarung verpflichtet.«

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