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Noah Trettenbrein holt Ehrung bei den WorldSkills: »War leider nicht das, was ich hier erreichen wollte«Ausgabe 40 | Dienstag, 29. September 2026

Der St. Pauler Hochbauer holte bei den Berufs-Weltmeisterschaften in Shanghai für seine Leistung eine »Medal for Excellence«. Ganz zufrieden ist der 19-Jährige damit aber nicht. Laut Trettenbrein ist der Bewerb nicht fair abgelaufen, über Nacht quoll der Mörtel auf.

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Unterkärntner Nachrichten Redakteur Philipp Tripolt Von Philipp Tripolt tripoltno@spamunterkaerntner.at
Links: Im Bewerb Hochbau musste Noah Trettenbrein in insgesamt 22 Stunden drei Mauerwerksmodule errichten. Rechts: Ein sichtlich enttäuschter Trettenbrein mit der »Medal of Excellence« mit SkillsAustria-Geschäftsführer Jürgen Kraft (l.) und SkillsAustria-Präsident Josef Herk (r.). Fotos: SkillsAustria/Wieser/Slovencik

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St. Paul, Shanghai (CHN). Für Noah Trettenbrein ging in der Vorwoche ein außergewöhnliches Kapitel zu Ende: Der 19-jährige Hochbauer aus St. Paul vertrat Österreich bei den WorldSkills 2026 im chinesischen Shanghai und kehrte mit einer »Medal for Excellence« ins Lavanttal zurück. Damit zählt Trettenbrein zu jenen Teilnehmern, die bei der Berufsweltmeisterschaft internationale Spitzenleistungen gezeigt haben. Doch 100-prozentig zufrieden ist er dennoch nicht.

Für den Lavanttaler war die Teilnahme bereits vor dem eigentlichen Wettbewerb etwas Besonderes. Trettenbrein war der erste Kärntner, der Österreich bei den WorldSkills im Bereich Hochbau vertrat. Gemeinsam mit mehr als 1.400 jungen Fachkräften aus aller Welt stellte er sich in Shanghai den hohen Anforderungen der Berufs-WM. 

22 Stunden für höchste Präzision
Im Bewerb Hochbau mussten drei anspruchsvolle Mauerwerksmodule innerhalb von insgesamt 22 Stunden fertiggestellt werden. Aus verschiedenfarbigen Ziegeln musste ein vierblättriges Kleeblatt gemauert werden – mit schräg verlaufenden Steinreihen und geschwungenen Konturen. Dazu kamen ein Mauerwerk mit abgestufter Oberkante sowie ein weiteres Modul mit einem gelben Linienmotiv auf dunklem Grund. Allerdings gab es für den St. Pauler, der bei der BM-Haus GmbH beschäftigt ist, am zweiten Tag eine böse Überraschung, wie er sagt: »Der Mörtel ist über Nacht aufgequollen, die Ziegel haben sich um 1,5 Zentimeter gehoben. Schade, dass es nicht fair abgelaufen ist. Wenn Leute nach dem Wettkampf zu mir kommen und meinen, ich wäre der eigentliche Goldträger, dann schmerzt das. Die ›Medal for Excellence‹ ist toll, aber das war leider nicht das, was ich hier erreichen wollte.«

Diesen »Fehler« am ersten Bauwerk durfte er 30 Minuten lang ausbessern, bekam dafür aber nur zehn Minuten zusätzliche Wettkampfzeit gutgeschrieben. Zwei Tage vor dem Bewerb wurde der Mörtel laut Trettenbrein nochmals geändert. »Die Helfer vor Ort haben alles Auge mal Pi zusammengemischt. Vielleicht hat das Material falsch reagiert oder ich habe irgendwas reinbekommen«, so der 19-Jährige.

Am Ende wurden seine intensiven Vorbereitungen aber zumindest mit einer besonderen Auszeichnung belohnt. Trettenbrein erreichte 704 von 800 möglichen Punkten und erhielt damit eine »Medal for Excellence«. Diese Auszeichnung wird bei WorldSkills für Leistungen auf internationalem Exzellenzniveau vergeben und setzt mindestens 700 Punkte voraus. Im Bewerb Bricklaying – also Mauern – waren 23 Teilnehmer am Start. Der Weltmeister Ruiqiang Huang aus China erreichte 749 Punkte.

»Dass sich die ›Medal for Excellence‹ noch ausgegangen ist, war für mich der größte Sieg. Eigentlich war nach dem ersten Tag schon alles vorbei für mich. Man wird halt für etwas bestraft, an dem man nicht schuld ist«, sagt Trettenbrein.

Doch die Teilnahme war für den St. Pauler ein Erlebnis: »So etwas habe ich noch nie gesehen. Die Dimensionen in Shanghai sind der Wahnsinn. Allein die Halle, in der wir gearbeitet haben, hat eine halbe Million Quadratmeter Fläche. Zur Eröffnung haben Roboter in einem riesigen Stadion getanzt. Es war eine tolle Erfahrung.«

Für Trettenbrein geht es im November zum Bundesheer nach Klagenfurt. Nach dem Grundwehrdienst startet für den 19-Jährigen die Polierschule. Und in drei Jahren steht die Berufs-Europameisterschaft in der Schweiz am Programm: »Ich werde es wieder versuchen.«

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