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Wolfsberg. Der Frauenfußball beim ATSV hat sich in kurzer Zeit zu einer Erfolgsgeschichte entwickelt. Die Basis dafür ist eine Mischung aus konsequenter Nachwuchsarbeit, mutigen Entscheidungen und einem Trainerteam, das sich mit Leidenschaft engagiert. Einer davon ist Elias Sarny (23). Sein Werdegang: Fußballkindergarten beim ATSV, Jugendjahre in St. Andrä, später Eitweg. Vor vier Jahren holte ihn Trainerkollege Volker Pieperhoff in die Mädchenabteilung – und seitdem ist Elias für die älteren Jahrgänge verantwortlich.
Die Mädchen, die beim ATSV Fußballspielen sind zahlreich. Von der U9 über die U12 und U13 bis zur Damenmannschaft reicht die Palette. Die Spielerinnen sind zwischen 14 und 28 Jahre alt, viele haben erst vor kurzer Zeit mit dem Fußball begonnen. Andere bringen Erfahrung aus der WAC‑Damenmannschaft mit. Diese Mischung macht die Gruppe besonders: jung, neugierig, ehrgeizig – und gleichzeitig getragen von einigen Routiniers, die wissen, wie sich Druck anfühlt.
KFV-Kleinfeldliga
Die kommende Saison in der KFV‑Kleinfeldliga, die am 30. August startet, wird spannend. Fünf Mannschaften sind heuer dabei, von Sachsenburg bis Wolfsberg. Gespielt wird acht gegen acht, sieben Feldspielerinnen plus Torfrau. Das Feld geht von 16er zu 16er und misst 75 x 55 Meter. Die Gegner sind schwer einzuschätzen. Sarny erzählt: »Austria Klagenfurt stellt eine 1b‑Mannschaft, deren erste Mannschaft in der 2. Bundesliga spielt. Sachsenburg ist ebenfalls eine 1b‑Truppe und wurde im Vorjahr Meister der Kärntner Großfeldliga. Für uns ist alles möglich. Wir sind jung und hungrig.«
Trainiert wird drei Mal pro Woche im Trainingszentrum des ATSV gegenüber vom Stadionbad, wo auch die Meisterschaftsspiele stattfinden werden.
Talentschmiede
Bemerkenswert ist, wie viele Mädchen beim ATSV das Fußballspielen von Grund auf gelernt haben. Mit Ausnahme der ehemaligen WAC‑Spielerinnen – sechs sind heuer zum ATSV dazugestoßen – haben alle hier begonnen – oft ohne Vorerfahrung.
Lisa Mohl, 13, Verteidigerin, hat erst im Vorjahr begonnen. »Eine Freundin hat mich gefragt, ob ich mitkommen möchte. Ich habe es probiert und es hat mir von Anfang gefallen. In der Verteidigung fühle ich mich wohl. Tore verhindern liegt mir mehr als Tore schießen.«
Auch Hanna Joham, ebenfalls 13 Jahre, ist erst seit der letzten Saison dabei. »Ich habe mich von klein auf für Fußball interessiert und habe es beim ATSV probiert und es hat mir sehr gut gefallen. Ich bin im Sturm tätigt. Jetzt freue ich mich schon auf den Start der Meisterschaft«, sagt Joham.
Was die Arbeit mit Mädchen besonders macht, ist die Art, wie sie lernen. »Es gibt schon Unterschiede bei der Arbeit mit Jungs und Mädchen. Laut werden bringt bei den Damen nichts. Man muss anders an sie herangehen. Aber es macht sehr viel Spaß«, erzählt Sarny.
Viele der Mädchen können inzwischen problemlos mit gleichaltrigen Burschen mithalten, obwohl diese oft länger spielen.Auch die Zukunft des Frauenfußballs beim ATSV ist gesichert. »Die U13 rückt nächstes Jahr geschlossen nach, vielleicht wagen wir dann den Schritt aufs große Feld. Aber wir haben keinen Stress, wir wollen die Mannschaften langsam nachhaltig aufbauen«, lautet die Devise.
Der ATSV hat sich auf den Weg gemacht. Und die Mädchen gehen ihn mit Begeisterung. Der Frauenfußball im Lavanttal hat ein neues Zuhause .

Von Michael Swersina
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