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Vier neue Häuser am Mikutta-Areal sind fertig – einen Kindergarten wird es vorerst nicht gebenAusgabe 9 | Mittwoch, 26. Februar 2025

In rund zwei Jahren stellte die Siedlungsgenossenschaft »Meine Heimat« die Wohnhäuser im Kirchbichlweg fertig, 49 Wohnungen sind entstanden. Die Schlüsselübergabe erfolgt Ende März. Für den angekündigten Kindergartenbau fehlt Wolfsberg aber das Geld.

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Unterkärntner Nachrichten Redakteur Horst Kakl Von Horst Kakl kaklno@spamunterkaerntner.at
49 Wohnungen in vier Häusern sind auf dem Mikutta-Areal in Wolfsberg entstanden. Bei 47 Wohnungen hat die Stadt das Einweisungsrecht, sie wurden aber »überwiegend« schon im Juni 2024 vom Stadtrat vergeben. Derzeit werden letzte Arbeiten durchgeführt, die neuen Bewohner erhalten Ende März ihre Wohnungsschlüssel, teilt die Stadt mit. UN

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Wolfsberg. Am Montag, 20. Feber 2023, wurde im Wolfsberger Kirchbichlweg mit viel Prominenz der Spatenstich zelebriert. Einige Wochen später startete die gemeinnützige Siedlungsgenossenschaft »Meine Heimat« auf dem sogenannten Mikutta-Areal hinter dem Bahnhof die Errichtung von vier neuen Gebäuden, die als Kern eines neuen Ortsteils dienen sollten. Mit einer Investition von rund acht Millionen Euro waren 53 Wohnungen vorgesehen. Der Wolfsberger Bürgermeister Hannes Primus (SPÖ) kündigte bei der Feier auch einen Stadtobstgarten sowie den Bau eines neuen Kindergartens an, der fünf Gruppen beherbergen sollte.

Mittlerweile sind die Häuser mit drei bzw. vier Geschoßen fertig – und das Ergebnis sieht etwas anders aus als erwartet. Entstanden sind 49 Wohnungen, die zwischen 44 und 90 Quadratmeter groß sind. »In Summe gibt es 28 Zweizimmerwohnungen, 18 Dreizimmerwohnungen  sowie drei Vierzimmerwohnungen«, teilte die Wolfsberger Stadtpresse auf Anfrage der Unterkärntner Nachrichten mit. Die Gemeinde Wolfsberg hat bei 47 Wohnungen das Einweisungsrecht, »sie wurden überwiegend schon im Juni 2024 durch den Stadtrat vergeben«, heißt es. Die Schlüsselübergabe an die neuen Bewohner erfolgt Ende März. Ihnen steht auch eine Tiefgarage zur Verfügung, aber – ein wenig erstaunlich – keine Ladestationen für Elektroautos.

Wohngemeinschaft

Dafür wird eine Wohngemeinschaft eingerichtet, die von der Lebenshilfe betrieben wird. »Es handelt sich bei der an die Lebenshilfe bereitgestellten Wohngemeinschaft um das gesamte erste Obergeschoss im Haus 3, dem südlichen Gebäude. Dieser Wohnverbund besteht grundsätzlich aus vier Wohnungen. Zusätzlich mietet die Lebenshilfe im Erdgeschoss noch einen Sozialraum samt WC mit 24,87 Quadratmetern an«, heißt es seitens Stadtpresse. Außerdem stehen der Lebenshilfe vier Tiefgaragen-Plätze und vier Kellerabteile zur Verfügung.

»Aufgrund der angespannten Situation ist das Projekt Kindergarten aktuell rückgestellt«
Wolfsberger Stadtpresse über das Vorhaben

Während der Stadtobstgarten bereits gepflanzt ist, wird der von Bürgermeister Primus angekündigte Kindergarten St. Jakob, für den der Gemeinderat im Juni 2024 die Ausschreibung eines Architektenwettbewerbs beschlossen hatte, auf absehbare Zeit aber nicht umgesetzt: Das Geld fehlt. Die Stadtpresse schreibt: »Aufgrund der angespannten Situation auf Gemeinde- und Landesebene ist das Projekt Kindergarten aktuell rückgestellt.« Auch eine Erweiterung des neuen Stadtteils mit weiteren Gebäuden »ist zum jetzigen Zeitpunkt« nicht geplant, heißt es. 

Und auf die Frage, ob es für die neuen Bewohner ein Café, eine Einkaufsmöglichkeit oder andere Angebote geben wird, antwortet die Stadtpresse: »Aktuell ist diesbezüglich nichts geplant. Ein Café sowie Einkaufsmöglichkeiten gibt es aber bereits in kurzer Gehdistanz«, im Einkaufszentrum Tenorio oder in St. Jakob beim Abholmarkt.

2016 um 1,3 Millionen gekauft

Die Stadt Wolfsberg hat das 1,8 Hektar große Grundstück 2016 um rund 1,3 Millionen Euro gekauft. Noch unter dem früheren Bürgermeister Hans-Peter Schlagholz (SPÖ) war geplant, darauf einen neuen Stadtteil in die Höhe zu ziehen. Schlagholz nannte das Projekt noch in seiner letzten Gemeinderatssitzung vor seinem Rücktritt im Juli 2020 sein »Herzensprojekt«. Das Vorhaben war aber im Laufe der Jahre angesichts der stetig schlechter werdenden Finanzlage kleiner geworden. 

2018 gab es einen Architektenwettbewerb, dessen Gewinnerprojekt noch etwa ein Dutzend Wohngebäude vorsah. Später legte man sich auf die Entstehung von rund 70 Wohnungen, einem Kino und einem Hotel fest. Auf das Hotel wurde schließlich verzichtet, das Kino-Vorhaben fand mit dem Bau des heutigen Cinemaplexx beim Stadionbad ein Ende. 

Im Juli 2022 räumte der Gemeinderat der Siedlungsgenossenschaft »Meine Heimat« ein 99 Jahre währendes Baurecht ein, die Kosten der Errichtung der jetzt fertigen vier Gebäude trug die Genossenschaft alleine. 

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