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Der Parkplatz am Bahnhof St. Paul ist bereits jetzt überfüllt – wer falsch parkt, muss Strafe zahlenAusgabe 20 | Mittwoch, 13. Mai 2026

Nur fünf Monate nach dem Start der Koralmbahn ist der Parkplatz an Wochentagen völlig ausgelastet. Falschparker werden von der Polizei abgestraft, was einem Lavamünder passierte. Bürgermeister Stefan Salzmann hat bei den ÖBB eine Erweiterung beantragt.

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St. Paul. Für Ärger sorgt die Parksituation am neuen Bahnhof in St. Paul. Die Koralmbahn fährt erst seit rund fünf Monaten – und schon ist der Parkplatz jeden Tag überfüllt. Dazu kommt, dass jene, die in der Not ihre Fahrzeuge auf Grünstreifen oder Gehwegen abstellen, von der Polizei abgestraft werden. So erging es in der Vorwoche dem früheren Schuldirektor Alexander Slamanig aus Lavamünd. 

Er erzählt: »Es ist mir am Mittwoch, 6. Mai, um 14.45 Uhr passiert, als wir vom Railjet von Graz kommend auf unseren Pkw Strafzettel vorfanden. Wir  hatten in der Früh unsere Autos mangels freier Parkplätze auf dem Grünstreifen am Ende des Parkplatzes abgestellt.« Die Fahrzeuge standen laut Slamanig so, dass sie die Zufahrt nicht behinderten. Keine Tafel weise diese Fläche außerdem als Parkverbotszone aus.

»Den Umstieg auf Öffentliche propagieren und dann abstrafen – Frechheit«
Alexander Slamanig, bestrafter Parkplatzbenutzer

Der pensionierte Schuldirektor sprach einen Polizisten an, der die geparkten Autos am Bahnhof kontrollierte. »Mir wurde erklärt«, so Slamanig, »die Gemeinde St. Paul hätte den Auftrag erteilt, alle Autobesitzer abzustrafen, die auf diesem Grünstreifen ihre Pkw abstellen.« Das werde bereits »seit geraumer Zeit« so getan. Danach suchte Slamanig die St. Pauler Polizeiinspektion auf – »wie viele andere Gestrafte auch«. Er traf auf Verständnis angesichts des zugestellten Parkplatzes – 20 Euro Strafe musste er trotzdem bezahlen. 

Slamanig: »Mir geht es nicht um die 20 Euro. Aber da wird großartig von der Gemeinde St. Paul über die Zukunftschancen schwadroniert, die die Koralmbahn und damit der Bahnhof St. Paul der gesamten Region eröffnen – und dann gibt es nicht einmal genügend Parkplätze für die Zugreisenden.« Natürlich habe auch die ÖBB die Verpflichtung, für genügend Parkfläche zu sorgen, »immerhin sind es ja ihre Kunden, die sie benötigen«, sagt Slamanig. Und: »Den Umstieg vom Auto auf öffentliche Verkehrsmittel zu propagieren und dann, wenn man es tatsächlich macht, dafür abgestraft zu werden, ist wohl eine nicht zu überbietende Frechheit.«

»Die Bahnfahrer sollen in den Bus steigen und nicht mit dem Auto zum Bahnhof kommen«
Stefan Salzmann, Bürgermeister von St. Paul

Die Unterkärntner Nachrichten machten sich ein Bild vor Ort. Bei einem Lokalaugenschein am Donnerstag, 7. Mai, einem normalen Arbeitstag außerhalb der Ferienzeit, war kurz vor 12 Uhr auf dem gesamten Parkplatz des Bahnhofs kein einziger freier Stellplatz zu finden. Dafür gab es mehrere Fahrzeuge, die auf dem Grünstreifen bzw. dem Gehweg abgestellt waren – an einigen hingen bereits Strafzettel, an anderen (noch) nicht.

Nein, nicht die Gemeinde

Frage an den St. Pauler Bürgermeister Stefan Salzmann (SPÖ): Schickt die Gemeinde die Polizei zum Bahnhof? »Nein«, sagt Salzmann, »die Polizei kann auch selbstständig tätig werden.« Und er berichtet von Beschwerden an die Gemeinde über nicht korrekt geparkte Fahrzeuge. »Die Leute wollen, dass wir deswegen die Polizei schicken«, sagt Salzmann. Laut ihm muss jedem Autofahrer klar sein, dass er sein Fahrzeug auch angesichts eines vollen Parkplatzes nicht auf Grünflächen oder Gehwegen abstellen kann.

Doch was sollen die Lenker tun? Im weiten Umkreis um den Bahnhof gibt es keine alternativen Abstellflächen – außer man parkt sein Auto einfach in einem Acker. »Die Menschen sollen die Zubringerbusse benutzen«, sagt der Bürgermeister, »alle Busse, die im Lavanttal unterwegs sind, fahren den Bahnhof St. Paul an. Die Bahnfahrer sollen nahe ihren Wohnorten in den Bus steigen und nicht mit dem Auto zum Bahnhof kommen.«

Allerdings ist auch Salzmann bewusst, dass die derzeitige Parksituation auf Dauer nicht haltbar ist: »Heute (Anm.: Donnerstag, 7. Mai) habe ich gemeinsam mit der Amtsleitung einen Antrag für eine Erweiterung des Parkplatzes an die ÖBB abgeschickt. Es gibt jetzt 208 Plätze, ein Ausbau ist nötig. Die ÖBB sagten erst 2.000 Ein-,
Aus- und Umstiege am Bahnhof St. Paul pro Tag voraus. Im Dezember waren es an einem Tag am Wochenende schon 3.000.« Und derzeit sei zu bemerken, dass die Lavanttaler aufgrund der hohen Spritpreise auf die Bahn umsteigen – »das ist positiv, aber bei den Parkplätzen müssen wir etwas machen«, sagt Salzmann.

Jeder darf parken

Bleibt die Frage, wer für den Parkplatz am Bahnhof St. Paul zuständig ist. Der Bürgermeister: »Die ÖBB errichten ihn und überschreiben ihn dann der jeweiligen Gemeinde. Wir sind jetzt für Reinigung, Erhaltung und Winterdienst zuständig. Parkgebühren einzuheben ist laut ÖBB nicht erlaubt. Jeder darf jetzt dort parken, auch ohne Bahnticket.«

Tatsächlich entdeckten die Unterkärntner Nachrichten ein mit einer Plane abgedecktes Fahrzeug. Ob es nur einem umsichtigen Besitzer gehört, der es während des Tages vor der Sonne schützen will oder ob es dauerhaft auf dem Parkplatz abgestellt ist, war nicht klar.

Salzmann hat einen Vorschlag an die ÖBB: »Man könnte Bahnticket und Autokennzeichen kombinieren. Dann dürften nur die kostenlos parken, die auch den Zug benutzen.« Bis dahin – und bis der Parkplatz vergrößert ist –, kann jeder Bahnfahrer nur auf Glück und einen freien Platz hoffen.

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