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Freizeitanlage schreibt Minus von 354.000 Euro: Jetzt kommt St. Andräer Badespaß auf PrüfstandAusgabe 20 | Mittwoch, 13. Mai 2026

Der Rechnungsabschluss 2025 der Bischofsstadt zeigt im Ergebnishaushalt einen Abgang von 1,31 Millionen Euro. Im Gemeinderat wurde daher auch über die Zukunft der Freizeitanlage diskutiert, die ein großer Kostenfaktor ist. Wird sie zum Naturbadesee gemacht?

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St. Andrä. Seit vielen Jahren schreibt die Freizeitanlage St. Andräer See (FZA) ein sattes Minus, bereits 2018 waren es rund 158.000 Euro. Das war in der Vergangenheit für die St. Andräer Politik kein großes Problem. Doch jetzt steht die Bischofsstadt laut ihrem Kontrollausschuss kurz vor dem finanziellen Aus, mit Jahresende 2027 werde die Zahlungsunfähigkeit angesteuert, wie es im Bericht heißt. Daher wird nun darüber nachgedacht, die FZA in einen Naturbadesee umzuwandeln, um Geld zu sparen. Dann wäre es mit dem bisherigen Angebot vorbei.

In der Sitzung des St. Andräer Gemeinderats am 5. Mai wurde der Rechnungsabschluss 2025 behandelt – erstmals seit Jahren nur fünf Tage jenseits der gesetzlichen Frist. Doch er sieht nicht rosig aus. Zwar sind im Ergebnishaushalt 2,21 Millionen Euro Plus verbucht, der Finanzierungshaushalt weist aber einen Abgang von 1,31 Millionen Euro auf. Dazu kommt, dass alle Gebührenhaushalte – Kanal, Müll etc. – rote Zahlen schreiben, nur der Bereich Wohn- und Geschäftsgebäude schloss positiv ab. 

»Laut Prognose steuert die Gemeinde mit Jahresende 2027 auf die Zahlungsunfähigkeit hin«
Der Kontrollausschuss in seinem Bericht

Die Freizeitanlage nahm im Vorjahr 114.000 Euro ein, gekostet hat sie die Stadt aber 468.000 Euro, davon rund 413.000 Euro für das Personal. Ergibt ein Minus von satten 354.000 Euro.

Vorschläge für die FZA

Bereits der Bericht des Kontrollausschusses zum Rechnungsabschluss löste Diskussionen aus. Darin wurde eine strategische Neuausrichtung der FZA gefordert: Ein digitales Zutrittssystem könnte Personalkosten sparen, dazu sollen die Tarife erhöht und Zusatzangebote geschaffen werden. Und weil es generell keinen finanziellen Spielraum für künftige Projekte mehr gebe, müsse die Stadt Reformen einleiten.

 ÖVP-Gemeinderat und Kontrollausschuss-Mitglied Herbert Hubmann kritisierte den großen Abgang der FZA aufgrund der »irren Personalkosten«. Reformvorschläge werden laut ihm »blockiert«, er forderte ein anderes Modell, etwa die Übergabe an einen Pächter, andernfalls in den nächsten zehn Jahren gesamt vier Millionen Euro Abgang drohen. 

Gemeinderat Jürgen Ozwirk (FPÖ) hielt dagegen, die Anstellung von zwei Bademeister sei verpflichtend, die Preisgestaltung solle es jedem ermöglichen, die Anlage zu besuchen. »Die FZA ist für die Bevölkerung da«, so Ozwirk, »nach der Sturmkatastrophe 2022 (Anm.: bei der zwei Kinder starben) waren alle dafür, sie weiter zu betreiben.« 

Vizebürgermeister Maximilian Peter (ÖVP) konterte: »Die FPö sagt, na ja, haben wir halt 400.000 Euro Abgang. So geht es aber nicht weiter, wir brauchen eine Lösung.« Bürgermeisterin Maria Knauder (SPÖ) verwies auf die Mitarbeiter der FZA, an die zu denken sei. »Das Wasser steht uns bis zum Hals«, sagte sie, doch die Finanzprobleme seien auch den fixen Ausgaben – zwei Millionen Euro zahlt die Stadt nur für Pensionen –, dem Einwohnerstand unter 10.000 und den hohen Abgaben geschuldet. »Ich habe das Gefühl, wir sollen absichtlich gegen die Wand gefahren werden«, so Knauder in Richtung Bund und Land, von denen sie Hilfe forderte. 

In der Diskussion über den Rechnungsabschluss selbst meldete sich der für die Finanzen zuständige Vizebürgermeister Andreas Fleck (SPÖ) zu Wort: »Wir leben nur auf Pump, wir müssen die Strukturen ändern – jetzt.« St. Andrä, das über keine liquiden Mittel mehr verfüge, wende sieben Millionen Euro für Personal auf: »Brauchen wir das alles?« Die Umwandlung der FZA in einen Naturbadesee sah er als Einsparmöglichkeit, freiwillige Leistungen müssten überdacht werden.

Danach kam drei Mal der selbe Satz: Stadtrat Christian Taudes (ÖVP), Vizebürgermeister Peter und Jürgen Ozwirk meinte unisono, das Ergebnis des Rechnungsabschlusses sei »keine Überraschung«. Peter kritisierte leicht die  Verfügungsmittel der Bürgermeisterin in Höhe von rund 140.000 Euro, »50.000 Euro müssten reichen«. Ozwirk kündigte die Ablehnung seiner Fraktion an, weil der Abschluss weiter fehlerhafte Kontozahlen aus der Vergangenheit aufweise. Die Bürgermeisterin versicherte, man werde für das Budget »Lösungen suchen und umsetzen«. Der Rechnungsabschluss wurde gegen die FPÖ beschlossen.

Apropos Geld: Die Stadt wird auf Empfehlung des Landes auch ihren Umgang mit der Vergnügungssteuer überdenken. Künftig soll die Steuer bei allen Veranstaltungen mit kommerziellem Charakter eingehoben werden, etwa wenn »Melissa Naschenweng beim Gackern auftritt«, wie es Peter formulierte, der sich nicht als Freund dieser Abgabe outete.

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