Aus und vorbei: Nach 110 Jahren schließen sich die Türen der Volksschule Schönweg für immer Ausgabe 38 | Mittwoch, 22. September 2021

Am Freitag, 17. September, fand der letzte Schultag an der Volksschule Schönweg statt. Aufgrund zahlreicher Abmeldungen hätten heuer nur noch neun Kinder die Schule besucht. Daher verordnete die Bildungsdirektion Kärnten die endgültige Schließung.

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St. Andrä. 110 Jahre lang wurden Kinder an der Volksschule Schönweg unterrichtet. Nun schließt die Schule ihre Türen für immer. Nachdem vier Tage vor Schulbeginn bekannt geworden war, dass die Volksschule Schönweg nur noch einklassig geführt wird, meldeten die Eltern von 16 Kindern ihre Sprösslinge an anderen Schulen an. Für die Volksschule Schönweg blieben somit lediglich neun Schüler übrig. Am Montag der Vorwoche hieß es noch, dass die Bildungsdirektion prüfe, ob der Schulbetrieb trotz der geringen Schülerzahl ein Jahr lang fortgeführt werde (wir berichteten).

»Die Stimmung bei den Eltern war natürlich getrübt und man war auch enttäuscht«
Christian Taudes, Schulreferent, St. Andrä

Am Donnerstag, 16. September, kam aber das endgültige Aus.  Aus der Bildungsdirektion hieß es: »Da nur noch neun Schulkinder, und nicht wie ursprünglich angemeldet 26, zum Unterricht erschienen sind, war aufgrund der gesetzlichen Bestimmungen des Schulgesetzes dringender Handlungsbedarf gegeben. Das Unterrichten von neun Schülern aus unterschiedlichen Schulstufen in einer Klasse ist weder pädagogisch sinn- oder wertvoll, noch zielführend.« Noch am selben Abend wurde ein Elternabend einberufen, um die weitere Vorgehensweise zu besprechen.

Der letzte Schultag

Am Freitag folgte der letzte Schultag in Schönweg. Der St. Andräer Schulreferent Christian Taudes (ÖVP), der selbst zwei Kinder an der Schule hatte, erzählt: »Die Stimmung bei den Eltern war natürlich getrübt und man war auch ein bisschen enttäuscht, dass es nicht gelungen ist, das Schuljahr mit neun Schülern in Schönweg noch über die Bühne zu bringen.«

Nicht ganz gelten lassen möchte Taudes das Argument der Bildungsdirektion, dass ein Unterricht mit so wenigen Kindern pädagogisch nicht sinnvoll sei. Er ist der Meinung, dass es durchaus Sinn mache, »denn bei einer kleinen Gruppe können die Lehrer viel besser auf die Kinder eingehen.«

Wie geht es weiter?

In der nächsten Stadtratssitzung wird über die weitere Vorgehensweise bezüglich des Schulgebäudes und der Schülertransporte beraten. Taudes sagt: »Viele Schüler konnten bisher zu Fuß in die Schule gehen, nun müssen sie mit dem Auto in die Schule gebracht werden, was zu einem erhöhten Verkehrsaufkommen führt. Der Bereich um die Volksschule in St. Andrä ist ohnehin schon ein neuralgischer Punkt.«

Bereits 2019 wurde emotional über die Schule diskutiert und aufgrund sinkender Schülerzahlen der einstimmige Beschluss gefasst, keine Schulwechsel von Schönweger Schülern mehr zu genehmigen. Doch der damalige Bürgermeister Peter Stauber (SPÖ) erlaubte vier Schülern einen Wechsel, worauf die VS Schönweg auf 26 Kinder schrumpfte, was gerade noch für zwei Klassen reichte. Im heurigen Schuljahr 2021/22 hätten 25 Kinder die Schule besucht, wodurch sie einklassig geführt worden wäre. Das hat die Lawine an Abmeldungen ausgelöst. Dabei waren die Prognosen für die kommenden Jahre recht rosig. Rund 30 Schülern hätten demnach in den kommenden Jahren die Schule besucht, aufgrund der zahlreichen Abmeldungen kam es nun aber anders. 

Erster Schultag im Jahr 1911

Am 13. November 1911 begann erstmals für 66 Schüler der Unterricht in der Volksschule Schönweg. Die Schule wurde zunächst einklassig geführt, 1920 wurde sie zweiklassig. Aufgrund von Sparmaßnahmen des Landes mussten am 12. April 1933 beide Klassen zusammengezogen werden und es wurden 77 Kinder einklassig unterrichtet.

1949/50 wurde die Schule erstmals dreiklassig, und so blieb es bis zum Ende des Schuljahres 1964/65. Damals sank die Schülerzahl und sie wurde 1965 wieder zweiklassig.

Mit Beginn des Schuljahres 1988/89 zählte man an der Volksschule in Schönweg 64 Schüler, die in vier Klassen unterrichtet wurden. Danach gingen die Schülerzahlen langsam wieder zurück. Jetzt kam das endgültige Aus für die Bildungseinrichtung.

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