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St. Paul. Seit der Vorwoche ist ein Raum der diesjährigen Jahresausstellung im Stift St. Paul »frei:macht:kunst:Mädchenlaune oder Meisterwerk« dem Hochzeitskleid von Kaiserin Elisabeth gewidmet. Es wurde von der jungen bayerischen Herzogin Elisabeth anlässlich ihrer Vermählung mit Kaiser Franz Joseph I. im Jahr 1854 getragen. Später wurde das Hochzeitskleid – beziehungsweise die kostbaren textilen Bestandteile – in einen Vespermantel, ein sogenanntes Pluviale, umgearbeitet und gelangten in die Basilika Maria Taferl in Niederösterreich. »Damit wurde aus einem Gewand der kaiserlichen Hochzeit ein liturgisches Parament, das fortan nicht mehr der Repräsentation einer Person, sondern dem Gottesdienst diente«, sagte Museumsdirektor Pater Sitar.
Der Raum, in dem das Pluviale präsentiert wird, wurde übrigens von Schülern des Stiftsgymnasiums St. Paul gestaltet. Pater Sitar sprach davon, die Zusammenarbeit zwischen Stift und Schule weiter zu intensivieren: »Die Zusammenarbeit mit den Schülern war sehr gut. Für das Jahr 2029 planen wir etwas Großes, vielleicht ein Musical.«
Zeitreise für Kinder
Im Museum des Stifts wird heuer Geschichte auch für Kinder lebendig gemacht. Im Rahmen der Präsentation des Brautkleids von Kaiserin Elisabeth wurde im Beisein von Landesrat Sebastian Schuschnig (ÖVP) und dem St. Pauler Bürgermeister Stefan Salzmann (SPÖ), der neue Kinderkatalog präsentiert.
Der lädt junge Besucher zu einer spannenden Entdeckungsreise durch die vier Etagen des Stiftsmuseums ein. Dabei werden sie von der Stiftsmaus Pauli begleitet, die die jungen »Historiker« durch die unterschiedlichen Räume führt. An verschiedenen Stationen begegnen die Kinder der Geschichte des Stifts auf spielerische und verständliche Weise.
»Es ist wichtig, Kindern Geschichte, Traditionen und Kultur zu vermitteln, die sie dann an ihre Kinder weitergeben«, sagte Sitar bei der Vorstellung. Der Wirtschaftsdirektor des Stifts, Johann Steiner, meinte: »Die Benediktiner sind seit Jahrhunderten in St. Paul, und dem müssen wir gerecht werden und das kulturelle Erbe bewahren. Dazu braucht es starke Wirtschaftsbetriebe des Stifts, und das liegt bei meinem Team und mir. Wir wollen dazu künftig auch die Potenziale der Koralmbahn nutzen.«
Sitar nutzte die Vorstellung auch für die Ankündigung von Jubiläen, die in den beiden nächsten Jahren anstehen. So wird im kommenden Jahr 800 Jahre Bistum Lavant gefeiert, ein Jahr später heißt es »1.500 Jahre Benediktiner: Gestalter Europas«.
Sitar hob dabei die Bedeutung der Schule in St. Paul hervor: »Sie muss ein Aushängeschild werden. Wir planen Projekte bis 2029, schön wäre es, ein Musical mit den Schülern aufzuführen. Die Zusammenarbeit mit den Jugendlichen macht Freude – sie denken aktiv darüber nach, was St. Paul ausmacht.«

Von Michael Swersina
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