Weiterer Anlauf im Streit um einen Schweinestall: Landwirt gibt nicht auf und reicht neues Projekt ein Ausgabe 8 | Mittwoch, 24. Februar 2021

Ewald Halbrainer will weiterhin eine Unterkunft für 546 Schweine in Oberaigen bauen. Noch fehlen zwei Gutachten, sind sie da, könnte die Bauverhandlung im Frühjahr über die Bühne gehen. Der Projektgegner Otmar Kontsch nennt seine »Bedingungen«.

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Wolfsberg, St. Andrä. Es ist eine unendliche Geschichte – die demnächst in die Verlängerung geht. Seit 2011 versucht Ewald Halbrainer einen Schweinestall zu errichten. Während der Landwirt in Völking und damit auf Wolfsberger Boden zu Hause ist, befindet sich der Grund, auf dem der Stall stehen soll, in Oberaigen und damit gerade noch im Gemeindegebiet von St. Andrä. Bisher machten Einsprüche von Anrainern den Bauplänen des Halbrainers einen Strich durch die Rechnung. Jetzt wagt er nach einer geplatzten Bauverhandlung im Vorjahr (wir berichteten) einen weiteren Anlauf.

»Ich gebe nicht auf. Alle bisherigen Gutachten waren positiv«
Ewald Halbrainer will den Stall bauen

 Der Wolfsberger Bezirkshauptmann Georg Fejan bestätigt die Pläne. »Es wurde ein verändertes Projekt eingereicht, zu dem aber noch zwei Gutachten ausständig sind«, so Fejan zu den Unterkärntner Nachrichten. »Wenn sie vorliegen, ist das Projekt verhandlungsfähig. Die Bauverhandlung könnte dann im Laufe des Frühjahrs stattfinden, was aber natürlich von der Corona-Situation abhängig ist.«

Halbrainer sagt: »Ich gebe nicht auf. Alle bisherigen Gutachten waren positiv, laut der Bezirkshauptmannschaft ist mein Vorhaben genehmigungsfähig.« Er sei zuversichtlich, dass der nächste Anlauf der letzte sein werde – und er seinen Stall endlich bauen könne.

Dass er seine Pläne geändert habe, stellt er in Abrede. »Es ist immer noch so, wie es war«, sagt Halbrainer. Auch die Anzahl der Tiere, die im Stall untergebracht werden sollen, sei laut ihm gleich geblieben: 564 Schweine soll er fassen. Im Detail: 540 Tiere mit einem Lebendgewicht von 130 Kilo plus 24 ergänzende Plätze, etwa für kranke Schweine.

Widerstand der Anrainer

Bisher scheiterte das Projekt am Widerstand von Anwohnern, allen voran Otmar Kontsch, seit 2011 der beherzteste Widersacher des Stalls. Kontschs Argumente gegen den Stall: Massive Lärm- und Geruchsbelästigung sowie damit einhergehende Minderung der Lebensqualität und des Werts der benachbarten Immobilien. 

»Falls es keine Absicherung der Wertschädigung gibt, werde ich beeinspruchen«
Otmar Kontsch, Anrainer

Kontsch glaubt außerdem nicht an die von Halbrainer genannten Zahlen. Anlässlich der Bauverhandlung im August 2020 äußerte der Anrainer seine Vermutung: »Der Stall wird als Modulsystem konstruiert, wäre also erweiterbar. Halbrainer hat in der Vergangenheit zugegeben, dass der Bau später vergrößert werden soll. Fünf Baustufen wären möglich, so dass bis zu 5.000 Schweine untergebracht werden könnten.«

Der Landwirt bestritt das damals, heute bestreitet er es wieder. »Seine Argumente sind haarsträubend, 5.000 Schweine sind ein Hirngespinst. Kontsch sprach sogar von bis zu 40.000 Schweinen. Das ist alles nicht wahr.«

Anrainer Kontsch meint jetzt zum neuerlichen Projektanlauf: »Der frühere Bürgermeister von St. Andrä, Peter Stauber, hat einst zu mir gesagt: ›Dort kommt der Stall nicht hin.‹ Ob ich mich auch jetzt dagegen ausspreche, hängt vom Inhalt des Projekts ab. Was aber bleibt ist die Geruchsbelästigung. Falls es keine Absicherung der Wertschädigung gibt, ist zu erwarten, dass ich es wieder beeinspruche.«  

Besagte Bauverhandlung im Vorjahr im Gasthof Köglwirt war trotz der langen Laufzeit die erste in dieser Causa – und sie währte nur kurz. Nach der Vorstellung des Ansuchens war ein Vertreter der Baufirma, die den Stall errichten soll, am Wort. Da dessen Unterlagen nicht mit denen der Sachverständigen übereinstimmten, war die Aufregung groß. Halbrainer argumentierte, der ursprüngliche Planer sei verstorben, ein Mitarbeiter eines neuen Unternehmens hätte die falschen Unterlagen dabei gehabt.

Die zweite Panne

Danach die nächste Panne. Im Akt wurde vergeblich nach Anträgen auf Parteienstellung von Anrainern geforscht. Es war Kontsch, der sie schließlich aus seinem Fahrzeug holte und vorlegte. Danach brach Bezirkshauptmann Fejan die Verhandlung ab und vertagte sie auf unbestimmte Zeit. Im Frühjahr steht die Neuauflage an.

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