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Wolfsberg. Für die Begrüßung der einzelnen Gäste benötigte Jürgen Jöbstl, der Leiter der Wolfsberger Arbeiterkammer-Bezirksstelle, mehrere Minuten: Denn am Freitag, 27. Feber, herrschte bei der offiziellen Eröffnung der neuen Bezirksstelle, die vom Weiher (siehe Artikel S. 10) ins Lavanthaus in der St. Michaeler Straße umgezogen ist, volles Haus. Die Wolfsberger müssen nun umdenken: In mehreren Reden wurde betont, dass die Bürger die AK mit dem Weiher gleichsetzen. Dieses Kapitel ist nun beendet.
Nach dem von einer Vertreterin der Musikschule Wolfsberg vorgetragenen U2-Song » Beautiful Day« eröffnete Jöbstl selbst den Reigen an Ansprachen. Er hob hervor, dass die Arbeitnehmervertretung seit rund sieben Jahrzehnten in Wolfsberg angesiedelt ist – immer am Weiher: Erst in einem eigenen Haus, nach dessen Verkauf 17 Jahre lang als Mieter. Nur während einer Umbauphase von 2006 bis 2008 residierte die AK in der Spanheimer Straße. Die stets zentrale Lage wurde von Jöbstl besonders hervorgehoben, denn die Einrichtung sollte stets leicht erreichbar sein – was auch jetzt im Lavanthaus, dem einstigen Pferdestall des Schlosses Bayerhofen, gegeben sei. Der Bezirksstellenleiter: »Wir wollen die beste Leistung für die Menschen erbringen.« Und da sei es von großem Vorteil, dass auch der Gewerkschaftsbund (ÖGB), der Pensionistenverband Wolfsberg und die Volkshochschule (VHS) vom Weiher ins Lavanthaus mitgesiedelt seien. »Hier ist alles unter einem Dach«, sagte Jöbstl – wie zuvor.
»Man muss aber auch zufrieden sein – daran hapert es«
Alexander Radl, Bürgermeister
Als nächstes an der Reihe war AK-Präsident Günther Goach. Er hob die »Philosophie« seiner Institution hervor: »Die Menschen und die Mitarbeiter müssen sich wohlfühlen« – was in den neuen Räumen gewährleistet sei. Die AK sei nicht nur eine Service-, sondern auch eine interessenspolitische Organisation für die Menschen.
Goach beschwor den Geist der Sozialpartnerschaft, um die Österreich von vielen Ländern beneidet werde: »Es hat seinen Wert, dass Konflikte nicht auf der Straße, sondern im Gespräch gelöst werden. Das ist ein Standortvorteil unseres Landes – und wir werden alles dazu beitragen, dass es so bleibt.« Und zuletzt, an das Publikum und die Bürger gewandt: »Bitte fühlen Sie sich hier wohl, das Haus ist offen für alle.«
Danach gratulierte er Jöbstl zum 46. Geburtstag, den er tags zuvor gefeiert hatte, und mit einer Urkunde zu Jöbstls 25-jähriger Mitgliedschaft im ÖGB – die allerdings bereits vier Jahre zurückliegt. Die Arbeit in der AK ließ bisher keine Zeit zur Übergabe.
Keine Selbstverständlichkeit
René Willegger, der Vorsitzende des ÖGB Kärnten, meinte, die Eröffnung einer AK-Bezirksstelle sei heute keine Selbstverständlichkeit mehr, daher sei dieses Ereignis »großartig«. Die Präsenz der AK und des ÖGB in den Bezirken seien notwendig, was sich nicht zuletzt daran zeige, dass im Vorjahr 77 Millionen Euro für Arbeitnehmer erstritten wurden. Das Haus sei offen für alle, die Hilfe brauchen.
Der Wolfsberger Bürgermeister Alexander Radl (SPÖ) betonte, die Grundlage des sozialen Friedens sei auch, dass die Interessen der Arbeitnehmer vertreten werden – wofür die AK einen wertvollen Beitrag leiste. Die derzeitigen Tendenzen in der Gesellschaft seien bedenklich. »Man muss aber auch zufrieden sein – daran hapert es«, so der Bürgermeister.
Danach wurde der Geist der Sozialpartnerschaft gelebt: Die evangelische Pfarrerin Renate Moshammer und der Wolfsberger Stadtpfarrer Christoph Kranicki sprachen den Segen über die neue AK-Bezirksstelle. Moshammer zitierte dabei das Gleichnis von den Arbeitern im Weinberg, die alle den gleichen Lohn erhielten, egal, ob sie den ganzen Tag oder nur eine Stunde lang gearbeitet hatten. Eher ungewöhnlich für eine Arbeitnehmervertretung ...
Nach dem Zerschneiden des Bandes war der offizielle Teil beendet, die zahlreichen Besucher wandten sich dem Bü-fett zu.

Von Horst Kakl
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