Schlechte Nachrichten für die Lavanttaler Narren: 2021 müssen sie auf den Fasching verzichtenAusgabe 41 | Mittwoch, 7. Oktober 2020

Nicht nur im Herbst und Winter mussten die meisten Veranstaltungen im Bezirk abgesagt werden, auch die traditionellen Faschingssitzungen im Lavanttal werden im kommenden Jahr nicht stattfinden. Wie es um die Adventmärkte steht, ist noch fraglich.

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Unterkärntner Nachrichten Redakteur Michael Swersina Von Michael Swersina m.swersinano@spamunterkaerntner.at
Faschingssitzungen wird es im nächsten Jahr im Lavanttal keine geben – nur in Bad St. Leonhard will man erst Mitte Oktober endgültig entscheiden. Auch zahlreiche andere Veranstaltungen, wie der Kolomonimarkt oder der »Herbst in Wolfsberg« sind den strengen Coronamaßnahmen zum Opfer gefallen. Foto: UN-Archiv

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Wolfsberg. Die Verantwortlichen für die Faschingssitzungen im Lavanttal haben lange Zeit überlegt, ob die traditionellen Veranstaltungen im Jänner und Februar des kommenden Jahres durchgeführt werden. Aufgrund der Corona-Maßnahmen haben sich die »Lavanttaler Narren« dazu entschlossen, die Sitzungen diesmal ausfallen zu lassen. 

»Faschingssitzungen benötigen eine gewisse Vorlaufzeit. Derzeit kann niemand sagen, was im nächsten Jahr möglich sein wird. Daher müssen wir die Sitzungen 2021 leider ausfallen lassen«, meint Siegfried Krobath von der St. Pauler Narrenrunde. 

Da es derzeit für Veranstalter keine Planungssicherheit gibt, hat man sich auch in St. Andrä entschlossen, im kommenden Jahr keine Narrensitzungen abzuhalten. »Nach den derzeit geltenden Kriterien ist es unmöglich, eine Faschingssitzung durchzuführen. So eine Sitzung ist ja auch mit hohen Fixkosten verbunden. Wir möchten uns aber eventuell für das Frühjahr eine alternative Veranstaltung im Freien überlegen«, erzählt Markus Hobel, Obmann-Stellvertreter der Faschingsrunde »Nia gnua«.

Auch in Lavamünd wurden die Faschingssitzungen für das kommende Jahr bereits abgesagt. Der Präsident der Lavamünder Narrenrunde »Lei blau« Siegfried Brudermann erklärt: »Die derzeitigen Corona-Auflagen können wir bei einer Sitzung nicht erfüllen. Daher konzentrieren wir uns lieber bereits jetzt voll auf das Jahr 2022.«

Noch nicht endgültig entschieden hat die Bad St. Leonharder Faschingsgilde »Lei Blau«. Präsident Erich Schatz sagt: »Aus derzeitiger Sicht wird es nicht möglich sein, Faschingssitzungen im herkömmlichen Sinn abzuhalten. Eine definitive Entscheidung, ob wir unsere Faschingssitzungen abhalten werden, treffen wir am 16. Oktober.«

Wie es um die zahlreichen Faschingsumzüge steht, die talauf, talab über die Bühne gehen, kann derzeit noch nicht gesagt werden. Die Verantwortlichen wollen noch ein wenig abwarten, welche Verordnungen in den kommenden Monaten erlassen werden und wie sich die Corona-Krise weiterentwickelt.

Herbst ohne Events

Nach dem coronabedingt veranstaltungsarmen Sommer wird es auch im Herbst keine größeren Events im Lavanttal geben. Der Kolomonimarkt in Wolfsberg wurde bereits im August abgesagt. »Wir haben alles versucht, um den Kolomonimarkt zu retten, aber unter den gegebenen Umständen wäre eine Durchführung nicht zu verantworten«, bedauert Bürgermeister Hannes Primus. Auch das Apfelfest in St. Georgen, der »Herbst in Wolfsberg« mit dem Gulaschwettkochen und »Der Wolf tanzt« fielen den Coronaregeln zum Opfer. 

Zahlreiche Ballveranstaltungen wie die Schülerbälle und die Silvesterbälle im gesamten Tal wackeln bzw. wurden bereits gecancelt. Der HTL-Ball, der heuer bereits wegen Corona auf September verschoben wurde, wurde endgültig abgesagt. Die HLW Wolfsberg und die HAK Wolfsberg haben den Maturaball ebenso gestrichen wie das BORG Wolfsberg. 

Beim Stiftsgymnasium St. Paul stand für den Schulball lange Zeit der 2. Jänner 2021 im Terminkalender, mittlerweile wurde der Eintrag entfernt.

Definitiv nicht stattfinden wird der traditionelle Ball am Schloss von den Lavanttaler Serviceclubs in Wolfsberg. »Es wäre unverantwortlich in der aktuellen Situation die Gesundheit der Gäste zu gefährden«, erklärt Harald Markut vom Ballkomitee

Durchgeführt werden hingegen die wöchentlichen Bauernmärkte. Der Bauernmarkt am Weiherplatz in Wolfsberg findet jeden Freitag ab 7 Uhr statt. Der Bauernmarkt in der Vermarktungshalle beim Euco-Center ist jeden Freitag von 8 bis 13 Uhr geöffnet. Donnerstags gibt es von 16 bis 19 Uhr ein Abendshopping am Bauernmarkt.

Auch Sportveranstaltungen sind, wenn auch unter Einschränkungen, möglich. Die Fußballspiele des Wolfsberger Bundesligisten RZ Pellets WAC in der Lavanttal Arena dürfen vor maximal 3.000 Besuchern abgehalten werden. Bei Spielen der Unterhaus-Vereine sind, wenn es fixe Sitzplätze gibt,  750 Personen zugelassen, außerdem ist ein verpflichtendes Covid-19-Präventionskonzept zu erstellen. Ohne fixe Sitzplätze dürfen nur 200 Fans vor Ort sein. 

Ausstellungen

Durch die Lockerung der Coronamaßnahmen Anfang Sommer können zumindest einige Ausstellungen wie geplant durchgeführt werden. Die große Jahresausstellung im Stift St. Paul wurde planmäßig eröffnet. Die Ausstellung unter dem Titel »Lichtgestalt und Schattenwelt – 300 Jahre Fürstabt Martin II. Gerbert« ist noch bis 26. Oktober, jeweils Mittwoch bis Sonntag von 10 bis 16 Uhr, geöffnet. In Wolfsberg findet in der Stadtgalerie am Minoritenplatz noch bis 17. Oktober die Ausstellung »100 Jahre Kärntner Volksabstimmung« statt. Geöffnet ist die Ausstellung täglich von 10 bis 17 Uhr.

Keine Perchtenläufe

Auch für Partytiger in der Winterzeit sieht es heuer schlecht aus. Zahlreiche Krampus- und Perchtenläufe und damit verbundene Partys wurden abgesagt, ob die Adventmärkte und die Weihnachtsbasare im Lavanttal stattfinden werden, ist derzeit fraglich. »Wir müssen abwarten, wie die Verordnungen für Adventmärkte aussehen werden. Dann wird entschieden, wie wir vorgehen. Fix ist aber, dass die Stadt geschmückt wird und es bei den Wirten einen Ausschank geben wird«, so Bürgermeister Primus.

Eine Veranstaltung ist gerettet: Am 6. November geht in Wolfsberg das Abendshopping über die Bühne, allerdings in eingeschränkter Form ohne ein Rahmenprogramm.

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