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Wolfsberg. Nur wenige Wochen nach dem verheerenden Chemieunfall, bei dem Tausende Fische in der Lavant verendeten (wir berichteten), sorgt erneut eine Umweltverschmutzung für Aufregung. Am Freitagnachmittag, 10. April, entdeckten Passanten in der Wolfsberger Innenstadt einen schimmernden Ölfilm auf der Wasseroberfläche der Lavant – ab Höhe der Fleischbrücke zog sich die ölige Spur in Ufernähe entlang des Flusses. Ein leichter Geruch lag in der Luft.
Die Feuerwehr Wolfsberg rückte binnen Minuten aus. Bei der Radlstegbrücke, unweit des Bezirksgerichts, errichteten die Einsatzkräfte eine schwimmende Ölsperre, um die Ausbreitung des Schadstoffs flussabwärts zu verhindern. Zusätzlich kamen sogenannte Ölwürfel zum Einsatz – spezielle Bindemittel, die das Öl direkt auf der Wasseroberfläche aufnehmen.
Schnell war klar, woher die Verunreinigung stammte: Auf dem Gelände des Sägewerks Offner war ein Holzgreifer in Brand geraten – direkt über einem Kanaldeckel. Bezirksfeuerwehrkommandant Wolfgang Weißhaupt schildert die Situation: »Der Greifer war über einem Kanaldeckel in Flammen aufgegangen. Da konnte man nicht verhindern, dass eine kleine Menge Hydrauliköl in das Kanalnetz und somit in die Lavant gelangte.« Mitarbeiter des Sägewerks reagierten rasch und begannen mit Handlöschgeräten den Brand einzudämmen.
Die Feuerwehr dichtete den betroffenen Kanalschacht unmittelbar nach dem Eintreffen ab, um ein weiteres Eindringen des Öls zu verhindern. Dennoch gelangte eine geringe Menge Hydrauliköl in den Fluss. »In so einer Situation lässt sich das nicht völlig vermeiden. Aber die rasche Reaktion der Mitarbeiter und der Einsatzkräfte hat Schlimmeres verhindert«, betont Weißhaupt.
Über Nacht blieb die Ölsperre bestehen, um letzte Rückstände abzufangen. Am Samstagmorgen konnte dann aber Entwarnung gegeben werden: Die Sperre wurde entfernt, das Öl gebunden und die Gefahr für die Lavant vorerst gebannt.
Die erneute Verschmutzung sorgt dennoch für Besorgnis. Erst vor wenigen Wochen hatte ein Zwischenfall mit Lauge im Bereich St. Paul zu einem massiven Fischsterben geführt. Tausende Tiere verendeten, die Wasserqualität musste über Tage hinweg überwacht werden. Der neuerliche Ölunfall zeigt, wie empfindlich das Ökosystem der Lavant reagiert – und wie rasch selbst kleine Mengen Schadstoffe große Auswirkungen haben können.
Die Behörden prüfen derzeit noch, ob weitere Maßnahmen zur Sicherung des Kanalnetzes und zur Prävention ähnlicher Vorfälle notwendig sind. Auch eine engere Kontrolle von Betrieben entlang der Lavant wird dabei diskutiert.
Für die Einsatzkräfte war der Vorfall aber auch ein weiterer Beweis, wie wichtig eine schnelle Reaktion und gute Koordination sind.

Von Michael Swersina
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