Neuer Song: Isabella Theuermann präsentiert sich mit »I tua wohl« düster, schwermütig und traurigAusgabe 47 | Mittwoch, 24. November 2021

Bislang veröffentlichte Isabella Theuermann fröhliche Lieder und besang die Heimat. Ihr vierter Song ist eine Coverversion des sehr traurigen Kärntnerlieds »I tua wohl«, mit schwermütigen Gitarrenriffs, Kirchenglocken und Marschtrommel. Auch ein Video gibt es.

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Unterkärntner Nachrichten Redakteur Michael Swersina Von Michael Swersina m.swersinano@spamunterkaerntner.at
Das Video zum neuen Song, das am Wörthersee gedreht wurde, wirkt sehr düster. Bild rechts: Auch Produzent Charly Raneg (2. v. r.) legte beim Videodreh Hand an. KK/privat

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Wolfsberg. Die freiheitliche Stadträtin Isabella Theuermann, die kürzlich an Corona erkrankt war und wieder genesen ist, bringt nun bereits ihren vierten Song innerhalb von neun Monaten heraus. Mit dem neuen Lied »I tua wohl« möchte Theuermann nicht nur die Komponistin des ersten in Moll verfassten Volkslieds, Ottilie Freiin von Herbert, huldigen, sondern auch auf die unsichtbaren Folgen von Covid-19 hinweisen. 

In »I tua wohl« besingt sie jedenfalls eine unglückliche Liebe. Das Lied ist traurig und finster. Schwermütige Gitarrenriffs, Kirchenglocken und Trommelklang im Hintergrund sorgen für eine düstere Stimmung, die an keltische Musik, aber auch ein bisschen an Rammstein erinnern. Es ist damit kein typisches Volkslied, das man bei Volksfesten hört und zu dem laut mitgesungen und geschunkelt wird.

»Es ist ein Lied, das ein Weckruf sein soll und das aktuelle Stimmungsbild vieler Menschen zeigt«
Isabella Theuermann über ihr viertes Lied

Das Lied wurde kurz vor dem Verschwinden von Ottilie Freiin von Herbert verfasst. Über den Tag ihres Verschwindens ranken sich viele Mythen. Am 26. September 1847 fuhr sie nachts alleine mit einem Boot auf den Wörthersee hinaus und kehrte nie mehr zurück. Ihre Leiche wurde nie gefunden. Daher konnte nie geklärt werden, ob sie in den Fluten des Wörthersees den Freitod wählte, mit einem Bauernburschen durchbrannte oder einfach nur verunglückte.

Aufgrund von »I tua wohl« vermuten aber die meisten, dass sie sich für den Freitod entschieden hatte.

»Es ist ein Lied, das ein Weckruf sein soll und gleichzeitig auch Zeugnis über das aktuelle Stimmungsbild vieler Menschen wiedergibt«, findet Theuermann, die als studierte Psychologin immer wieder mit emotionalen Ausnahmezuständen konfrontiert ist und meint weiter: »Corona ist eine Veränderungskrise, die mit einem noch nie dagewesenen Kontrollverlust einhergeht. Um diese Krise zu bewältigen, ziehen sich viele Menschen ins Private zurück, was vermehrt zu sozialer Isolation und Vereinsamung führt. Nach Außen hin tun diese Menschen, als ob sie funktionieren – in ihrem Inneren brodelt es jedoch. Es ist ein Leiden der Leisen, und genau das ist die Gefahr.« 

Das Lied, das bereits mehrfach und auch sehr erfolgreich vertont wurde – unter anderem vom Musiker Fuzzman – ist für die Wolfsbergerin gerade wegen seiner besonderen Dramatik perfekt, um auf einen Umstand hinzuweisen, über den laut Theuermann gerne hinweggesehen wird: »Psychisches Leiden kann – wie Corona auch – jeden von uns treffen. Wir müssen diese Krankheitsbilder berücksichtigen, denn dem physischen Tod geht meist ein soziales Sterben voraus«, so Isabella, die hofft, mit »I tua jo wohl« zu mehr Sensibilisierung für die psychischen Folgen der Corona-Einschränkungen beitragen zu können. Theuermann sagt: »Corona ist für viele Menschen definitiv ein Ausnahmezustand. Menschen, die unter psychischen Erkrankungen leiden, stellt Corona vor eine enorme Herausforderung.«

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